Nach erfolgreichen internationalen Ermittlungen wurde ein Hauptbeschuldigter wegen bandenmäßigen Einschleusens nach Deutschland überführt. Grenzübergreifende Zusammenarbeit führte zum Erfolg.
Frankfurt am Main: International gesuchter Schleuser nach Deutschland überstellt

Weiden i. d. Oberpfalz (ost)
Weiden in der Oberpfalz – Ein Hauptbeschuldigter, der wegen bandenmäßigen Einschleusens gesucht wurde, wurde am Montag (20. April) nach Deutschland überführt, nachdem jahrelange internationale Ermittlungen durchgeführt wurden. Die Ermittlungen wurden von der Staatsanwaltschaft Weiden durchgeführt.
Die Staatsanwaltschaft Weiden und die Bundespolizeiinspektion Waidhaus konnten einen wichtigen Fahndungserfolg im Kampf gegen organisierte Schleuserkriminalität verzeichnen. Unter ihrer Leitung wurde ein international gesuchter Hauptbeschuldigter aus dem Libanon nach Deutschland überstellt.
Das Amtsgericht Weiden hatte bereits am 14. September 2021 Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten angeordnet. Ihm wird vorgeworfen, in 45 Fällen Ausländer bandenmäßig eingeschleust zu haben, wobei er sie lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt hat. Insgesamt soll er an der Einschleusung von 829 Personen beteiligt gewesen sein. 580 Personen konnten im Verfahren identifiziert werden. Das Amtsgericht Weiden ordnete die Untersuchungshaft gegen den Hauptbeschuldigten an, eine sogenannte „Red Notice“.
Zielfahnder der Bundespolizei hatten den Beschuldigten im Libanon aufgespürt. Durch die enge Zusammenarbeit verschiedener nationaler und internationaler Behörden konnte der Mann im August 2025 im Libanon festgenommen werden. Die Auslieferung nach Deutschland wurde persönlich vom libanesischen Staatspräsidenten Joseph Khalil Aoun genehmigt.
Am 20. April erfolgte schließlich die Überführung nach Deutschland. Zielfahnder der Bundespolizei begleiteten den Beschuldigten über den Flughafen Frankfurt am Main nach Weiden in der Oberpfalz. Dort übernahmen Beamte der Bundespolizeiinspektion Waidhaus den Mann und brachten ihn am Dienstag (21. April) vor den zuständigen Haftrichter. Dieser ordnete die Inhaftierung des Beschuldigten an.
Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Weiden in der Oberpfalz waren Ermittler der Bundespolizeiinspektion Waidhaus maßgeblich an dem Verfahren beteiligt. Sie arbeiteten eng mit nationalen und internationalen Partnerbehörden zusammen und trugen entscheidend zur Identifizierung und Zerschlagung der Täterstrukturen bei.
Dem Verfahren lag ein umfangreicher, internationaler Ermittlungskomplex zugrunde: Deutsche und rumänische Behörden hatten gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern ein weit verzweigtes Schleusernetzwerk aufgedeckt. Dieses organisierte den Transport von Migranten aus dem Nahen Osten über Südosteuropa bis nach Westeuropa – oft unter lebensgefährlichen Bedingungen in Lastkraftwagen. Insgesamt wurden rund 580 geschleuste Personen identifiziert und mehr als 30 Tatverdächtige ermittelt. Mehrere Beteiligte waren bereits in verschiedenen europäischen Staaten festgenommen und verurteilt worden.
„Der Fall hat eindrucksvoll gezeigt, dass organisierte Schleuserkriminalität nur durch konsequente internationale Zusammenarbeit wirksam bekämpft werden kann. Die erfolgte Überstellung stellt einen bedeutenden Erfolg der beteiligten Behörden dar und ist ein klares Signal der Rechtsstaatlichkeit“, erklärte Staatsanwalt Matthias Bauer von der Staatsanwaltschaft Weiden.
Die Staatsanwaltschaft Weiden war als verfahrensleitende Behörde maßgeblich für die Steuerung des Verfahrens verantwortlich und unterstrich die enge sowie vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und internationalen Partnern. Beide Behörden werden auch künftig entschlossen gegen Schleuserkriminalität vorgehen.
Quelle: Presseportal








