Am vergangenen Samstag war Weinheim Treffpunkt der Jugendfeuerwehren aus ganz Baden-Württemberg. Die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg führte ihre diesjährige Delegiertenversammlung in der Weinheimer Stadthalle durch.
Weinheim als Treffpunkt der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg

Weinheim (ost)
Letzten Samstag, am 19. September 2026, trafen sich die Jugendfeuerwehren aus ganz Baden-Württemberg in Weinheim. Die diesjährige Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg fand in der Weinheimer Stadthalle statt. Die Feuerwehr Weinheim organisierte die Veranstaltung und begrüßte Delegierte, Jugendliche sowie Vertreter der Jugendfeuerwehren aus Stadt und Landkreisen des Landes.
Die Feuerwehr Weinheim und ihre Jugendfeuerwehr investierten viel Zeit und Mühe in die Ausrichtung der Landesveranstaltung. Über Wochen und Monate liefen die Vorbereitungen im Hintergrund. Daniel Paradiso als Projektmanager der Feuerwehr Weinheim und Christin da Costa Guerreiro von der Geschäftsstelle der Stabsstelle Feuerwehr und Katastrophenschutz waren maßgeblich an der Organisation beteiligt. Unterstützt wurden sie von der Stadtjugendfeuerwehr Weinheim und vielen anderen Helfern der Freiwilligen Feuerwehr. Auch Stadtjugendfeuerwehrwartin Lina Albrecht und ihre Stellvertreterin Linda Metzinger waren in die Vorbereitungen und Durchführung eingebunden. Gemeinsam sorgte das Team dafür, dass die Jugendfeuerwehr Weinheim sich als guter Gastgeber für ihre Gäste aus dem ganzen Land präsentieren konnte.
Bereits am Freitagabend trafen die Landesjugendleitung und Mitarbeitende der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in Weinheim ein, um sich auf die Veranstaltung vorzubereiten. Die Feuerwehr Weinheim lud die Gäste zu einem Empfang ins Weinheimer Kerwehaus ein. Neben fachlichem Austausch hatten die Gäste die Gelegenheit, die Gastgeberstadt kennenzulernen und mehr über Weinheim als Zwei-Burgen-Stadt an der Bergstraße zu erfahren.
Am Samstag füllte sich die Stadthalle mit Delegierten und Jugendlichen aus Baden-Württemberg. Neben den verbandlichen Regularien standen Berichte der Landesjugendleitung und des Jugendforums, aktuelle Entwicklungen in der Jugendarbeit, Ehrungen, neue Ehrungsrichtlinien, das Schutzkonzept der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg sowie weitere Beschlüsse und Beratungen auf der Tagesordnung. Erster Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Andreas Buske begrüßte die Gäste im Namen der Stadt Weinheim.
Ein besonderer Schwerpunkt der Delegiertenversammlung war das Thema “Übertritt statt Austritt”. Dabei wurde eine der zentralen Herausforderungen der Jugendfeuerwehren diskutiert. Wie kann der Übergang junger Menschen von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung gelingen und wie können sie dauerhaft Teil der Feuerwehr bleiben?
Es wurden Ergebnisse einer Befragung von Jugendlichen präsentiert. Viele der befragten jungen Menschen sehen einem möglichen Wechsel in die Einsatzabteilung positiv entgegen. Gleichzeitig zeigten die Ergebnisse verschiedene Punkte auf, die den Übergang erschweren. Dazu gehören vor allem zeitliche Belastungen durch Schule, Ausbildung oder Studium sowie berufliche Verpflichtungen. Auch Unsicherheiten vor dem Einsatzdienst, zu wenig Kontakt zur Einsatzabteilung oder die Sorge vor hohen Anforderungen spielten eine Rolle. Viele Jugendliche wünschten sich zudem einen festen Ansprechpartner während des Übergangs.
Die Diskussion betonte, dass der Übergang von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung als Prozess betrachtet werden muss. Jugendfeuerwehr, Führungskräfte und Einsatzabteilungen tragen gemeinsam Verantwortung dafür, jungen Menschen Ansprechpartner zu geben, sie früh einzubeziehen und einen guten Start in den aktiven Feuerwehrdienst zu ermöglichen.
Parallel zur Delegiertenversammlung konnten Jugendliche an verschiedenen Workshops teilnehmen. Auch Ehrungen für Engagement in der Jugendfeuerwehr sowie besonderes Verhalten und Leistungen von Jugendlichen fanden statt.
