Russische Luftangriffe haben am Höhlenkloster in Kiew erheblichen Schaden angerichtet. Bei den Angriffen kamen mindestens neun Menschen ums Leben, während die Stadtverwaltung von Kiew von zahlreichen Verletzten und weitreichenden Zerstörungen berichtet.
Luftangriffe auf Kiew: Höhlenkloster erleidet massive Beschädigungen

Höhlenkloster in Kiew: Luftangriffe hinterlassen verheerende Spuren
Am 15. Juni 2026 erlebte die Ukraine eine erneute Welle massiver russischer Luftangriffe, die das bedeutende Höhlenkloster in Kiew stark beschädigten. Die Hauptkirche, ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, wurde erheblich getroffen. Tymur Tkatschenko, der Militärgouverneur von Kiew, gab über Telegram einen Überblick über die gravierenden Schäden auf dem Klostergelände. Nach offiziellen Angaben der ukrainischen Behörden forderten die Angriffe mindestens neun Menschenleben, während zahlreiche weitere verletzt wurden.
Die Angriffe beinhalteten den Einsatz von 70 Raketen sowie 611 Drohnen, was die Intensität der Offensive deutlich macht. Schnelle Verbreitung der Bilder von den Schäden am Höhlenkloster in sozialen Medien verdeutlicht die Schwere der Situation. Unklar bleibt, ob die Brände auf direkte Treffer russischer Geschosse zurückzuführen sind oder ob sie durch herabfallende Trümmer infolge der Luftabwehr verursacht wurden. Aus dem Dach der Mariä-Entschlafens-Kathedrale, einem zentralen Element der Klosteranlage, züngelten Flammen.
Das Höhlenkloster: Ein Ort von historischer Bedeutung
Das Höhlenkloster, malerisch auf den Hügeln am Dnipro gelegen, ist seit 1990 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die Kathedrale, die während des Zweiten Weltkriegs 1941 zerstört wurde, erlebte erst Ende der 1990er Jahre eine Wiederherstellung. Im Kellerbereich des Klostergeländes liegt ein historisches Höhlensystem, in dem mumifizierte Überreste von Geistlichen aufbewahrt werden. Dieser Abschnitt wird weiterhin von der ukrainisch-orthodoxen Kirche genutzt, die sich nach dem russischen Übergriff 2022 von Moskau unabhängig machte.
Folgen der Angriffe in Kiew und darüber hinaus
In der Kiewer Innenstadt waren in der Nacht zahlreiche Explosionen zu hören, wahrscheinlich infolge der Luftabwehrmaßnahmen. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von Einschlägen in mehreren Stadtvierteln, was zu mindestens 23 Verletzten führte. Zudem gab es weitreichende Stromausfälle und Brände; etwa 30 Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Der Militärgouverneur Tkatschenko sprach von mehr als 40 Einschlägen in der Hauptstadt und bestätigte insgesamt vier Todesopfer.
Die Angriffe beschränkten sich nicht ausschließlich auf Kiew. Auch in anderen Regionen der Ukraine, wie zum Beispiel in Charkiw, wurden intensive Beschüsse gemeldet. Dort kamen fünf Rettungskräfte ums Leben, während vier weitere Personen Verletzungen erlitten. In Dnipro gab es mindestens einen Verletzten. Diese Informationen sind bislang nicht unabhängig verifiziert.
Aktuelle Entwicklungen und militärische Situation
Die Ukraine sieht sich seit über vier Jahren einer umfassenden russischen Invasion gegenüber und wird nahezu täglich aus der Luft angegriffen. Der Einsatz von Drohnen hat in diesem Konflikt zugenommen, da sie für die ukrainischen Streitkräfte relativ kostengünstig und leicht zu handhaben sind. Dmitri Miljajew, Gouverneur des russischen Gebiets Tula, berichtete, dass in der Nacht drei Menschen infolge ukrainischer Drohnenangriffe getötet wurden. Gleichzeitig gab die Stadtverwaltung von Moskau an, mehrere anfliegende Drohnen abgeschossen zu haben. Informationen über mögliche Schäden oder Verletzte in Moskau sind derzeit nicht verfügbar.
Quellen: n-tv, Angriffe auf Kiew: Mehrere Tote, Ukraine-Krieg: Höhlenkloster brennt – US-General zieht Vergleich zu deutschen Angriffen im Zweiten Weltkrieg
Bildquelle: depositphotos








