Im Stadtgebiet Ludwigsburg kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Ermittlungsgruppe „Residenz“ identifiziert Verdächtige im Alter von 14 bis 22 Jahren.
Stuttgart: Polizei identifiziert acht Tatverdächtige nach versuchtem Tötungsdelikt

Ludwigsburg (ost)
Im Frühling 2026 ereigneten sich in Ludwigsburg, insbesondere im Bereich des Bahnhofs, mehrere gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen zwei Gruppen von Personen. Die Auseinandersetzungen kulminierten in einem versuchten Tötungsdelikt am 08.03.2026, bei dem ein 18-jähriger Mann von zunächst unbekannten Tätern angegriffen und schwer verletzt wurde (Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110974/6231141, https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110974/6233254). Der Verletzte musste einer Notoperation unterzogen werden, konnte jedoch kurz darauf das Krankenhaus verlassen.
Um die Vorfälle aufzuklären, wurde am 16.03.2026 die Ermittlungsgruppe „Residenz“ gegründet, bestehend aus 15 Kriminalbeamten des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Monatelange und intensive Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart führten schließlich zum Erfolg:
Bislang konnten acht Verdächtige im Alter von 14 bis 22 Jahren identifiziert werden, die in verschiedenen Konstellationen an den Auseinandersetzungen beteiligt waren und denen zahlreiche Gewaltverbrechen zur Last gelegt werden. Einige der Verdächtigen haben die syrische Staatsangehörigkeit, andere haben deutsche Staatsangehörigkeit mit familiären Verbindungen in den kurdischen oder kosovarischen Raum. Vier der Verdächtigen stehen im Verdacht, am versuchten Tötungsdelikt vom 08.03.2026 in Ludwigsburg als Täter oder Teilnehmer beteiligt gewesen zu sein. Vor diesem Vorfall gab es mehrere Zusammenstöße der Gruppen im Stadtgebiet von Ludwigsburg, bei denen es zu verschiedenen Körperverletzungsdelikten kam. Die Hintergründe der Auseinandersetzungen und ein möglicher Zusammenhang mit ethnischen oder anderen Konfliktsituationen sind Gegenstand weiterer Ermittlungen.
Am 15.07.2026 wurden in den frühen Morgenstunden gleichzeitig insgesamt acht Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt, die von der Staatsanwaltschaft Stuttgart beantragt und vom Amtsgericht Stuttgart erlassen worden waren. Ziel waren die Wohnungen der acht identifizierten Verdächtigen in Ludwigsburg, Pleidelsheim und Bietigheim-Bissingen. Bei den Maßnahmen, an denen rund hundert Polizeikräfte und mehrere Staatsanwälte beteiligt waren, wurden sieben der acht Verdächtigen angetroffen und erkennungsdienstlich behandelt. Die Durchsuchungen führten zur Sicherstellung verschiedener Waffen und umfangreicher weiterer Beweismittel, die nun von der Ermittlungsgruppe ausgewertet werden. Die Ermittlungen dauern an.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Baden-Württemberg für 2022/2023
Die Mordraten in Baden-Württemberg zwischen 2022 und 2023 sind leicht angestiegen. Im Jahr 2022 wurden 315 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 bereits 338 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 304 auf 312. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 381 auf 402, wobei die meisten Verdächtigen männlich waren. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Mordfällen in Deutschland mit 470 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 315 | 338 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 304 | 312 |
| Anzahl der Verdächtigen | 381 | 402 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 345 | 363 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 36 | 39 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 165 | 211 |
Quelle: Bundeskriminalamt








