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Landkreis Ravensburg: Verkehrsunfallstatistik 2025 in Ravensburg

Die Zahl der Schwerverletzten sank um fast 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf ein neues Allzeit-Tief. Die Gesamtunfallzahl blieb nahezu unverändert, während die Leichtverletzten um 12,4 Prozent zunahmen.

Foto: Depositphotos

Landkreise Ravensburg, Sigmaringen, Bodenseekreis (ost)

+++ Gesamtunfallzahl nahezu unverändert

+++ Nochmals deutlicher Rückgang der Zahl der Schwerverletzten auf neues Allzeittief

+++ Erhebliche Anstiege bei Unfällen mit Fahrrädern sowie E-Scootern

+++ Alkohol häufige Ursache bei Fahrrad- und bei E-Scooter-Unfällen

+++ Motorradunfälle mit Verletzten angestiegen

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„Unser aller Ziel ist ein Straßenverkehr mit möglichst wenigen Getöteten oder Schwerverletzten! Diesem Ziel sind wir – zumindest in Teilen – im Jahr 2025 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ravensburg ein Stück weit nähergekommen. So ist die Zahl der Schwerverletzten nochmals deutlich gesunken, um nahezu 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, und hat damit ein neues Allzeit-Tief erreicht. Damit hat sich die Zahl der Schwerverletzten seit 2016 von 681 auf nunmehr 375 nahezu halbiert“, bilanziert Polizeipräsident Uwe Stürmer bei der Vorstellung des Verkehrssicherheitsberichts 2025 für die Landkreise Ravensburg, Sigmaringen und den Bodenseekreis. Und er ergänzt: „Damit hat sich der von uns nach dem ersten Halbjahr 2025 festgestellte negative Trend bei den Unfällen mit Schwerverletzten glücklicherweise nicht fortgesetzt“ (wir berichteten unter: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/138081/6087749). Polizeivizepräsident Björn Maurer fügt hinzu: „Trotz der teils erfreulichen Entwicklung gilt es jetzt, nicht die Hände in den Schoß zu legen. Denn Verkehrsunfälle sind kein Zufall oder Schicksal, sondern ein Großteil von ihnen wäre verhinderbar!“ Verkehrserziehung und Verkehrsprävention seien hier aus polizeilicher Sicht die Mittel der Wahl, aber: „Eine nachhaltige Verkehrssicherheitsarbeit gelingt nur im Verbund. Hier sind neben der Polizei alle Behörden, Verbände und Organisationen mit Präventionszielen gefragt! Insbesondere die Kreisverkehrswachten unterstützen unsere polizeiliche Prävention hier auf regionaler Ebene bereits sehr gut und leisten einen wertvollen Beitrag!“ Maurer präzisiert: „Wenn in der Statistik auffällt, dass fast 60 Prozent der genannten Schwerverletzten auf zwei Rädern unterwegs waren, wobei 37 Prozent mit dem Fahrrad und 23 Prozent mit dem Motorrad verunglückten, zeigt dies, dass wir unsere Präventionsbemühungen noch stärker auf Zweiradfahrer fokussieren müssen.“

Die Gesamtzahl aller Verkehrsunfälle ging im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent auf insgesamt 17.987 nur unwesentlich zurück. Gegenläufig zur Entwicklung bei den Schwerverletzten nahm die Zahl der Leichtverletzten um 12,4 Prozent zu, was zu einer Gesamtzunahme der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um 9,6 Prozent führte. Beklagenswert ist, dass die Zahl der Unfalltoten nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr nun wieder von 23 auf 31 angestiegen ist. „Auch wenn diese Zahlen insgesamt sehr niedrig sind und im Mehrjahresvergleich innerhalb der Schwankungsbreite liegen, ist jeder einzelne Mensch, der im Straßenverkehr ums Leben kommt, einer zu viel und jede Anstrengung wert, derartig fatale Unfallfolgen bestmöglich zu verhindern“, so Polizeipräsident Stürmer.

