Ein US-Soldat überlebt fast zwei Tage nach dem Abschuss seines Kampfjets im Iran, dank spezialisierter Ausbildung und einer spektakulären Rettungsaktion durch US-Spezialkräfte. Trotz Verletzungen gelingt es ihm, sich zu verstecken und ein Notfallsignal abzusetzen.
Spezialtraining rettet US-Soldat im Iran-Konflikt vor der Gefangenschaft

Fast zwei Tage überlebte ein US-Soldat, nachdem sein Kampfflugzeug im Iran abgeschossen wurde. Ein spezielles Trainingsprogramm spielte dabei eine entscheidende Rolle.
Am Karfreitag wurde ein US-amerikanisches F-15E-Kampfflugzeug über den Bergen im südöstlichen Iran von der iranischen Luftverteidigung abgeschossen. Die Rettungskräfte der US-Armee konnten den Piloten schnell in Sicherheit bringen. Allerdings besteht die Besatzung eines F-15E aus zwei Mitgliedern: dem Piloten und einem Waffensystemoffizier, der für Kommunikations- und Navigationssysteme sowie die Planung der taktischen Elemente des Einsatzes verantwortlich ist.
Der Waffensystemoffizier, der bei dem Vorfall verletzt wurde, hatte weniger Glück als sein Pilot. Laut einem Bericht eines US-Nachrichtensenders verletzte er sich, als er sich per Schleudersitz aus dem Flugzeug retten wollte. Erst am frühen Sonntagmorgen, fast zwei Tage nach dem Abschuss, gelang es US-Spezialkräften, ihn in einer spektakulären Rettungsaktion zu befreien.
Flucht vor den Verfolgern
Vor seiner Rettung soll der Soldat, wie aus einem Bericht des Senders Fox News hervorgeht, vor iranischen Sicherheitskräften und Zivilisten geflohen sein. Trotz seiner Verletzungen bestieg er einen etwa 2.000 Meter hohen Berg, versteckte sich in einer Felsspalte und sendete von dort ein Notfallsignal. Dabei profitierte er offenbar von seinem sogenannten SERE-Training.
Was ist SERE-Training?
SERE steht für „Survival, Evasion, Resistance, Escape“ – auf Deutsch: Überleben, Ausweichen, Widerstand, Flucht. Dieses Programm richtet sich insbesondere an Soldaten, die ein hohes Risiko haben, hinter feindlichen Linien gefangen genommen zu werden, wie Piloten, Spezialkräfte oder Geheimdienstmitarbeiter. Ziel ist es, den Teilnehmern Fähigkeiten zu vermitteln, um in extremen Situationen zu überleben und einer Gefangennahme möglichst lange zu entkommen.
- Überleben in der Wildnis: Die Teilnehmer lernen, in abgelegenen Gebieten Wasser zu finden, Nahrung zu beschaffen und einfache Unterkünfte zu bauen.
- Navigationsübungen: Die Soldaten üben, sich unentdeckt fortzubewegen.
- Fluchttechniken: Überlebende eines Absturzes müssen sich gemäß eines vorbereiteten Plans bewegen und eine Fluchtroute einhalten.
- Verhalten in Gefangenschaft: Soldaten lernen, welche Informationen sie preisgeben dürfen und wie sie psychischem Druck standhalten können.
- Kontaktaufnahme mit Rettungskräften: Besatzungsmitglieder werden mit Überlebenspaketen ausgestattet, die Funkgeräte und GPS-Sender enthalten.
Erfahrungen eines Generalmajors
Generalmajor Thomas Kunkel, der das SERE-Training selbst durchlaufen hat und viele Jahre als Pilot eines Rettungshubschraubers in der US-Armee tätig war, erklärte: „Wir verbringen unsere gesamte Karriere damit, uns auf genau dieses Szenario einer Rettung vorzubereiten.“ Er betonte, dass nur durch diese Vorbereitung riskante Missionen erfolgreich durchgeführt werden können.
Im Ernstfall würden die im SERE-Training erlernten Abläufe sofort im Kopf eines Soldaten aktiviert, so Kunkel weiter. Dennoch sei eine schnelle Rettungsmission für das Überleben eines Menschen hinter feindlichen Linien unerlässlich. Einsätze während des Tages seien besonders riskant, da feindliche Kräfte Bewegungen leichter erkennen könnten. „Wenn der Feind weiß, dass wir Rettungskräfte schicken, wird er versuchen, diese anzugreifen“, erklärte er.
Psychische und physische Belastung im Training
Das SERE-Training ist laut dem US-Veteranenministerium so konzipiert, dass es die Teilnehmer sowohl körperlich als auch geistig unter Druck setzt. Nur so könne die Gefahr eines echten Einsatzes simuliert werden. Die Trainingseinheiten finden unter extremen Bedingungen statt, etwa im US-Bundesstaat Maine bei Temperaturen von minus 20 Grad Celsius oder in der südkalifornischen Wüste bei bis zu 40 Grad Celsius.
Der Vorfall im Iran wird als Lehrstück in die Ausbildungsgeschichte eingehen und belegt, dass Übung und Ernstfall in extremen Situationen untrennbar miteinander verbunden sind.
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