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Steueroasen und die Vermögensverschleierung: Eine Bilanz nach zehn Jahren Panama Papers

Zehn Jahre nach den „Panama Papers“ zeigt eine neue Oxfam-Analyse, dass Superreiche weiterhin Milliarden in Steueroasen verstecken. Die Hilfsorganisation fordert verstärkte Maßnahmen gegen diese Steuervermeidung, die massive Ungleichheit verstärkt.

Zehn Jahre
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Die „Panama Papers“ haben im Jahr 2016 einen der größten Finanzskandale der Welt aufgedeckt: das systematisch versteckte Vermögen der Superreichen. Zehn Jahre nach diesen Enthüllungen hat sich an der Situation wenig geändert. „Das Problem besteht fort und wir alle zahlen den Preis“, kritisiert die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam.

Auch im Jahr 2026 nutzen Superreiche weiterhin Offshore-Systeme, um ihre Vermögen zu verbergen und Steuern zu vermeiden. Laut einer Analyse von Oxfam übersteigt das im Ausland versteckte, unversteuerte Vermögen der reichsten 0,1 Prozent der Weltbevölkerung das gesamte Vermögen der ärmeren Hälfte der Menschheit. Die Organisation fordert von der Bundesregierung einen verstärkten Einsatz im Kampf gegen Steueroasen.

Im April 2016 veröffentlichte ein internationales Rechercheteam unter dem Titel „Panama Papers“ seine Erkenntnisse über systematische Steuervermeidung und Geldwäsche durch Briefkastenfirmen. Diese Recherchen enthüllten auch die Namen von Prominenten, Politikern und Sportlern, die Vermögen vor dem Fiskus versteckt haben sollen. Das Rechercheteam deckte sowohl legale Strategien zur Steuervermeidung als auch Steuerdelikte und Geldwäsche auf.

Unversteuertes Vermögen in Milliardenhöhe

Oxfam schätzt, dass im Jahr 2024 unversteuertes Vermögen in Höhe von 3,55 Billionen US-Dollar in Steueroasen und nicht gemeldeten Konten im Ausland verborgen war. Diese Summe übersteigt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Frankreichs und ist mehr als doppelt so hoch wie das kombinierte BIP der 44 am wenigsten entwickelten Länder der Welt, laut den Vereinten Nationen.

Verteilung des Offshore-Vermögens

Die Analyse von Oxfam zeigt, dass die reichsten 0,1 Prozent der Menschen etwa 80 Prozent des gesamten unversteuerten Offshore-Vermögens besitzen, was rund 2,8 Billionen US-Dollar entspricht. Innerhalb dieser kleinen Gruppe entfällt mehr als die Hälfte des Offshore-Vermögens auf die reichsten 0,01 Prozent.

„Die Panama Papers haben offengelegt, wie sich Superreiche systematisch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen, indem sie Milliarden in Steueroasen verstecken“, erklärte Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland. Zehn Jahre später sei klar: „Das Problem besteht fort und wir alle zahlen den Preis. Dieses Geld fehlt für Schulen, Krankenhäuser und Klimaschutz – bei uns und weltweit. Wer sich so der Finanzierung des Gemeinwohls entzieht, verschärft die Ungleichheit und untergräbt unsere Demokratie.“

Trotz gewisser Fortschritte bei der Reduzierung unversteuerter Offshore-Vermögen, etwa durch das System des automatischen Informationsaustauschs, bei dem Staaten Finanzkontodaten austauschen, bleibt der Anteil von unversteuertem Offshore-Vermögen am globalen BIP mit etwa 3,2 Prozent weiterhin hoch.

Forderungen an die Bundesregierung

Oxfam fordert die Bundesregierung auf, die globale Zusammenarbeit zu intensivieren, um Steueroasen zu beseitigen. Die Steuerbehörden sollten gestärkt und ein globales Transparenzregister eingerichtet werden, um das Vermögen der reichsten Personen zu ermitteln und nachzuverfolgen.

Darüber hinaus sollte die Bundesregierung, so die Auffassung der Nicht-Regierungsorganisation, die im Rahmen der G20 diskutierte Mindeststeuer von mindestens zwei Prozent für Multimillionäre in Deutschland einführen und die Umsetzung einer solchen Steuer auf internationaler Ebene vorantreiben.

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TS