Die Feuerwehr München setzt auf tierische Unterstützung bei speziellen Einsätzen. Kleintiere wie Hamster, Frettchen oder Mäuse sollen im 24-Stunden-Dienst als vollwertige Teammitglieder agieren.
Feuerwehr München sucht Kleintiere

München (ost)
Mittwoch, 1. April 2026; 8 Uhr
Hauptfeuerwache
Die Feuerwehr der Hauptstadt setzt weiterhin auf Innovation. In den letzten Wochen und Monaten wurde viel über neue Rettungsfahrzeuge, Kräne oder Drohnen gesprochen und gelesen. Doch nicht immer ist eine technische Lösung die beste Wahl. Für spezielle Einsätze in beengten Situationen wird nun in einem Testprojekt auf tierische Hilfe gesetzt.
Die Idee, die Fähigkeiten von Tieren zu nutzen, ist nicht neu – Pferde, Maultiere oder Hunde leisten seit Jahrhunderten wertvolle Dienste. Was die Feuerwehr München nun macht, ist jedoch einzigartig. Inspiriert von Such- und Minenratten, die bereits in Asien und Afrika eingesetzt werden, sucht die Behörde nun Kleintiere in und um München, die bei Einsätzen unter schwierigsten Bedingungen helfen können. Neben Such- und Erkundungsaufgaben oder Probenentnahmen sollen Kleintiere auch in die psychosoziale Betreuung der Kollegen einbezogen werden.
Das Besondere dabei: Die Tiere – wie Hamster, Frettchen oder Mäuse, aber auch Exoten wie Degus – sind vollwertige Teammitglieder mit allen Rechten und Pflichten. Sie gehören jedoch nicht der Feuerwehr München, sondern verbringen ihre freie Zeit bei ihren Familien. Das sogenannte KvD (Kleintier vom Dienst) soll in Zukunft rund um die Uhr auf einer Feuerwache in Bereitschaft sein. Eine umfassende Prüfung aller Voraussetzungen und der medizinischen Eignung ist daher obligatorisch. Das Tier erhält Verpflegung, Bezahlung und alle Zulagen sowie eine Stunde Dienstsport pro Tag, Freizeitausgleich und Urlaub. Nach einem intensiven Grundkurs an der Feuerwehr- und Rettungsdienstschule München finden täglich Aus- und Fortbildungen auf der Wache statt. Das KvD wird auch mit einem Micro-Funkmeldeempfänger ausgestattet sein, um jederzeit alarmiert werden zu können. Im Rahmen der Ausbildung wird das Tier darauf trainiert, im Alarmfall das Einsatzfahrzeug eigenständig aufzusuchen und innerhalb von 90 Sekunden den Münchnern zu Hilfe zu eilen. Die Fahrt zum Einsatzort wird weiterhin von menschlichen Kollegen durchgeführt.
Es wird jedoch einen großen Unterschied geben: Eine Verbeamtung oder eine Dienstgradbezeichnung ist nach gründlicher Prüfung nicht möglich. Trotz der Bemühungen der Personalabteilung konnte dieser Wunsch nicht erfüllt werden. Die voraussichtlich kurze Dienstzeit der Tiere würde aufgrund der erforderlichen Probezeiten bei den meisten nicht ausreichen, um eine Verbeamtung auf Lebenszeit zu rechtfertigen und die Anpassung der Laufbahnbestimmungen für Beamte wäre nicht gerechtfertigt. Als Vorbild für eine mögliche Regelung sollte ursprünglich der Pinguin Sir Nils Olav dienen: Der Königspinguin, der im Zoo von Edinburgh in Schottland lebt, trägt den Dienstgrad eines Generalmajors in den norwegischen Streitkräften.
Die Tierbesitzer müssen keine besonderen Anforderungen erfüllen. Sie müssen lediglich bereit sein, das Kleintier morgens um 7 Uhr zur Feuerwache zu bringen und abends wieder abzuholen.
Eine detaillierte Beschreibung der Anforderungen an das Tier und seiner Tätigkeiten ist der Stellenausschreibung zu entnehmen.
Die Feuerwehr München freut sich auf zahlreiche Bewerbungen in den kommenden Wochen, um das Pilotprojekt bald starten zu können.
(pes)
Quelle: Presseportal








