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Verkehrschaos am Brenner: Samstag bringt Proteste und Behinderungen

Am 30. Mai kommt es am Brennerpass zu einer mehrstündigen Sperrung wegen einer Anwohnerdemonstration gegen die hohe Verkehrsbelastung. Die Polizei rechnet mit erheblichen Verkehrsbehinderungen, insbesondere in den Pfingstferien.

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Iswoar via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Am 30. Mai wird der Brennerpass, eine wichtige Verkehrsstraße in den Alpen, für mehrere Stunden gesperrt. Diese Einschränkung betrifft sowohl PKWs als auch Lkw, die an diesem Tag alternative Routen finden müssen. Auslöser der Sperrung ist eine Demonstration von Anwohnern, die sich gegen die starke Verkehrsbelastung zur Wehr setzen. Auf der österreichischen Seite ist der Zugang zwischen 11 und 19 Uhr nicht möglich, während die italienische Seite von 10:30 bis 20 Uhr gesperrt bleibt. Lastwagen dürfen bereits einige Stunden zuvor den Pass nicht mehr überqueren. Die Sperrung betrifft nicht nur die Autobahn, sondern auch die Bundesstraße sowie angrenzende Nebenstrecken.

Die hohe Verkehrsbelastung am Brenner ist der Grund für die geplante Demonstration. Im vergangenen Jahr nutzten fast elf Millionen Autos und etwa 2,5 Millionen Lastwagen, laut dem Autobahnbetreiber Asfinag, die mautpflichtige Autobahn. Seit 2010 hat der Lkw-Verkehr um rund 40 Prozent zugenommen. Insgesamt hat sich das Verkehrsaufkommen seit der Eröffnung der Brennerautobahn in den 1960er Jahren nahezu vervielfacht. Anwohner in unmittelbarer Nähe sind von Lärm, Feinstaub und häufigen Staus betroffen. Initiator des Protests ist der Bürgermeister von Gries, Karl Mühlsteiger.

Rechtliche Aspekte der Demonstration

Besonders hervorzuheben ist die Genehmigung der Demonstration durch die Justiz, da frühere Anträge aufgrund der drohenden Verkehrsproblematik abgelehnt wurden. Das Landesverwaltungsgericht Tirol entschied jedoch, dass eine Untersagung der Demonstration nicht gerechtfertigt ist, da die Versammlungsfreiheit nicht durch die zu erwartenden Verkehrsprobleme eingeschränkt werden darf.

Erwartete Verkehrsbehinderungen

Die Sperrung fällt in die Pfingstferien, was die Situation noch komplizierter machen könnte. Die Polizei erwartet erhebliche Verkehrsstörungen und rät, nicht unbedingt erforderliche Reisen zu vermeiden. An den Landesgrenzen werden bereits Kontrollen durchgeführt, um die Fahrer über die bevorstehenden Einschränkungen zu informieren. Im Falle eines Verkehrskollapses könnte eine Verkehrslenkung erforderlich werden. Auch vor und nach der Sperrung sind erhebliche Staus zu erwarten.

Durchfahrt für Anwohner und Ausnahmen

Der Transitverkehr ist während der Sperrzeiten in der betroffenen Region untersagt. Ausnahmen gelten für Ziel- und Quellverkehr. Reisende, die beispielsweise in einem Hotel im Stubaital übernachten, dürfen die Sperre passieren, sofern sie einen entsprechenden Nachweis erbringen. Radfahrer haben die Möglichkeit, die Landstraße zum Brenner zu nutzen.

Politische Reaktionen auf die Sperrung

Die politischen Reaktionen auf die bevorstehende Sperrung sind unterschiedlich. Bürgermeister Mühlsteiger steht in der Kritik der Politik. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter äußert Bedenken, dass die Logistikbranche durch die Sperrung stark betroffen sein wird. Österreichs Verkehrsminister Peter Hanke zeigt sich besorgt über die möglichen Auswirkungen auf die Beziehungen zu Deutschland und Italien. Südtirols Ministerpräsident Arno Kompatscher warnt davor, dass eine stundenlange Blockade in der Bevölkerung auf Unverständnis stoßen könnte.

Reaktionen der Urlauber

Auch die Urlauber in Südtirol reagieren auf die bevorstehende Sperrung und passen ihre Reisepläne entsprechend an. Der Hoteliers- und Gastwirteverband berichtet, dass viele Gäste ihre Buchungen um einen Tag vor oder nach hinten verschoben haben, um die Blockade zu umgehen. Bürgermeister Mühlsteiger erhält zahlreiche positive Rückmeldungen aus Deutschland, Italien und Österreich.

Alternative Routen

Für den 30. Mai und darüber hinaus stehen theoretisch alternative Routen zur Verfügung. Dazu zählen der Reschenpass, das Timmelsjoch in Österreich sowie der Gotthardtunnel und der San-Bernardino-Tunnel in der Schweiz. Diese Alternativen sind jedoch oft zeitaufwendiger und weniger komfortabel. Eine andere Möglichkeit könnte der Zug sein, der von Innsbruck nach Franzensfeste in etwa 80 Minuten benötigt. Mit der Eröffnung des Brenner-Basistunnels im Jahr 2032 wird sich die Reisezeit erheblich verkürzen, sodass Züge die Strecke mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h in nur 25 Minuten zurücklegen können.

Hoffnungen auf den Brenner-Basistunnel

Die Fertigstellung des Brenner-Basistunnels gilt als langfristige Lösung für die Verkehrsproblematik am Brenner. Dennoch wird die Inbetriebnahme erst für 2032 erwartet, wobei die Nordzufahrt von Deutschland bis dahin möglicherweise nicht die gewünschte Leistungsfähigkeit erreichen könnte. Die Anwohner setzen große Hoffnungen auf Lärmschutzmaßnahmen, um die Verkehrsemissionen zu reduzieren, wozu der Bau moderner Lärmschutzwände und gegebenenfalls Einhausungen zählen.


Quellen: n-tv, oeamtc, adac

Bildquelle: Iswoar via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

TS