Beamte des KBK aus Konstanz spüren gestohlene Boote und Motoren im Gesamtwert von 750.000 EUR auf. Großeinsatz mit 26 Nationen und 32 gestohlene Boote entdeckt.
Bootskriminalität: Fahnder erfolgreich in Portugal und Griechenland

Konstanz (ost)
Auch dieses Jahr waren die Polizeibeamten des Kompetenzzentrums Bootskriminalität (KBK) der Wasserschutzpolizeistation Konstanz, das dem Polizeipräsidium Einsatz unterstellt ist, mehrere Wochen in verschiedenen europäischen Ländern im Einsatz, um ihr Fachwissen weiterzugeben und gemeinsam mit den örtlichen Sicherheitskräften gestohlene Sportboote, Außenbordmotoren und Bootstrailer aufzuspüren.
Bei der jährlich stattfindenden europäischen Fahndungsaktion „JAD Mobile 8“ der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex waren im Jahr 2025 mehrere hundert Beamtinnen und Beamte aus 26 Nationen beteiligt.
Die Koordination der Fahndungsaktion in Deutschland lag beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA BW). Ende Oktober wurden die Experten des KBK als Teil eines multinationalen Spezialistenteams nach Portugal entsandt, wo der Haupteinsatzort lag. Unter der Leitung deutsch-niederländischer Teams fahndeten sie gemeinsam mit Frontex-Kollegen aus Griechenland, Italien, Portugal und Rumänien.
Der Schwerpunkt des Einsatzes lag auf ausgewählten Yachthäfen und Trockenliegeplätzen entlang der Algarve-Küste und im Großraum Lissabon. Gleichzeitig wurden verstärkte Kontrollen an den EU-Außengrenzen von Moldawien, Serbien und der Türkei durchgeführt. Die Ergebnisse waren beeindruckend: Insgesamt wurden 32 gestohlene Sportboote, 87 entwendete Außenbordmotoren im Gesamtwert von ca. 750.000 EUR sowie drei Fahrzeuge sichergestellt, wobei der Großteil des Diebesguts aus Portugal stammte.
Schon im Mai 2025 führten die Fahnder aus Konstanz eine ähnliche Operation in Athen und auf der Peloponnes durch. Dort konnten zwei hochwertige Schlauchboote, 20 manipulierte Außenbordmotoren und ein Motorrad im Gesamtwert von ca. 200.000 Euro beschlagnahmt werden.
Insgesamt wurden bei beiden Aktionen etwa 2.400 Sportboote, Innen- und Außenbordmotoren sowie Sportboottrailer überprüft. Neben gestohlenem Nautikgut wurde auch ein Mann festgenommen, der eine Motoryacht für den Drogenschmuggel nutzte. Er befindet sich nun in Haft und die Yacht wurde beschlagnahmt.
Kriminelle nutzen Boote zunehmend für Drogenschmuggel und Menschenschmuggel. Ein Vorfall während der JAD Mobile 8 zeigt, wie skrupellos die Täter vorgehen: Ein Patrouillenboot der portugiesischen Polizei versuchte, ein verdächtiges Boot mit Drogen zu stoppen. Die Täter rammten das Polizeiboot, wobei mehrere Beamte schwer verletzt wurden.
Bei der diesjährigen europaweiten Operation JAD Mobile 8 wurden neben Booten und Außenbordmotoren auch 694 gestohlene Fahrzeuge, 445 entwendete Fahrzeugteile, 12 Tonnen Drogen und 24 Schusswaffen sichergestellt.
Zusätzliche Informationen:
Die gemeinsamen europäischen Fahndungsaktionen, die im Rahmen der EMPACT-Sicherheitsinitiative der EU-Kommission durchgeführt werden, konzentrieren sich auf die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität wie Menschenhandel, Schleusung, Drogenschmuggel, Dokumentenfälschung und Kfz-Kriminalität. Die Europäische Union hat einen Politikzyklus eingeführt, um die Bekämpfung schwerer internationaler und organisierter Kriminalität zu verbessern. Die Bekämpfung der organisierten Eigentumskriminalität ist eine Priorität, bei der das LKA BW in Deutschland führend ist.
Das KBK wurde 2001 gegründet und koordiniert im Auftrag des LKA BW die Fahndung nach gestohlenen Sportbooten, Außenbordmotoren und Sportboottrailern – alles begehrte Diebesgüter. Bisher konnten mit Beteiligung des KBK gestohlene Boote, Motoren und Trailer im Wert von über 56 Millionen Euro in Europa und Übersee sichergestellt werden. Das KBK arbeitet eng mit Frontex und Europol zusammen.
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Baden-Württemberg für 2022/2023
Die Drogenraten in Baden-Württemberg sind zwischen 2022 und 2023 leicht gesunken. Im Jahr 2022 wurden 40049 Fälle erfasst, während es im Jahr 2023 nur noch 37873 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle ging ebenfalls von 36787 auf 34877 zurück. Die Anzahl der Verdächtigen verringerte sich von 32420 auf 30714, wobei die Anzahl der männlichen Verdächtigen mit 26963 höher war als die der weiblichen Verdächtigen mit 3751. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 10727 auf 11419 an. Im Vergleich dazu verzeichnete die Region Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Drogenfällen in Deutschland mit 73917 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 40.049 | 37.873 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 36.787 | 34.877 |
| Anzahl der Verdächtigen | 32.420 | 30.714 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 28.389 | 26.963 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 4.031 | 3.751 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 10.727 | 11.419 |
Quelle: Bundeskriminalamt








