Der Bodensee kämpft mit einem alarmierend niedrigen Wasserstand, der den Betrieb von Schiffen beeinträchtigt und Badende zwingt, weit ins Wasser zu gehen. Experten warnen vor einem drohenden Negativrekord, der seit 1864 nicht mehr erreicht wurde.
Bodensee: Historischer Wasserstand sorgt für Probleme bei Touristen und Natur

Schiffe bleiben am Ufer, Wasservögel finden keine Brutplätze und Badende müssen weit ins Wasser laufen: Der Bodensee, Deutschlands größter See, hat derzeit mit einem dramatisch niedrigen Wasserstand zu kämpfen. Der Pegelstand ist so niedrig wie seit vielen Jahren nicht mehr und könnte bald einen historischen Tiefststand erreichen.
Aktuell liegt der Wasserstand am Pegel Konstanz bei etwa 305 Zentimetern, was 66 Zentimeter unter dem langjährigen Durchschnitt für diesen Tag liegt. Laut der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) wurde ein solch niedriger Stand zuletzt vor 15 Jahren registriert.
Eine Grafik aus Österreich verdeutlicht die besorgniserregende Situation: An der Bodenseemessstation Bregenz kratzt der aktuelle Wert am historischen Tiefpunkt, der seit 1864 nicht mehr erreicht wurde. Sollte sich die Lage nicht ändern, könnte bald ein Rekord fallen.
Folgen des Niedrigwassers für Touristen und Schifffahrt
Die Auswirkungen sind erheblich: Am Konstanzer Hörnle, einem beliebten Strandbad, liegt ein normalerweise unter Wasser befindlicher Steg trocken. Um ins Wasser zu gelangen, müssen Besucher bis zu 50 Meter laufen, um wenigstens bis zur Hüfte im Wasser zu stehen.
Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) hat aufgrund des niedrigen Rheinpegels den Schiffsverkehr eingeschränkt. Zudem musste das private Unternehmen Frey Meersburger Bootsbetriebe seine Anlegestelle auf der Insel Mainau verlegen. Tret- und Ruderboote können aufgrund der Verschlammung im Hafen nicht fahren, und viele Segel- und Yachthäfen sind nur zu einem Drittel ausgelastet.
Wasservögel in Gefahr
Das Niedrigwasser hat auch negative Auswirkungen auf die Wasservögel, wie Blässhühner und Haubentaucher. Diese brüten normalerweise in Gebieten, die jetzt trocken liegen, was dazu führt, dass sie auf die Paarung verzichten. Laut SWR könnte dies bedeuten, dass Haubentaucher in diesem Jahr möglicherweise nur eine Brut statt der üblichen zwei haben.
Normalerweise steigt der Wasserstand des Bodensees im Frühjahr stark an, insbesondere im Mai. In diesem Jahr fiel jedoch weniger Schnee als üblich, und auch die Niederschläge waren geringer. Eine Sprecherin der LUBW erklärte, dass diese Faktoren dazu führen, dass der Alpenrhein, der Hauptzufluss des Bodensees, derzeit unterdurchschnittlich Wasser führt.
Expertenprognosen
Die Experten der LUBW rechnen zwar mit einem leichten Anstieg des Wasserstands, da die hohen Temperaturen die Schneeschmelze kurzfristig ankurbeln könnten. Dennoch wird dieser Anstieg voraussichtlich geringer ausfallen als üblich.
Um den Wasserstand im Bodensee zu erhöhen und wieder normale Werte zu erreichen, ist es notwendig, dass es im Einzugsgebiet des Bodensees anhaltend und flächendeckend regnet. Sollte der Regen in den kommenden Tagen ausbleiben, könnte der Pegel laut SWR unter drei Meter sinken.
Quellen: t-online
Bildquelle: Carsten Steger via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)