Auffällig in der Statistik für 2025 ist der abermalige Anstieg bei den Fahrradunfällen, die mit einer Steigerung von 11,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen neuen Höchststand erreicht und sogar noch über den sehr hohen Unfallzahlen mit Fahrrädern während der Corona-Zeit liegen. Auch innerhalb der Fahrradunfälle war die Zahl der Schwerverletzten rückläufig, dafür hat die Zahl der Leichtverletzten mit 18,2 Prozent nochmals deutlich zugenommen und ein neues Allzeithoch erreicht. Hier spielt insbesondere die verstärkte Nutzung von Pedelecs eine signifikante Rolle. Sorge bereitet, dass neben Fahrfehlern Alkohol zwischenzeitlich zu einer der häufigsten Ursachen für Fahrradunfälle zählt. Rund 54 Prozent aller Alkoholunfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ravensburg entfielen auf Fahrradunfälle, während Autos in Bezug auf die Unfallursache Alkohol lediglich mit rund 30 Prozent beteiligt waren.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Elektrokleinstfahrzeugen, den umgangssprachlichen E-Scootern. Dass die Zahl der Elektroroller stetig wächst, spiegelt sich auch in der Zunahme der entsprechenden Verkehrsunfälle wider, die um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zunahmen. Damit setzt sich der seit Jahren markante Aufwärtstrend weiter fort. Polizeivizepräsident Maurer stellt fest: „Dass sich seit ihrer Einführung im Jahr 2020 die Unfallzahlen bei E-Scootern mehr als verzehnfacht haben, muss aufhorchen lassen! Und Alkohol ist, ähnlich wie bei den Fahrradunfällen, auch hier eine der dominierenden Unfallursachen.“ Er ergänzt: „Es scheint, dass Verkehrsteilnehmer aus Sorge um den Verlust ihres Führerscheins offenbar das Auto eher stehenlassen und stattdessen den Heimweg in betrunkenem Zustand lieber per Fahrrad oder E-Scooter antreten. Das mag auf den ersten Blick vielleicht „gut gemeint“ sein, kann aber sehr schnell in einem Unfall mit – zumeist eigenen – Verletzungen enden und ist somit, ungeachtet der strafrechtlichen Folgen, auf keinen Fall zu empfehlen!“

Auch die Motorradunfälle mit Verletzten stiegen mit 11,3 Prozent deutlich an, wobei auch hier die Zahl der schwerverletzten Kraftradlenker zurückging, während die der Leichtverletzten dagegen stärker anstieg. Nach wie vor ist und bleibt hier die Geschwindigkeit häufigste Unfallursache.

Die Unfallstatistik zeigt auch, dass Senioren als Unfallverursacher wieder zugenommen haben, mit einem Anstieg von 7,4 Prozent bei den Verkehrsunfällen, bei denen Personen verletzt wurden. Rund 41 Prozent der Unfälle, in die Senioren verwickelt waren, waren Fahrradunfälle.

Eine besorgniserregende Entwicklung gab es bei den Schulwegunfällen. Trotz insgesamt geringer Fallzahlen stieg deren Zahl von 34 im Jahr 2024 auf 61 in 2025 deutlich an. Derzeit ist hierfür keine plausible Ursache erkennbar. „Es bleibt abzuwarten, ob es sich hier um eine Verkettung unglücklicher Umstände oder den Beginn eines negativen Trends handelt“, sagt Polizeipräsident Stürmer. Und weiter: „Der Beginn der Schulzeit bedeutet für viele Kinder auch den Startpunkt hin zur Selbständigkeit im Straßenverkehr. Daher legen wir großen Wert auf die von unseren Dienststellen durchgeführten Schulwegtrainings, um die Jüngsten an die Herausforderungen in der Verkehrswelt heranzuführen. Und auch die Fahrradausbildungen unseres Präventionsreferats setzen diesen Weg der altersgerechten Verkehrserziehung fort.“ Inwieweit die Problematik der sogenannten Elterntaxis bei den Schulwegunfällen ebenfalls eine Rolle spielen könnte, wird man noch genauer betrachten müssen.