Die lange Verbindung der Feuerwehr Weinheim zur Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg machte die Delegiertenversammlung 2026 zu einem besonderen Ereignis für die Feuerwehr Weinheim. Diese Verbindung reicht bis in die Zeit vor der Gründung des Landesjugendverbandes im Jahr 1973 zurück.
Die Jugendfeuerwehr Weinheim wurde bereits 1962 offiziell gegründet, nachdem die Vorbereitungen im Jahr zuvor begonnen hatten. Dieter Neitzel war einer der Mitbegründer und erster Jugendfeuerwehrwart. Damit zählt die Jugendfeuerwehr Weinheim zu den traditionsreichen Jugendfeuerwehren in Baden-Württemberg.
1972 richtete Weinheim das erste Landeszeltlager der Jugendfeuerwehren Baden-Württembergs aus. Damals kamen 235 Jugendfeuerwehrangehörige nach Weinheim. Gleichzeitig fand die dritte Verbandsversammlung der Badischen Jugendfeuerwehr statt. Hermann Franzmann aus Weinheim war Mitglied der Verhandlungskommission, die den Zusammenschluss der Jugendorganisationen aus Baden sowie Württemberg-Hohenzollern vorbereitete.
Von 1974 bis 1986 war Hermann Franzmann zwölf Jahre lang Landesjugendfeuerwehrwart der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg. Später wurde er Kommandant und Stadtbrandmeister der Feuerwehr Weinheim. Auch danach waren Weinheimer Feuerwehrangehörige auf Landesebene aktiv.
1975 war Weinheim vom 8. bis 10. August Gastgeber des sechsten Deutschen Jugendfeuerwehrtages. Auf der Wachenburg wurde das Bildungspapier der Deutschen Jugendfeuerwehr beraten und beschlossen. 1982 wurde Reinhold Albrecht aus Weinheim zum stellvertretenden Landesjugendleiter der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg gewählt. Später übernahm er auch Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit. Die verbandseigene Zeitschrift “Hydrant” hat ebenfalls Wurzeln in Weinheim.
1984 vertrat die Jugendfeuerwehr Weinheim Baden-Württemberg bei Feierlichkeiten der Deutschen Jugendfeuerwehr in Berlin. Die Weinheimer Delegation wurde dabei von Bundespräsident Richard von Weizsäcker empfangen.
Von 1986 bis 2017 engagierte sich Uwe Seehaus über drei Jahrzehnte für die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg. Er leitete unter anderem das Fachgebiet Finanzierung und betreute den HydrantShop. Nach 31 Jahren wurde er 2017 in Weinheim verabschiedet.
Auch der heutige Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach war viele Jahre bei der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg aktiv. Er unterstützte das Fachgebiet Öffentlichkeitsarbeit und war über zehn Jahre als Redakteur der verbandseigenen Zeitschrift tätig.
Bereits 2017 war Weinheim Gastgeber einer Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg. Damals kamen rund 220 Delegierte und Jugendliche ins Rolf-Engelbrecht-Haus. Mit der erneuten Ausrichtung im Jahr 2026 wurde diese langjährige Verbindung fortgesetzt.
Die Nachwuchsarbeit ist weiterhin ein fester Bestandteil der Feuerwehr Weinheim. Aktuell gehören 85 Jugendliche, darunter 26 Mädchen, der Jugendfeuerwehr an. Hinzu kommen 43 Kinder in den Kinderfeuerwehren, darunter zwölf Mädchen. Insgesamt engagieren sich 128 Kinder und Jugendliche in der Nachwuchsarbeit der Feuerwehr Weinheim. Jugendfeuerwehren gibt es in den Abteilungen Stadt, Sulzbach, Lützelsachsen-Hohensachsen, Oberflockenbach und Rippenweier.
Mit der Delegiertenversammlung endete für Daniel Paradiso, Christin da Costa Guerreiro, Stadtjugendfeuerwehrwartin Lina Albrecht, ihre Stellvertreterin Linda Metzinger und die vielen Helfer ein langwieriges Projekt. Von der organisatorischen Planung über die Vorbereitung der Veranstaltungsstätte bis zur Betreuung während der Delegiertenversammlung waren zahlreiche Aufgaben zu bewältigen.
Die Delegiertenversammlung war für die Feuerwehr Weinheim mehr als nur eine große Veranstaltung in der eigenen Stadt. Sie knüpfte an eine lange gemeinsame Geschichte mit der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg an und bot die Gelegenheit, die heutige Jugendfeuerwehr Weinheim zu präsentieren. Die vielen Beteiligten trugen dazu bei, dass Weinheim erneut als guter Gastgeber für die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg auftreten konnte.
Quelle: Presseportal








