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Japan öffnet den Rüstungsmarkt: Erster Schritt in eine neue militärische Ära

Japan hebt seine traditionellen Beschränkungen für Rüstungsexporte auf und ermöglicht den Verkauf von militärischen Gütern ins Ausland. Diese Entscheidung, die die heimische Rüstungsindustrie stärken soll, kommt in einer Zeit, in der internationale Partner nach neuen Lieferanten suchen.

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Historische Regelung gestrichen: Japan verkauft wieder
Bildquelle: David Edelstein auf Unsplash

Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vollzieht Japan einen grundlegenden Kurswechsel in seiner Verteidigungspolitik und gestattet den Export von „tödlichen Waffen“ ins Ausland. Diese Entscheidung zielt darauf ab, die heimische Rüstungsindustrie zu stärken.

Umfassende Reform der Rüstungsexportregeln

Die japanische Regierung hat eine weitreichende Reform ihrer Rüstungsexportbestimmungen vorgestellt, die den Verkauf von Kriegsschiffen und Raketen ins Ausland ermöglicht. Mit diesem Schritt entfernt sich die Regierung unter Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zunehmend von den pazifistischen Beschränkungen, die seit der Nachkriegszeit gelten.

Bisher waren Rüstungsexporte weitgehend auf Ausrüstungen für Rettungs-, Transport- und Überwachungsmissionen sowie Minenräumung beschränkt. Zukünftig werden Minister und Beamte jeden geplanten Verkauf individuell prüfen. Grundlegende Verbote für Lieferungen in Konfliktgebiete bleiben bestehen, jedoch sind Ausnahmen aus nationalen Sicherheitsgründen laut Regierungsangaben möglich.

Reaktion auf internationale Entwicklungen

Japan reagiert mit dieser Neuausrichtung auch auf die hohe Auslastung der US-Rüstungsindustrie, die durch die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten bedingt ist. Zudem suchen Verbündete in Europa und Asien nach neuen Lieferanten, da die langfristigen Sicherheitszusagen der USA unter der Präsidentschaft von Donald Trump als weniger verlässlich gelten. Insidern zufolge prüfen mehrere Länder, darunter Polen und die Philippinen, den Erwerb japanischer Rüstungsgüter. Ein mögliches erstes Geschäft könnte der Export von gebrauchten Kriegsschiffen nach Manila sein, berichteten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen.

Stärkung der heimischen Rüstungsindustrie

Japan erhofft sich von den Rüstungsexporten eine Stärkung seiner eigenen Rüstungsindustrie. Unternehmen wie Mitsubishi Heavy Industries waren über Jahrzehnte hinweg auf kleine Aufträge der nationalen Streitkräfte angewiesen. Gleichzeitig intensiviert Japan seine eigenen Aufrüstungsmaßnahmen, um sich gegen potenzielle Bedrohungen aus China zu wappnen. Die Regierung in Peking hat jedoch betont, dass ihre Absichten friedlich seien. In den letzten Jahren hat Japan seine Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht.

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TS