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Iran: Behörden setzen Hinrichtungswelle trotz internationaler Kritik fort

Die Hinrichtungswelle im Iran setzt sich fort: Behörden vollstrecken die Todesstrafe gegen einen 18-Jährigen. Der iranische Präsident richtet sich zudem mit einem Brief an die USA.

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Iran-Krieg: Weiterer Iraner durch Behörden hingerichtet
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Die Hinrichtungswelle im Iran setzt sich fort. Der iranische Präsident hat einen Brief an die amerikanische Bevölkerung verfasst. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Iran vollstreckt Todesstrafe gegen 18-Jährigen

Im Iran wurde ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten vollstreckt. Laut dem offiziellen Justizportal wurde Amirhossein Hatami hingerichtet. Er soll Teil einer Gruppe gewesen sein, die in einen „militärisch klassifizierten Standort“ der paramilitärischen Basidsch-Miliz in Teheran eingedrungen und dort Feuer gelegt hat. Nach Angaben der Justiz wurde das Todesurteil vom obersten Gericht überprüft und eine Revision als unbegründet abgelehnt.

Unterstützer äußerten sich auf sozialen Medien, dass Hatami zum Zeitpunkt seiner Hinrichtung erst 18 Jahre alt gewesen sei und zu einem Geständnis gezwungen worden sei. Diese Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar. Im Iran wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres laut der Menschenrechtsorganisation Hengaw mindestens 160 Todesurteile vollstreckt.

Die iranische Justiz hatte am Dienstag angekündigt, die Todesstrafe künftig für mehr Delikte als bisher „ohne Gnade und Nachsicht“ zu vollstrecken. Neben Spionage für die USA, Israel oder andere „feindliche Staaten“ sollen künftig auch Terrorhandlungen, die Zerstörung staatlicher Einrichtungen sowie Taten, die „Angst und Schrecken“ in der Bevölkerung auslösen, mit der Todesstrafe geahndet werden.

US-Botschaft warnt vor Angriffen im Zentrum Bagdads

Die US-Botschaft im Irak hat ihr Personal vor bevorstehenden Angriffen durch schiitische Milizen in den kommenden 24 bis 48 Stunden gewarnt. Es liegen Informationen vor, dass mit dem Iran verbündete Kräfte in der Region Angriffe auf US-amerikanische Staatsbürger, Geschäfte, Universitäten, die Energieinfrastruktur in Bagdad sowie auf Hotels oder Flughäfen planen, wie die Botschaft über den Kurznachrichtendienst X mitteilte.

In ihrem Post kritisiert die Botschaft zudem die irakische Regierung: „Sie haben nichts unternommen, um die Terrorangriffe zu verhindern.“ Mögliche Angreifer könnten versuchen, sich als Beamte der irakischen Regierung auszugeben.

Trump: US-Ziele im Iran-Krieg stehen „kurz vor der Vollendung“

Nach Angaben von Präsident Donald Trump sind die USA ihren strategischen Zielen gegenüber dem Iran sehr nahe gekommen. „Wir werden die Aufgabe beenden und wir werden sie sehr schnell beenden“, sagte Trump in einer angekündigten Ansprache. Man sei fast am Ziel. „Der Iran ist im Grunde genommen zerstört, die harte Arbeit ist getan.“ Der Präsident betonte, dass der Iran niemals Atomwaffen besitzen dürfe.

US-Militär: Bereits mehr als 12.300 Ziele im Iran angegriffen

Das US-Militär hat im seit mehr als einem Monat andauernden Krieg gegen den Iran nach eigenen Angaben bereits mehr als 12.300 Ziele in dem Land angegriffen. Darunter befinden sich auch 155 iranische Schiffe, die beschädigt oder zerstört worden seien, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X mit.

Washingtons Verbündeter Israel hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 800 Angriffe im Iran geflogen, wie die Armee am Mittwoch mitteilte.

Israelischer Botschafter: Keine dauerhafte Besatzung Südlibanons

Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat eine Annexion des Südlibanons durch sein Land ausgeschlossen. „Wir werden so weit vorrücken und so lange bleiben, bis der Beschuss Israels aufhört und unsere Einwohner sicher sind. Eine dauerhafte Besatzung ist nicht geplant. Punkt“, sagte Prosor dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Er widersprach damit dem rechtsextremen israelischen Finanzminister Bezalel Smotrich, der gefordert hatte, der Litani-Fluss im Süden des Libanon müsse Israels neue Grenze zum nördlichen Nachbarland darstellen. Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz will Israel das Gebiet bis zum Litani-Fluss nur bis auf weiteres kontrollieren.

Prosor erklärte: „Die Hisbollah hält den Libanon im Würgegriff und hat im Süden des Landes eine Terrorinfrastruktur errichtet.“ Die Miliz benutze Zivilisten als Schutzschild und greife Israel kontinuierlich an.

Iran will laut US-Geheimdiensten keine substanziellen Verhandlungen

Die „New York Times“ berichtet, dass mehrere US-Geheimdienste in den letzten Tagen zu der Einschätzung gelangt sind, dass die iranische Regierung derzeit nicht bereit sei, substanzielle Verhandlungen zur Beendigung des Krieges aufzunehmen. Die Zeitung beruft sich auf US-Beamte.

Iranischer Insider: Garantierter Waffenstillstand ist Bedingung für Kriegsende

Ein ranghoher iranischer Vertreter äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Iran einen garantierten Waffenstillstand fordere, um den Krieg dauerhaft zu beenden. Vermittler hätten am Dienstag Kontakt zum Iran aufgenommen, wobei sich die Gespräche auf die Fortsetzung der diplomatischen Bemühungen konzentriert hätten. Über die Vermittler habe es keine Gespräche über einen vorübergehenden Waffenstillstand gegeben.

Präsident des Iran wendet sich in Brief an das amerikanische Volk

Der iranische Präsident Massud Peseschkian versichert in einem Brief an das amerikanische Volk, dass sein Land keine Feindschaft gegen einfache US-Bürger hege. Den Iran als Bedrohung darzustellen, stimme „weder mit der historischen Realität noch mit den heute beobachtbaren Fakten überein“, zitiert ein Sender aus dem Schreiben.

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