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Karlsruhe: DB-Sicherheit Mitarbeiter stürzt aus fahrendem Zug

Ein Mitarbeiter der DB-Sicherheit stürzte während einer Auseinandersetzung aus einem fahrenden Regionalzug und befindet sich in kritischem Zustand.

Foto: unsplash

Karlsruhe (ost)

Gemeinsame Bekanntmachung von Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Polizeipräsidium Karlsruhe:

Im Zuge der laufenden Untersuchungen konnten mittlerweile weitere Informationen über den mutmaßlichen Verlauf einer körperlichen Auseinandersetzung erlangt werden, bei der ein Angestellter der DB-Sicherheit in der Nähe von Ettlingen-Bruchhausen aus einem fahrenden Regionalzug fiel.

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen konnte ein 36-jähriger deutscher Staatsbürger am Freitag gegen 19:30 Uhr während einer Fahrt mit dem Regionalzug 15917 von Baden-Baden nach Karlsruhe bei einer Fahrkartenkontrolle zunächst keinen gültigen Fahrschein vorzeigen. Da der offenbar betrunkene Mann sich geweigert haben soll, seine Identität gegenüber dem Zugbegleiter preiszugeben, wurden zwei weitere Mitarbeiter der DB-Sicherheit hinzugezogen.

Auch den Mitarbeitern der DB-Sicherheit soll der 36-Jährige die Angabe seiner Personalien sowie das Verlassen des Zuges verweigert und sich dabei zunehmend aggressiv verhalten haben. Es wird berichtet, dass er im Verlauf eine körperliche Auseinandersetzung mit einem 26-jährigen Mitarbeiter der DB-Sicherheit begonnen hat. Bei diesem Vorfall soll der Beschuldigte mehrmals mit den Fäusten auf den Sicherheitsmitarbeiter eingeschlagen haben. Infolge des Streits stießen die Beteiligten von innen gegen eine der Zugtüren, die dadurch beschädigt wurde und einen Spalt zwischen Tür und Boden hinterließ.

Während des Kampfes fielen die Beteiligten im Bereich der Zugtüren zu Boden. Der Sicherheitsmitarbeiter versuchte offenbar, den am Boden liegenden Beschuldigten hochzuziehen, doch dieser trat mehrmals mit den Füßen nach ihm. Durch einen dieser Tritte verlor der 26-Jährige das Gleichgewicht und stürzte mit großer Wucht gegen den unteren Teil der zuvor beschädigten Zugtür. Diese gab dem Druck nicht stand, sodass der Sicherheitsmitarbeiter etwa 900 Meter vor dem Bahnhof Ettlingen-Bruchhausen durch den entstandenen Spalt aus dem zu diesem Zeitpunkt mit rund 120 km/h fahrenden Zug fiel.

Der Verletzte befindet sich weiterhin in einem kritischen Zustand.

Der bereits vorbestrafte Beschuldigte ist in der Vergangenheit hauptsächlich wegen Gewaltverbrechen strafrechtlich in Erscheinung getreten. Die Verbüßung einer gegen ihn verhängten Freiheitsstrafe wurde derzeit zur Bewährung ausgesetzt.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe wurde der 36-Jährige am Samstagnachmittag dem zuständigen Haftrichter des Amtsgerichts Karlsruhe vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Haftbefehl wegen Körperverletzung und die Anordnung von Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten. Das Amtsgericht Karlsruhe lehnte den Haftbefehl ab und setzte den Beschuldigten auf freien Fuß.

Zur weiteren Aufklärung des Vorfalls wurde unter anderem ein technisches Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und der Kriminalpolizei Karlsruhe, die in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizeiinspektion Karlsruhe durchgeführt werden, dauern an.

Quelle: Presseportal

nf24