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Polizeiliche Kriminalstatistik Stuttgart 2025

Die Aufklärungsquote steigt auf 66,9 Prozent, während die Messerverbotszone die schweren Straftaten halbiert.

Foto: unsplash

Stuttgart (ost)

Im Jahr 2025 ist die Gesamtkriminalität in der Landeshauptstadt leicht auf 53.894 Straftaten gesunken, was das zweite Jahr in Folge ist. Gleichzeitig verzeichnet das Polizeipräsidium Stuttgart einen bemerkenswerten Erfolg bei der Strafverfolgung: Die Aufklärungsquote erreichte 66,9 Prozent und liegt damit nicht nur deutlich über dem Vorjahreswert, sondern auch klar über dem Landesdurchschnitt von 62,5 Prozent, was die herausragende Ermittlungsarbeit des Polizeipräsidiums Stuttgart unterstreicht. Die Zunahme der ermittelten Tatverdächtigen um + 3,0 Prozent (ohne ausländerrechtliche Verstöße sogar um + 5,6 Prozent) wird von der Polizei als klaren Erfolg gewertet. Diese gegenläufige Entwicklung zur sinkenden Gesamtkriminalität resultiert direkt aus einer verbesserten Aufklärung und bedeutet keine Verschlechterung der Sicherheitslage.

Strukturentwicklung der Tatverdächtigen

Bei den Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) stieg die Anzahl der deutschen Tatverdächtigen um + 7,7 Prozent, während die der nichtdeutschen um + 3,7 Prozent zunahm. Im Fünf-Jahres-Vergleich ist ein Rückgang bei tatverdächtigen Geflüchteten um – 3,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021 zu verzeichnen. Die meisten nichtdeutschen Tatverdächtigen stammen aus wenigen Herkunftsgruppen, wobei Personen aus der Türkei, Rumänien, der Ukraine und Syrien über ein Drittel ausmachen. Bei einer Bewertung ist jedoch auch der Gesamtanteil an der Bevölkerung zu berücksichtigen. Auffällig ist der starke Anstieg ukrainischer Tatverdächtiger, der weiterhin mit der kriegsbedingten Zuwanderung der vergangenen Jahre zusammenhängt. Die meisten anderen Nationalitäten entwickeln sich stabil oder rückläufig.

Veränderungen in der Jugendkriminalität

Während die Gesamtzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren konstant blieb, gab es Verschiebungen: Rückgänge bei Sachbeschädigungen stehen Zunahmen bei Kindern sowie im Bereich der Sexual- und Rohheitsdelikte gegenüber.

Erfolg der Waffen- und Messerverbotszone (WMVZ)

Die eingerichtete WMVZ sowie die begleitenden Maßnahmen von Polizei, Stadt und Partnern zeigen eine klare Wirkung und haben sich als äußerst effektiv erwiesen. Im Jahr 2025 sanken die schweren Straftaten unter Verwendung des Tatmittels Messer im Geltungsbereich der WMVZ auf 46 Fälle und haben sich damit fast halbiert.

Zunahme von Gewalt gegen Einsatzkräfte und digitale Kriminalität

Die Gewalt gegen Polizeibeamte stieg bei Widerstand und tätlichem Angriff um + 3,8 Prozent an (2024: 844 Fälle), was zu 343 verletzten Beamtinnen und Beamten führte (+ 14 Verletzte im Vergleich zum Vorjahr).

Zudem gewinnen Vermögens- und Fälschungsdelikte massiv an Bedeutung und machen mittlerweile rund 21 Prozent aller erfassten Straftaten aus. Treiber im Hinblick auf die entstandenen Schäden sind hier digital begangene Betrugsdelikte (Anlage- und Computerbetrug), die bei moderaten Fallzahlen extrem hohe Schadenssummen verursachen. Auch die „Digitale Gewalt“ (z.B. Cyberstalking zur Kontrolle und Einschüchterung) stellt als zunehmende Form der Gewaltkriminalität eine wachsende Herausforderung dar und wird von der Polizei Stuttgart seit diesem Jahr besonders in den Fokus genommen.

„Eine Aufklärungsquote von fast 67 Prozent ist ein herausragender Beleg für die akribische und erfolgreiche Arbeit unserer Ermittlerinnen und Ermittler“, betont der Stuttgarter Polizeipräsident Markus Eisenbraun. „Besonders freut mich die Wirksamkeit unserer Waffen- und Messerverbotszone. Die Halbierung der schweren Taten mit Messern zeigt, dass die Maßnahmen und Schwerpunktsetzungen von uns mit unseren Partnern, allen voran der Landeshauptstadt, greifen. Mit großer Sorge betrachte ich jedoch die zunehmende Gewalt gegen meine Beamtinnen und Beamten. 343 verletzte Kolleginnen und Kollegen sind ein alarmierendes Zeichen für eine wachsende Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften, der wir mit aller Konsequenz entgegentreten werden. Die zunehmenden digitalen Opferdelikte müssen wir besonders fokussieren. Hier sprechen wir bewusst von „digitaler Gewalt“, denn die Folgen für die Opfer von Deep-Fakes und anderen Straftaten können gravierend sein“, so der Polizeipräsident weiter.

Die vollständige Kriminalitätsstatistik ist unter folgendem Link im Internet abrufbar:

https://ppstuttgart.polizei-bw.de/wp-content/uploads/sites/3/2026/03/PKS-PP-Stuttgart-2025.pdf

Weitere Informationen finden Sie auf den Social Media-Kanälen der Polizei Stuttgart.

Instagram: https://www.instagram.com/polizei.bw.stuttgart/ (Polizei.BW.Stuttgart)

Facebook: https://www.facebook.com/PolizeiStuttgart (Polizei Stuttgart)

X: https://x.com/PP_Stuttgart (PP_Stuttgart)

Quelle: Presseportal

Cybercrime-Statistiken in Baden-Württemberg für 2022/2023

Die Cyberkriminalitätsraten in Baden-Württemberg stiegen zwischen 2022 und 2023 deutlich an. Im Jahr 2022 wurden 11144 Fälle registriert, wovon 4056 aufgeklärt wurden. Die Anzahl der Verdächtigen belief sich auf 3146, darunter 2153 Männer, 993 Frauen und 1119 Nicht-Deutsche. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der registrierten Fälle auf 13531, wobei 4420 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 3473, darunter 2380 Männer, 1093 Frauen und 1331 Nicht-Deutsche. Im Vergleich dazu verzeichnete die Region Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 11.144 13.531
Anzahl der aufgeklärten Fälle 4.056 4.420
Anzahl der Verdächtigen 3.146 3.473
Anzahl der männlichen Verdächtigen 2.153 2.380
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 993 1.093
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 1.119 1.331

Quelle: Bundeskriminalamt

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