Die Wasserschutzpolizei warnt vor den Risiken des Betretens von Eisflächen. Einbruchgefahr, Sturzgefahr und unvorhersehbare Tragfähigkeit stellen ernste Gefahren dar.
Konstanz: Warnung vor Gefahren auf zugefrorenen Wasserflächen

Konstanz / Bodensee (ost)
Die langanhaltenden Frostperioden Anfang Januar 2026 haben dazu geführt, dass sich erste Eisdecken in verschiedenen Häfen und Uferbereichen des Bodensees gebildet haben. Besonders betroffen sind der Markelfinger Winkel sowie der Gnadensee in der Nähe von Konstanz. In der Bucht dort ist der See bereits auf einer Breite von etwa 600 Metern zugefroren. Dies hat bereits einige Passanten dazu verleitet, das Eis zu betreten und Schlittschuh zu laufen.
Während der Wintermonate führen die Beamten der Wasserschutzpolizei regelmäßig Messungen der Eisdicke an verschiedenen Stellen durch. Diese Messungen dienen ausschließlich internen Zwecken, um die allgemeine Gefahrenlage einzuschätzen. Die Polizei betont ausdrücklich, dass diese Messwerte nicht veröffentlicht werden. Da die Tragfähigkeit des Eises je nach Ort sehr unterschiedlich sein kann, soll die Veröffentlichung der Daten nicht dazu führen, dass Menschen die Flächen betreten.
In diesem Zusammenhang warnt die Wasserschutzpolizei eindringlich vor den Gefahren, die mit dem Betreten von Eisflächen verbunden sind.
Neben der Gefahr des Einbrechens, was zu Unterkühlung, Erfrierungen oder Ertrinken führen kann, wird oft auch die erhöhte Sturzgefahr auf tragenden Eisflächen unterschätzt. Natürliche Eisflächen sind nicht eben, sondern unterliegen Spannungen und Strömungen, die zu Rissen und Aufwölbungen führen können. Besonders wenn eine dünne Schneeschicht solche Gefahren verdeckt, sind sie für Passanten nicht erkennbar. Stürze auf dem harten Eis können zu schweren Verletzungen wie Knochenbrüchen oder Gehirnerschütterungen führen.
Besonders hinterlistig ist, dass die Tiefe des Wassers im Uferbereich des Gnadensees mit zunehmender Entfernung vom Ufer stetig zunimmt. Ein Einbruch birgt nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Helfer und Rettungskräfte immense Risiken. Da das Eis an den Bruchstellen meist extrem instabil ist, gestaltet sich die Rettung aus dem Wasser oft sehr schwierig. Wer unter die Eisdecke gerät, hat kaum eine Chance, sich aus eigener Kraft zu befreien.
Bislang gab es in dieser Saison keine Unfälle im Zusammenhang mit den Eisflächen, und die Wasserschutzpolizei war lediglich präventiv im Einsatz.
Grundsätzlich betritt man die Eisflächen jedoch auf eigene Gefahr, da sie nicht offiziell zugänglich sind. Jeder trägt die Verantwortung für sich selbst. Es gibt zwar kein generelles Betretungsverbot, aber das Betreten der Schilfgürtel in Naturschutzgebieten ist streng gesetzlich verboten. Auch wenn das Eis stabil aussieht, kann sich die Tragfähigkeit jederzeit ändern.
Quelle: Presseportal








