Die Polizei arbeitet mit französischen Behörden zusammen, um grenzüberschreitende Kriminalität zu bekämpfen. Am 21. Mai 2026 fanden koordinierte Kontrollen in der Grenzregion statt.
Offenburg: Grenzüberschreitende Sicherheitskontrolle

Mittelbaden/Bas Rhin (ost)
Die enge und intensiv gelebte Zusammenarbeit des Polizeipräsidiums Offenburg mit der Gendarmerie Nationale und der Police Nationale basiert auf einer beidseitig seit langem bestehenden Kooperation. Weil Tätergruppierungen keine Grenzen kennen, ist es das ausgewiesene Ziel die öffentliche Sicherheit auf beiden Seiten der deutsch-französischen Grenze zu stärken und grenzüberschreitende Kriminalität nachhaltig zu bekämpfen.
Die Police Nationale, die Gendarmerie Nationale und das Polizeipräsidium Offenburg zeigen gemeinsam klare Kante bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität. Am Donnerstag, 21. Mai 2026, fanden zahlreich koordinierte Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen in der Grenzregion statt, um die polizeiliche Arbeit auf beiden Rheinseiten sichtbar zu stärken.
Bei den umfangreichen Kontrollmaßnahmen, unter anderem an der B3 in Rastatt, an der B3 in Lahr-Mietersheim und in der Schwarzwaldstraße sowie am Flughafen Karlsruhe-Baden-Baden, kamen an den rund ein Dutzend Kontrollstellen sowohl deutsche Einsatzkräfte auf französischem Territorium, als auch umgekehrt zum Einsatz. Mobile Fahndungskräfte, sowohl offen, als auch verdeckt, rundeten das Maßnahmenpaket ab.
Schwerpunkt der Kontrollen war die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität. Hierzu zählen insbesondere Eigentumsdelikte, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Schleusungsdelikte sowie die Fahndung nach gesuchten Personen. Darüber hinaus sollten potenzielle Täterstrukturen und mögliche Transportwege erkannt werden, um diese in künftige polizeiliche Arbeit einfließen lassen zu können.
Im Rauschgiftbereich legten Beamte der Kriminal- und der Schutzpolizei mit offenen und verdeckten Maßnahmen insbesondere ein Augenmerk auf Betäubungsmittelverstöße im Zusammenhang mit Kokain. Kokain stellt derzeit in zunehmendem Maße ein Problem dar, weil deren Konsum in der Mitte der Gesellschaft mit all ihren Begleiterscheinungen und Auswirkungen angekommen ist. Eine hohe Verfügbarkeit und sinkende Preise begünstigen den Handel und Konsum der Droge, was ein entschlossenes Eingreifen der Sicherheitspartner dringend notwendig macht. Auch wenn bei der Kontrollaktion grundsätzlich nicht der Fund großer Rauschgiftmengen erwartet wurde, sollten die Maßnahmen den Kontrolldruck auf grenzüberschreitend agierende Tätergruppierungen erhöhen und dazu beitragen, das Dunkelfeld aufzuhellen sowie Erkenntnisse über Täterstrukturen zu generieren.
Am Flughafen Karlsruhe-Baden-Baden intensivierten Polizeibeamtinnen und -beamte zusammen mit Kräften des Zolls und der Bundespolizei die Einreisekontrollen, legten ihren Fokus aber ebenso auf mögliche Rauschgiftverstöße.
Auf deutscher Seite wurden die Einsatzmaßnahmen durch Kräfte des Polizeipräsidiums Einsatz unterstützt. Die Spezialisten der deutsch-französischen Wasserschutzpolizei in Kehl nahmen dabei die internationale Transportroute des Schifffahrtsverkehrs auf dem Rhein unter die Lupe. Die Besatzung eines Polizeihubschraubers stand den Einsatzkräften am Boden für Aufklärungs-, Fahndungs- und Verfolgungsaufgaben zur Verfügung.
Seitens der Bundesbehörden waren Beamtinnen und Beamte des Zoll und der Bundespolizei bei verschiedenen Maßnahmen zum Einsatz. Die gemeinsame Durchführung solcher Kontrollen unterstreicht die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der deutschen und französischen Sicherheitsbehörden und bekräftigen deren Handlungsfähigkeit. Der regelmäßige Austausch von Informationen sowie gemeinsame Einsätze leisten hierbei einen entscheidenden Beitrag für eine wirksame Kriminalitätsbekämpfung.
