Immer mehr Menschen zeigen sich extremistisch, während die Mehrheit Demokratie unterstützt. Neue Zahlen zu politischer Kriminalität und extremistischen Einstellungen werden vorgestellt.
Wiesbaden: Zunehmende Radikalisierung in Deutschland

Wiesbaden (ost)
Es gibt eine wachsende Offenheit gegenüber verschiedenen Varianten politisch extremistischer Ideologien in Deutschland. Gleichzeitig unterstützt die große Mehrheit der Bevölkerung die grundlegenden Prinzipien einer liberalen, rechtsstaatlichen Demokratie. Diese Informationen stammen aus dem MOTRA-Monitor 2024/25, der auf der Jahreskonferenz des MOTRA-Forschungsverbunds in Wiesbaden präsentiert wird. Der Bericht basiert auf aktuellen Erkenntnissen aus dem seit 2020 durchgeführten Radikalisierungsmonitoring.
Neue Erkenntnisse des MOTRA-Monitorings zur Radikalisierung in Deutschland
Laut dem MOTRA-Monitoring führen die vielfältigen gesellschaftlichen Krisenerscheinungen zunehmend zu Radikalisierungsformen. Die repräsentativen Umfragen von MOTRA zeigen deutliche Zunahmen verschiedener extremistischer politischer Einstellungen für den Zeitraum von 2021-2025. Zum Beispiel stieg der Anteil der Menschen, die rechtsextremen Ideologien offen gegenüberstehen, von 21,8 Prozent im Jahr 2021 auf 29,6 Prozent im Jahr 2025, insbesondere bei jüngeren Altersgruppen.
Die steigende gesellschaftliche Radikalisierung geht mit einem deutlichen Anstieg der politisch motivierten Kriminalität einher: Im Jahr 2024 wurde mit 100,7 Delikten pro 100.000 Einwohnern ein neuer Höchststand erreicht. Dieser Trend setzt sich auch 2025 fort. Insbesondere die Zahlen der polizeilich registrierten Opfer politisch motivierter, vorurteilsgeleiteter Kriminalität sind seit 2020 gestiegen (2020: 1.221 – 2024: 2.162, plus 77 Prozent). Es bleibt abzuwarten, ob dies auf die deutliche Zunahme von Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit seit 2023 zurückzuführen ist, die durch die repräsentativen Umfragen gemessen wurde: Mitte 2025 waren 7,2 Prozent der Befragten manifest antisemitisch und 28,3 Prozent manifest muslimfeindlich eingestellt.
Den Beispielen für eine zunehmende Radikalisierung steht ein wichtiger positiver Befund gegenüber: Trotz aller Krisen ist im Jahr 2025 die Mehrheit der Bevölkerung mit 85,6 Prozent positiv gegenüber den grundlegenden Prinzipien einer liberalen, rechtsstaatlichen Demokratie eingestellt. 14,4 Prozent der Befragten sind demokratiedistant. Dies ist jedoch ein leichter Rückgang im Vergleich zum bisherigen Höchststand von 16,1 Prozent im Jahr 2023. Es bleibt abzuwarten, ob dies ein früher Hinweis auf eine mögliche Entspannung des Radikalisierungsgeschehens ist. MOTRA wird dies in den kommenden Jahren genauer beobachten.
Den vollständigen MOTRA-Monitor mit weiteren Informationen zu den Ergebnissen, Erkenntnissen und den verwendeten Methoden des Radikalisierungsmonitorings finden Sie unter folgendem Link: https://www.motra.info/motra-monitor-2024-25/
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Verantwortlich für den Inhalt:
Prof. Dr. Uwe Kemmesies, MOTRA-Verbundkoordinator Bundeskriminalamt Äppelallee 45 65203 Wiesbaden
Quelle: Presseportal








