Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Stuttgart: Extreme Hitze hält an

Die „Außergewöhnliche Einsatzlage“ bündelt Kräfte im Katastrophenschutz bis Mitternacht. Appell an Bürger, sich vor Hitze zu schützen und auf Aktivitäten zu verzichten.

Foto: unsplash

Stuttgart (ost)

Linderung naht laut Wetterbericht erst ab morgen – noch steht die Hitzewelle auf ihrem Höhepunkt. Deshalb appellieren die Hilfskräfte erneut eindringlich an alle, sich vor der extremen Hitze zu schützen und auf körperliche Aktivitäten zu verzichten. Auch für den heutigen Sonntag gilt in Stuttgart bis Mitternacht die „Außergewöhnliche Einsatzlage“ (AEL), um die Bürgerinnen und Bürger möglichst gut versorgen zu können. Die Untere Katastrophenschutzbehörde hat sie gestern für das Stadtgebiet ausgerufen, weil das Klinikum Stuttgart und Hilfsorganisationen im Gesundheitswesen durch die hohe Zahl von hitzebedingten Betreuungsfällen am Limit arbeiten. Die AEL ermöglicht, weitere Ressourcen des Katastrophenschutzes hinzuzuziehen. Zum Beispiel kommen nun noch mehr Krankentransportwagen zum Einsatz.

Die Zahl der Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdiensten sei durch die lange Dauer der Hitzephase und die zuletzt immer weiter steigenden Temperaturen zum Wochenende deutlich angewachsen, meldet die Integrierte Leitstelle Stuttgart, die die Branddirektion und das Deutsche Rote Kreuz betreiben. Diese betonen: „Selbst bei der hohen Schlagzahl unserer Leute benötigen wir weitere Unterstützung, um die Kräfte für diese extremen Tagen zu bündeln. Dabei hilft uns die AEL. Wir brauchen aber zudem selbstverantwortliches Handeln der Bevölkerung, damit möglichst wenige Notfälle hinzukommen.“

Zahl der Notfälle weiter gestiegen

Das Klinikum Stuttgart als Maximalversorger in der Landeshauptstadt verzeichnet weiterhin ein deutlich erhöhtes Patientenaufkommen in den Notaufnahmen auch in der Nacht. Der medizinische Vorstand, Prof. Jan Steffen Jürgensen, stellt fest: „Die Zahl der Notfälle ist weiter gestiegen und umfasst schwerste hitzebedingte Störungen mit Organversagen und neurologischen Komplikationen. Betroffen seien überwiegend – aber nicht ausschließlich – Ältere und Vulnerable mit Vorerkrankungen, die jetzt stationär intensivmedizinisch behandelt werden.“ Die Kühl- und Raumlufttechnik des Hauses sei extrem beansprucht und werde in Extraschichten stabilisiert. Gravierende Ausfälle, die andere Häuser der Maximalversorgung in Deutschland am Sonntag meldeten, gebe es glücklicherweise nicht.

Seit mehreren Tagen ist auch das Stadtgebiet Stuttgart von einer extremen Hitzewelle betroffen. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz sowie die Mitarbeitenden im Klinikum Stuttgart arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Das Wichtigste ist dabei, weitere hitzebedingte Notfälle zu vermeiden. Die Bevölkerung ist aufgerufen, die Gefahren der Hitze ernst zu nehmen, sich konsequent vor Hitze und Dehydrierung zu schützen und auf körperliche Aktivitäten zu verzichten.

Eine Übersicht über Gesundheitshinweisen, Präventionsmaßnahmen und kühlen Orten ist auf folgenden Webseiten zu finden:

Außergewöhnliche Einsatzlage für den Stadtkreis Stuttgart ausgerufen

Bereits im Regelbetrieb wurden am Samstag zusätzliche Rettungswagen und Krankentransportwagen von der Johanniter Unfallhilfe, dem DRK, dem Malteser Hilfsdienst und der Feuerwehr Stuttgart in Dienst genommen. Löschfahrzeuge der Feuerwehr unterstützten mit medizinisch ausgebildeten Einsatzkräften bei der Erstversorgung. Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr unterstützten zudem verstärkt bei Feuerwehreinsätzen.

Aufgrund der weiter stark ansteigenden Einsatzzahlen rief die Landeshauptstadt, vertreten durch die Branddirektion Stuttgart, als Untere Katastrophenschutzbehörde am Samstagabend um 18.30 Uhr eine „Außergewöhnliche Einsatzlage“ (AEL) nach dem Landeskatastrophenschutzgesetz für das Stadtgebiet aus. Bis heute Nacht 0 Uhr bleibt die AEL weiterhin in Kraft. Ab 14 Uhr werden vorerst wieder zwei Krankentransportwagen des Katastrophenschutzes zur Unterstützung eingesetzt. Die Anzahl der Fahrzeuge kann innerhalb kurzer Zeit erhöht werden. Die Fahrzeuge werden im Rahmen des Katastrophenschutzes durch die Deutsche Lebens-Rettungs Gesellschaft (DLRG), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Johanniter-Unfallhilfe (JUH) und den Malteser Hilfsdienst (MHD) mit ehrenamtlichen Einsatzkräften betrieben. Koordiniert wird der Einsatz durch die Branddirektion in enger Abstimmung mit dem Rettungsdienst und weiteren beteiligten Behörden und Organisationen.

Hinweise für die Presse

Seit Mittwoch arbeiten die Einsatzkräfte und Mitarbeitenden des Klinikums Stuttgart auf Hochtouren. Hierzu wird auf die Pressemitteilung von Samstag, 27. Juni 2026, verwiesen:

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/161590/6303481

Es wird darauf hingewiesen, dass Presserückfragen ausschließlich an das Pressetelefon unter 0711 216-73555 und 37-pressestelle@stuttgart.de – nicht an die Integrierte Leitstelle Stuttgart zu stellen sind.

Quelle: Presseportal

Karte für diesen Artikel

nf24