Nashville (USA) – Im Fall von Christa Gail Pike, einer als Satanistin bekannten Frau, kam es zu dramatischen Komplikationen während ihrer Hinrichtung. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte zuvor einen Aufschub der Vollstreckung aufgehoben, dennoch verlief die Exekution nicht wie geplant.
Misslungene Hinrichtung: Satanistin überlebt zwei Gifteinfusionen

Nashville (USA) – Im Fall von Christa Gail Pike, einer als Satanistin bekannten Frau, kam es zu dramatischen Komplikationen während ihrer Hinrichtung. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte zuvor einen Aufschub der Vollstreckung aufgehoben, dennoch verlief die Exekution nicht wie geplant.
Chronologie der Ereignisse
Die Hinrichtung von Pike war für den Mittwochmorgen (Ortszeit) im Hochsicherheitsgefängnis in Nashville angesetzt. Als erste Frau in Tennessee, die seit mehr als 200 Jahren hingerichtet werden sollte, war alles vorbereitet: Die Henkersmahlzeit war bereits serviert, und die ersten Zeugen hatten ihre Plätze eingenommen. Doch plötzlich wurde die Vollstreckung gestoppt. Mit einer Mehrheit von zwei zu eins entschied ein Bundesberufungsgericht, dass zunächst geklärt werden müsse, ob in der Kindheit von Pike sexueller Missbrauch stattfand und ob dies bei der Urteilsfindung ausreichend berücksichtigt wurde. Der Staat Tennessee sah darin eine Verzögerungstaktik und reichte einen Eilantrag beim Obersten Gerichtshof ein, der erfolgreich war.
Komplikationen während der Hinrichtung
Am Mittwochabend (Ortszeit) informierten die Verteidiger von Pike die Öffentlichkeit über unerwartete Schwierigkeiten bei der Exekution. Zeugen berichteten, dass Pike trotz der Injektion von zwei tödlichen Chemikalien um 20:26 Uhr noch lebte und sogar schnarchte. Richter Kyle Hixson bestätigte in einer Telefonkonferenz mit den beteiligten Anwälten, dass die Verurteilte nicht für tot erklärt worden sei. Infolgedessen ordnete die Justizvollzugsbehörde eine medizinische Notfallversorgung sowie den Transport von Pike in ein Krankenhaus an.
Reaktionen und Expertisen
Robin M. Maher, die Direktorin des Informationszentrums zur Todesstrafe, bezeichnete den Vorfall als “einzigartig und beispiellos”. Es gab zwar bereits Fälle, in denen Hinrichtungen aufgrund fehlender Zugangsmöglichkeiten zu einer Vene abgebrochen wurden, jedoch war es noch nie vorgekommen, dass jemand die tödlichen Medikamente selbst überlebte.
Hintergrund zu Christa Gail Pike
Pike wurde 1996 zum Tode verurteilt, nachdem sie im Januar 1995 zusammen mit ihrem damaligen Freund und einer Freundin in Knoxville ihre Mitschülerin Colleen Slemmer (19) in ein abgelegenes Waldgebiet gelockt hatte. Eifersucht war das Motiv, da Pike befürchtete, Slemmer könnte ihren Freund ausspannen. Während einer grausamen Folter schnitt sie Slemmer ein Pentagramm in die Brust und tötete sie schließlich mit einem Asphaltbrocken.
Die Kläger machten deutlich, dass die Schwere der Verbrechen und die Grausamkeit der Taten eine rechtliche Beurteilung rechtfertigten, die die Todesstrafe aufrechterhielt. Selbst die möglichen Traumata aus Pikes Kindheit konnten die Vollstreckung der Strafe nicht abwenden.
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