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Vereinigte Arabische Emirate zeigen Bereitschaft zur militärischen Unterstützung im Iran-Konflikt

Die Vereinigten Arabischen Emirate zeigen sich bereit, sich aktiv an den militärischen Bemühungen zur Öffnung der Straße von Hormus zu beteiligen. Ein Bericht deutet auf eine strategische Wende hin, während die VAE eine UN-Resolution zur Unterstützung dieser Maßnahmen anstreben.

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Öffnung von Hormus erzwingen: Bericht: Emirate sind bereit für Einstieg in den Iran-Krieg
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Trotz der zunehmenden Angriffe des Iran auf ihr Territorium haben sich die Golfstaaten bislang aus dem von Israel und den USA geführten Krieg herausgehalten. Einem aktuellen Bericht zufolge könnte sich diese Haltung jedoch ändern.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bereiten sich laut einem Medienbericht darauf vor, den USA und ihren Verbündeten bei der gewaltsamen Öffnung der Straße von Hormus zu helfen. Dies berichtet ein renommiertes Nachrichtenmedium unter Berufung auf arabische Beamte. Damit würden die Emirate das erste Land am Persischen Golf, das aktiv in den Konflikt eingreift. Offiziellen Angaben zufolge beabsichtigen die VAE, sich für eine Resolution im UN-Sicherheitsrat einzusetzen, die ein solches Vorgehen legitimieren würde. Diplomaten des Landes haben die USA sowie Militärmächte in Europa und Asien aufgefordert, eine Koalition zu bilden, um die Straße von Hormus gegebenenfalls mit Gewalt zu öffnen. Sollte die Resolution scheitern, wären die VAE dennoch bereit, sich an den Bemühungen zur Befreiung der Straße von Hormus zu beteiligen, so der Bericht weiter.

Zusätzlich wenden sich Saudi-Arabien und andere Golfstaaten zunehmend gegen das iranische Regime. Laut arabischen Vertretern wird befürwortet, den Krieg fortzusetzen, bis das Mullah-Regime geschwächt oder gestürzt ist. Bislang haben sie jedoch noch keinen konkreten Militäreinsatz angekündigt. Bahrain, ein enger Verbündeter der USA und Standort der 5. US-Flotte, unterstützt die UN-Resolution, über die voraussichtlich am Donnerstag abgestimmt wird. Der neu gewonnene, selbstbewusstere Kurs der VAE stellt einen grundlegenden Wandel ihrer strategischen Ausrichtung dar, so Beamte eines Golfstaates.

Ein Vertreter der VAE erklärte, das Land habe seine Möglichkeiten zur Unterstützung der Sicherung der Meerenge überprüft, einschließlich der Bemühungen, die Meerenge von Minen zu räumen und weitere Unterstützungsleistungen zu erbringen. Der Golfstaat habe außerdem den arabischen Beamten zufolge empfohlen, dass die USA Inseln in der strategischen Wasserstraße besetzen sollten, darunter Abu Musa. Diese Insel im Persischen Golf wird seit einem halben Jahrhundert vom Iran gehalten und von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht.

Das emiratische Außenministerium betonte, es herrsche ein „breiter globaler Konsens darüber, dass die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus erhalten bleiben muss“. Ein VAE-Vertreter wurde mit den Worten zitiert, dass das iranische Regime glaube, es kämpfe ums Überleben und sei bereit, die Weltwirtschaft mit in den Abgrund zu reißen, indem es die Straße von Hormus abriegele.

Risiken einer militärischen Intervention

Die mögliche Beteiligung der VAE an der Befreiung der Straße von Hormus birgt jedoch Risiken. Diese könnte Spannungen hervorrufen, die über das Kriegsende hinaus anhalten. Nachdem die Angriffe wochenlang auf einem niedrigen Niveau stattfanden, haben die iranischen Raketen- und Drohnenangriffe auf die Emirate in den letzten Tagen stark zugenommen.

Allein am Dienstag wurden fast 50 ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen abgefeuert. Teheran warnte, es werde die lebenswichtige zivile Infrastruktur jedes Golfstaates zerstören, der eine Operation zur Eroberung seines Territoriums unterstütze, und nannte dabei ausdrücklich die VAE.

Änderung der Position der VAE

Der Iran hat mehr Raketen und Drohnen auf die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert als auf jedes andere Land, einschließlich Israel – insgesamt fast 2500 bis dato. Dennoch haben die Emirate, wie die übrige Golfregion, lange versucht, sich nicht als Kriegspartei zu definieren.

Offizielle Vertreter der Golfstaaten erklärten nun, die Position des Landes habe sich geändert. Vor Kriegsbeginn am 28. Februar betrachteten die VAE den Iran als schwierigen Nachbarn mit nachvollziehbaren politischen Positionen. Der Kriegsausbruch habe jedoch ein vollkommen anderes Regime offenbart, das mit Angriffen auf Hotels und Flughäfen Panik verbreiten wolle.

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TS