Am Donnerstag wurden auf deutscher Seite durch rund 200 Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums Offenburg und des Polizeipräsidiums Einsatz in Zusammenarbeit mit dem Zoll, der Bundespolizei und den benachbarten französischen Behörden der Gendarmerie Nationale und Police Nationale Kontrollstellen und mobilen Kontrollen im Bereich aller neun Polizeireviere durchgeführt. Dabei wurden rund 770 Fahrzeuge, über 1 000 Personen und 450 Dokumente genauer überprüft.
Neun Verstöße gegen das Waffengesetz – unter anderem die Sicherstellung einer scharfen Schusswaffe -, zwölf ausländerrechtliche Verstöße und eine illegale Einreise, fünf zollrechtliche Vorgänge, acht Fahren ohne Fahrerlaubnis oder fehlender Versicherungsschutz wurden dabei festgestellt. Ebenfalls wurden je zwei Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz und das Prostituiertenschutzgesetz festgestellt. 36 verschiedengelagerte, meist verkehrsrechtliche Ordnungswidrigkeiten wie Kinderbeförderung ohne Sicherung oder mangelhafte Ladungssicherung mussten ebenfalls geahndet werden. An einer Kontrollstelle wurde eine durch Justitia mit Haftbefehl gesuchte Person festgestellt, die nach Zahlung des ausstehenden Geldbetrags auf freien Fuß entlassen werden konnte.
Im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität wurden vier Ermittlungsverfahren wegen Besitzes diverser Betäubungsmittel eingeleitet, zehn Fahrten unter Drogeneinfluss geahndet und einmal Handel mit Betäubungsmitteln festgestellt. Bei den Maßnahmen wurden Heroin, Haschisch und Marihuana, mehrere Plomben Kokain und Ecstasy-Tabletten aufgefunden.
Die Gendarmerie Nationale und Police Nationale überprüften bei ihren Kontrollen auf der französischen Seite der gemeinsamen Kontrollaktion rund 1 400 Fahrzeuge und rund 1 750 Personen. Mehrere verkehrsrechtliche Verstöße, aber auch drei Ermittlungsvorgänge wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln sowie drei Fahrten unter Alkohol- beziehungsweise Betäubungsmitteleinfluss waren zu verzeichnen. Bei zwei Feststellungen von illegalem Aufenthalt endete dies für eine Person in polizeilichem Gewahrsam.
„Die deutsch/französische polizeiliche Zusammenarbeit wächst Stück für Stück. Gegenseitige Information und Kommunikation sind bereits hervorragend. Jetzt haben wir im operativen Bereich ein Zeichen gesetzt. Mit mehreren hundert Einsatzbeamtinnen und -beamten haben wir eine richtig große Kontrollaktion initiiert. In dieser Größenordnung haben wir noch keine Kontrollaktion gemeinsam durchgeführt. Nach unseren Erfahrungen machen potenzielle Straftäter nicht an der Grenze halt.“ konstatierten Général Durandt von der Gendarmerie National GGD67, Contrôleur Général Hayet von der Police Nationale DIPN67 und Polizeipräsident Jürgen Rieger vom Polizeipräsidium Offenburg unisono.
/rs
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Baden-Württemberg für 2022/2023
Die Drogenraten in Baden-Württemberg zwischen 2022 und 2023 sind rückläufig. Im Jahr 2022 wurden 40.049 Fälle erfasst, während es im Jahr 2023 nur noch 37.873 waren. Die Anzahl der gelösten Fälle ging ebenfalls von 36.787 auf 34.877 zurück. Die Anzahl der Verdächtigen sank von 32.420 auf 30.714, wobei die Anzahl der männlichen Verdächtigen von 28.389 auf 26.963 und die Anzahl der weiblichen Verdächtigen von 4.031 auf 3.751 abnahm. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 10.727 auf 11.419. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 mit 73.917 die meisten erfassten Drogenfälle in Deutschland.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 40.049 | 37.873 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 36.787 | 34.877 |
| Anzahl der Verdächtigen | 32.420 | 30.714 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 28.389 | 26.963 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 4.031 | 3.751 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 10.727 | 11.419 |
Quelle: Bundeskriminalamt








