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Reutlingen: Verhaftung eines deutschen Betrügers auf Mallorca

Ein 35-jähriger Deutscher wurde als führender Kopf in der Underground Economy identifiziert und auf Mallorca festgenommen. Die Festnahme erfolgte nach umfangreichen Ermittlungen und einem Europäischen Haftbefehl.

Foto: Depositphotos

Reutlingen (ost)

Nach langwierigen, umfassenden und gründlichen Untersuchungen der Polizeipräsidien Offenburg und Reutlingen unter der Leitung des Cybercrime-Zentrums Baden-Württemberg (CCZ) konnte ein 35-jähriger deutscher Staatsbürger als einer der mutmaßlich führenden Köpfe in der deutschsprachigen Underground Economy identifiziert und am 6. Mai auf Mallorca festgenommen werden, durch die spanischen Behörden im Rahmen der Rechtshilfe.

Die Festnahme erfolgte unter Beteiligung von Eurojust und in enger Zusammenarbeit mit der Fiscalía de la Comunidad Autónoma de las Illes Balears (Staatsanwaltschaft Palma de Mallorca) und der Policia Nacional in Madrid. Die Maßnahme wurde von Beamten des Cybercrime-Zentrums und der Polizeipräsidien Offenburg und Reutlingen – Kriminalpolizeidirektion Esslingen – begleitet. Grundlage der Festnahme war unter anderem ein vom Cybercrime-Zentrum erwirkter Europäischer Haftbefehl.

Der 35-jährige Deutsche, der ursprünglich aus dem Kreis Recklinghausen stammt und sich seit mehreren Jahren unter falschen Identitäten auf Mallorca versteckt hielt, wird im Verfahren des CCZ verdächtigt, banden- und gewerbsmäßigen Betrug zum Schaden von rund 1.000 deutschen Opfern begangen zu haben. Die bisher identifizierten Opfer stammen unter anderem aus Offenburg, Reutlingen, Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart. Es sind auch Opfer aus zahlreichen Landkreisen in Baden-Württemberg und allen deutschen Bundesländern betroffen.

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, zwischen März 2023 und Januar 2025 insgesamt 42 sogenannte Fakeshops im Internet betrieben zu haben. Über diese täuschend echten Online-Shops sollen Opfer Waren bestellt und den Kaufpreis im Vertrauen auf die Lieferung überwiesen haben, ohne die bestellte Ware zu erhalten. Der bisher ermittelte Gesamtschaden beläuft sich auf mindestens rund 323.000 Euro.

Nach dem Stand der Ermittlungen registrierte der Beschuldigte für jeden Shop eine eigene Domain und schaltete die jeweiligen Internetseiten frei. Als Zahlungsmethode wurde ausschließlich Vorkasse angeboten. Den Opfern wurden jeweils IBAN-Nummern ausländischer Bankkonten angezeigt, auf die der Kaufpreis überwiesen werden sollte. Die eingehenden Gelder wurden dann weitergeleitet und oft in Kryptowährungen umgewandelt, um ihre Herkunft zu verschleiern.

Der Festnahme gingen Ermittlungen der Cyber-Kriminalinspektionen aus Offenburg und Esslingen voraus. Insbesondere durch technische Ermittlungen konnte der Beschuldigte identifiziert werden.

Gleichzeitig zur Festnahme fanden Durchsuchungen in der Wohnung des festgenommenen Beschuldigten auf Mallorca sowie in mehreren Objekten in Deutschland statt. Betroffen waren neben dem 35-jährigen Verdächtigen zwei weitere Personen aus den Landkreisen Kaltenkirchen und Unna, die im Verdacht stehen, an den Taten beteiligt gewesen zu sein. Außerdem wurde die Wohnung einer Zeugin im Landkreis Mettmann durchsucht. Es wurden zahlreiche elektronische Datenträger beschlagnahmt, die ausgewertet werden. Darüber hinaus konnten bei dem Beschuldigten auf Mallorca Bitcoin im Wert von rund 314.000 Euro sichergestellt werden.

Der Beschuldigte befindet sich derzeit in Auslieferungshaft. Die weiteren Schritte, insbesondere die Überstellung in die Bundesrepublik Deutschland, sind Gegenstand laufender Abstimmungen.

Gegen den Beschuldigten besteht in einem von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität (ZIT) – und dem Bundeskriminalamt (BKA) geführten Ermittlungsverfahren ein weiterer Europäischer Haftbefehl im Zusammenhang mit dem Betrieb des Underground Economy Forums „crimenetwork“, der ebenfalls vollzogen wurde. Die Festnahme erfolgte deshalb in enger Abstimmung mit der ZIT und dem BKA (www.bustedagaincrime.network).

Quelle: Presseportal

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