Vier junge Männer sitzen in Untersuchungshaft, nachdem sie einen Mann überfallen und ausgeraubt haben. Sie müssen sich wegen schweren Raubes vor Gericht verantworten.
Haftbefehle nach Raubüberfall in Konstanz

Singen, Lkr. Konstanz (ost)
Weil sie in dringendem Verdacht stehen, in der Nacht auf Montag einen Mann in der Münchriedstraße überfallen und ausgeraubt zu haben, sitzen vier junge Männer seit Dienstagnachmittag in Untersuchungshaft.
Gegen drei Uhr verabredeten sich vier junge Männer im Alter zwischen 19 und 23 Jahren auf dem Parkplatz eines Discounters, wo sie anschließend vereinbarten einen 29-jährigen Bekannten, bei dem sie einen größeren Geldbetrag und hochwertigen Schmuck vermuteten, „abzuzocken“ und dazu einen Raub vorzutäuschen.
In der Folge holten die beiden 21-Jährigen ihren „Freund“ unter einem Vorwand mit dem Auto ab, während die zwei anderen bei der Münchriedhalle auf sie warteten.
Als die drei wenig später an der Halle ankamen und aus dem Auto ausgestiegen waren, täuschte der 23-Jährige, der mittlerweile mit einer Sturmhaube maskiert war, wie vereinbart unter Vorhalten einer Schreckschusswaffe einen Raubüberfall vor. Daraufhin versuchten der 29-Jährige – der das mitgeführte Bargeld zuvor noch in der Mittelkonsole des Autos versteckt hatte – und seine beiden „Freunde“ zurück in den Wagen zu springen und zu flüchten. Der andauernden Drohung jedoch schließlich nachgebend, verließ der 29-Jährige den Wagen erneut, woraufhin einer der 21-Jährigen plötzlich Gas gab und samt seinem gleichaltrigen Begleiter und dem Bargeld von der Örtlichkeit flüchtete.
Die beiden anderen Tatverdächtigen nahmen dem 29-Jährigen noch einen Zugangschip für ein angemietetes Zimmer und sein Mobiltelefon ab, ehe sie ebenfalls davonrannten. Die Schreckschusswaffe und einen Baseballschläger versteckten sie in einem Gebüsch, das Handy warfen sie in die Aach.
Kurz darauf trafen sich die vier Tatverdächtigen an der Wohnung des 26-Jährigen, um dort noch eine hochwertige Uhr zu erbeuten, die der Mann bei dem „Überfall“ wider Erwarten nicht bei sich trug.
Währenddessen lief der 29-Jährige in Richtung Innenstadt und verständigte die Polizei.
Bei der Sachverhaltsaufnahme – etwa eine halbe Stunde später – erkannte der 29-Jährige den plötzlich vorbeifahrenden, durch die vier Tatverdächtigen zuvor benutzten Kleinwagen wieder.
Nach kurzer Verfolgung konnte der Wagen durch die Beamten gestoppt, und die vier Männer vorläufig festgenommen werden. Neben der bereits aufgeteilten Beute konnte bei ihnen eine hochwertige Uhr, sowie bei der anschließenden Suche auch die genutzten Waffen im Gebüsch aufgefunden und sichergestellt werden.
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen beantragte die das Ermittlungsverfahren leitende Staatsanwaltschaft Konstanz Haftbefehle gegen die vier jungen Männer, die nach Vorführung vor einem Haftrichter in Vollzug gesetzt wurden. Anschließend kamen die vier in verschiedene Justizvollzugsanstalten.
Sie müssen sich wegen schweren Raubes vor Gericht verantworten und voraussichtlich mit einer hohen Haftstrafe rechnen.
Im Rahmen der Folgemaßnahmen durchsuchten die Polizisten nach einem anonymen Hinweis auf richterliche Anordnung zudem die Wohnung von einem der beiden 21-Jährigen. Dabei fanden sie eine größere Menge Betäubungsmittel, Bargeld und Verpackungsmaterial auf.
Die Ermittlungen des Kriminalkommissariats Konstanz dauern indes an.
Quelle: Presseportal
Raubstatistiken in Baden-Württemberg für 2022/2023
Die Raubüberfallraten in Baden-Württemberg stiegen zwischen 2022 und 2023 leicht an. Im Jahr 2022 wurden 3042 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 bereits 3782 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 2037 auf 2518. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 2602 auf 3202, wobei der Großteil männliche Verdächtige waren. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 1313 auf 1674. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an registrierten Raubüberfällen in ganz Deutschland mit 12625 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 3.042 | 3.782 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 2.037 | 2.518 |
| Anzahl der Verdächtigen | 2.602 | 3.202 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 2.369 | 2.906 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 233 | 296 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 1.313 | 1.674 |
Quelle: Bundeskriminalamt