Abschließend ist in Bezug auf die Teillegalisierung von Cannabis festzustellen, dass sich – wie von Fachleuten im Vorfeld prognostiziert – negative Auswirkungen statistisch belegen lassen. „Wenig überraschend ist, dass im Rahmen der Verkehrsüberwachung ein deutlicher Anstieg der festgestellten Verstöße von rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und von annähernd 40 Prozent im Vergleich zu den Jahren vor der Legalisierung verzeichnet wurde“, ordnet Polizeivizepräsident Maurer die Zahlen ein. Und weiter: „Dies dürfte auf eine zunehmende Verbreitung des Rauschmittels hindeuten, wobei von den Konsumenten augenscheinlich die Auswirkungen auf die Teilnahme am Straßenverkehr unterschätzt oder schlicht ignoriert werden. Es ist daher unabdingbar, dass wir auch zukünftig hier ein Augenmerk auf die Überprüfung der Fahrtüchtigkeit legen – dies im Sinne und zum Schutz aller Verkehrsteilnehmenden, die sich an die Regeln halten.“

„Insgesamt zeigt die Unfallstatistik, dass wir im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ravensburg, was schwere Verletzungsfolgen betrifft, auf einem durchaus positiven Weg sind, es aber gleichwohl noch viele Ansätze gibt, um die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern“, fasst Polizeipräsident Stürmer zusammen. Und schließt: „Wir dürfen daher nicht nachlassen, vonseiten der Polizei durch zielgruppenorientierte Prävention und Aufklärungsarbeit, aber auch durch konsequente Sanktionierung hier unsere bereits umfangreichen Anstrengungen abermals zu intensivieren. Gemeinsam mit unseren Partnern gilt es, weiter nach Lösungen zu suchen, um die Zahl der Unfälle und vor allem die Zahl der Toten und Schwerverletzten noch weiter zu reduzieren und dadurch ein möglichst sicheres Verkehrsumfeld für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu schaffen.“

Das Polizeipräsidium Ravensburg veröffentlicht jährlich die statistische Entwicklung der aktuellen Verkehrsunfalllage unter https://ppravensburg.polizei-bw.de/polizeipraesidium-ravensburg/statistiken/. Hier werden unterschiedliche Unfallkategorien mit den zugehörigen Verkehrsbeteiligungen und Unfallursachen sowie regionale Unterschiede dargestellt und in Vergleichstabellen mit den Werten der Vorjahre verständlich und objektiv nachvollziehbar ausgewiesen.

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Verkehrsunfällen in Baden-Württemberg für 2023

Die Verkehrsunfallstatistik für Baden-Württemberg im Jahr 2023 zeigt insgesamt 306644 Unfälle. Davon waren 33630 Unfälle mit Personenschaden, was 10.97% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 10355 Fälle aus, was 3.38% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 1733 Fällen registriert, was 0.57% aller Unfälle ausmacht. Die übrigen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 260926 Fälle, was 85.09% entspricht. Innerorts ereigneten sich 25663 Unfälle (8.37%), außerorts (ohne Autobahnen) 13562 Unfälle (4.42%) und auf Autobahnen 3369 Unfälle (1.1%). Insgesamt gab es 369 Getötete, 6139 Schwerverletzte und 36086 Leichtverletzte.

2023
Verkehrsunfälle insgesamt 306.644
Unfälle mit Personenschaden 33.630
Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden 10.355
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel 1.733
Übrige Sachschadensunfälle 260.926
Ortslage – innerorts 25.663
Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) 13.562
Ortslage – auf Autobahnen 3.369
Getötete 369
Schwerverletzte 6.139
Leichtverletzte 36.086

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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