Russland hebt das Verbot von Kraftstoffen nach Euro-3-Norm auf, um die akuten Versorgungsengpässe zu beheben. Diese minderwertigen Kraftstoffe, die für moderne Fahrzeuge problematisch sind, dürfen nur im Binnenmarkt verkauft werden.
So gefährden minderwertige Kraftstoffe in Russland moderne Autos?

Der Kreml hat beschlossen, den Vertrieb von Kraftstoffen, die dem Euro-3-Standard entsprechen, erneut zuzulassen. Diese Maßnahme wurde als Reaktion auf die erheblichen Schwierigkeiten bei der Kraftstoffversorgung im Land ergriffen und soll bis zum Ende des Jahres gelten. Die Rückkehr zu diesen weniger hochwertigen Kraftstoffen soll die Zuverlässigkeit der Spritversorgung erhöhen.
Hintergrund der Entscheidung
Vor nahezu einem Jahrzehnt wurde der Vertrieb von Euro-3-Kraftstoffen in Russland ausgesetzt, um auf die modernere Euro-5-Norm umzusteigen. Nach den neuesten Informationen des Parlamentsmediums PNP sind die jetzt wieder erlaubten Kraftstoffe ausschließlich für den russischen Binnenmarkt gedacht. Ein Export in andere Länder der Eurasischen Wirtschaftsunion ist nicht gestattet.
Produktion und Qualität der Kraftstoffe
Der Euro-3-Kraftstoff zeichnet sich durch einen höheren Schwefelgehalt im Vergleich zu moderneren Kraftstoffen aus, was potenziell negative Auswirkungen auf moderne Motoren haben könnte. Zudem dürfen nur Raffinerien, die vor Juni 2019 ein Abkommen zur Modernisierung mit dem russischen Energieministerium unterzeichnet haben, diesen Kraftstoff herstellen.
Folgen der Kraftstoffkrise
Die Entscheidung zur Wiederzulassung minderwertiger Kraftstoffe ist eine Reaktion auf massive Schäden an der russischen Öl-Infrastruktur, die durch ukrainische Angriffe verursacht wurden. Laut Berichten sind nahezu alle großen Raffinerien des Landes betroffen. Die Raffinerie in Moskau wird voraussichtlich bis ins nächste Jahr nicht betriebsbereit sein.
Öffentliche Reaktionen
In sozialen Medien kursieren zahlreiche Bilder und Videos, die lange Schlangen an Tankstellen in verschiedenen Regionen Russlands zeigen. In vielen Fällen ist Benzin kaum verfügbar oder nur in eingeschränktem Umfang erhältlich. Selbst der russische Präsident Wladimir Putin hat Schwierigkeiten bei der Versorgung eingestanden.
Quellen: n-tv








