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Wiesbaden: Deutschland im Fokus von Cyberkriminellen

Die Bedrohungslage durch Cybercrime in Deutschland bleibt hoch. Rund 335.000 Fälle wurden 2025 registriert, wobei zwei Drittel aus dem Ausland begangen wurden.

Foto: unsplash

Wiesbaden (ost)

Die Bedrohung durch Cybercrime in Deutschland bleibt auf hohem Niveau. Deutschland zählt als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt weiterhin zu den wichtigsten Angriffszielen im Cyberraum. Besonders schwere Cyberdelikte sowie Angriffe auf Unternehmen, Behörden und kritische Infrastrukturen nehmen zu. Das geschätzte Schadensvolumen für die deutsche Wirtschaft liegt bei 202,4 Milliarden Euro und entspricht damit rund 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

2025 wurden rund 335.000 Fälle von Cybercrime im engeren Sinne registriert. Etwa zwei Drittel der Taten (207.888) wurden aus dem Ausland oder von unbekannten Tatorten aus begangen. Die tatsächliche Bedrohung dürfte aufgrund eines erheblichen Dunkelfeldes deutlich höher liegen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt:

„Cyberkriminelle greifen Deutschland jeden Tag an – unsere Unternehmen, unsere Behörden und unsere Infrastruktur. Darauf geben wir eine klare Antwort: mehr Härte, mehr Befugnisse, mehr Schlagkraft für unsere Sicherheitsbehörden. Der Staat darf im digitalen Raum nicht Zuschauer sein. Wir sorgen dafür, dass unsere Ermittler technisch und rechtlich auf Augenhöhe mit den Tätern handeln und zurückschlagen können.“

BKA-Vizepräsidentin Martina Link:

„Unsere erfolgreichen Maßnahmen gegen Cybercrime zeigen, dass polizeiliches Handeln wirkt – sie dürfen jedoch nicht über die weiterhin hochdynamische Bedrohungslage im Cyberraum hinwegtäuschen. Cyberkriminelle passen ihre Methoden kontinuierlich an und erhöhen damit den Druck auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Angesichts dessen ist es von entscheidender Bedeutung, dass auch wir uns ständig weiterentwickeln. Als BKA sind wir bereit, unsere Fähigkeiten auch im Bereich der Gefahrenabwehr einzubringen, um die Sicherheit im Cyberraum zu erhöhen und die Bevölkerung zu schützen.“

Hintergrund:

Ransomware bleibt zentrale Bedrohung

2025 wurden 1.041 Ransomware-Angriffe angezeigt – ein Anstieg um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen sind Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Die durchschnittlichen Lösegeldzahlungen stiegen deutlich an, die Gesamtsumme lag bei rund 15,5 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig zahlen immer weniger Betroffene Lösegeld, was auf eine höhere Resilienz vieler Unternehmen hindeutet. Mit der internationalen „Operation Endgame“ wurden erneut wesentliche Malware-Familien, die als Einfallstor für Ransomware-Angriffe genutzt werden, unschädliche gemacht und Tatverdächtige identifiziert.

Deutlicher Anstieg von DDoS-Angriffen

Die Zahl der Überlastungsangriffe (sog. DDoS-Angriffe) stieg 2025 um 25 Prozent auf 36.706 Fälle. DDoS-Angriffe sind auch der bevorzugte Modus Operandi hacktivistischer Akteure. Eine zentrale Rolle spielte die hacktivistische Gruppierung „NoName057(16)“, die insbesondere im Zusammenhang mit der Unterstützung Deutschlands für die Ukraine Angriffe auf deutsche Einrichtungen ausführte. Besonders betroffen waren Behörden, Verwaltungen sowie Verkehrs- und Logistikunternehmen. Im Rahmen der „Operation Eastwood“ konnten Teile der Infrastruktur der Gruppierung zerschlagen und internationale Haftbefehle erwirkt werden. Auch mit der „Operation PowerOFF“ gingen Sicherheitsbehörden erfolgreich gegen sogenannte „Stresserdienste“ vor, die gezielt für Überlastungsangriffe genutzt wurden.

KI Künstliche Intelligenz verändert die Cyberbedrohungslage

KI-basierte Werkzeuge gewinnen im Bereich Cybercrime zunehmend an Bedeutung. Cyberkriminelle nutzen KI, um Angriffe schneller, gezielter und professioneller durchzuführen. Gleichzeitig eröffnen KI-Technologien neue Möglichkeiten für die IT-Sicherheit und die frühzeitige Erkennung von Schwachstellen.

Das Bundeslagebild Cybercrime und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des BKA: www.bka.de/BLBCybercrime2025

Informationen zu Schutzmaßnahmen für Unternehmen, Behörden und Verbraucherinnen und Verbraucher: www.bsi.bund.de

Kontakt zu den Zentralen Ansprechstellen Cybercrime für Unternehmen: www.polizei.de/zac

Quelle: Presseportal

Cybercrime-Statistiken in Baden-Württemberg für 2022/2023

Die Cyberkriminalitätsraten in Baden-Württemberg stiegen zwischen 2022 und 2023 deutlich an. Im Jahr 2022 wurden 11144 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 bereits 13531 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 4056 auf 4420. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 3146 im Jahr 2022 auf 3473 im Jahr 2023. Von den Verdächtigen waren 2153 männlich, 993 weiblich und 1119 nicht-deutsch. Im Vergleich dazu hatte Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von registrierten Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 11.144 13.531
Anzahl der aufgeklärten Fälle 4.056 4.420
Anzahl der Verdächtigen 3.146 3.473
Anzahl der männlichen Verdächtigen 2.153 2.380
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 993 1.093
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 1.119 1.331

Quelle: Bundeskriminalamt

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