636 Kilogramm Kokain und zwei Schusswaffen sichergestellt, Ermittlungen seit Anfang 2025, 3 Tatverdächtige in Untersuchungshaft
Landkreis Rosenheim: Drogenfund in Wuppertal, drei Verdächtige in Haft

München /Traunstein / Wuppertal (NRW) (ost)
Gemeinsame Bekanntgabe von der Staatsanwaltschaft Traunstein und dem Zollfahndungsamt München.
Seit dem Anfang des Jahres 2025 führt die Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Traunstein zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden und organisierten Kriminalität nach dem „Traunsteiner Modell“ gemeinsam mit dem Zollfahndungsamt München ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Verdächtige wegen des Verdachts der bandenmäßigen Einfuhr und des bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Am 15. und 16.04.2026 wurden nun beim Vollzug eines von der Staatsanwaltschaft Traunstein erwirkten Haftbefehls und mehrerer Durchsuchungsbeschlüsse durch zahlreiche Beamte des Zollfahndungsamtes, des Zolls, der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes in Wuppertal ein mutmaßliches Bandenmitglied festgenommen und insgesamt 636 Kilogramm Kokain sichergestellt. Bei diesem Großeinsatz wurden zudem vor Ort zwei Männer vorläufig festgenommen, die ebenfalls dringend verdächtig sind, zu der mutmaßlichen Bande zu gehören. Gegen diese beiden Verdächtigen wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein Haftbefehle erlassen und in Vollzug gesetzt. Alle drei Verdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft.
Ermittler der Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Traunstein und Beamte des Zollfahndungsamtes München erhielten Anfang 2025 Hinweise auf eine mutmaßliche Bande, deren Mitglieder im Verdacht stehen, im großen Stil Kokain zu schmuggeln. Ende Mai 2025 fanden Beamte der bayerischen Grenzpolizei bei der Kontrolle eines mit zwei Männern besetzten Pkw auf einem Parkplatz an der Bundesautobahn 8 im Gemeindebereich Bad Feilnbach (Landkreis Rosenheim) 16,5 Kilogramm Kokain. Nach der erfolgten Sicherstellung ergaben die weiteren Ermittlungen den Verdacht, dass dieser Transport im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Bande steht, deren Mitglieder wiederholt Kokain in das Bundesgebiet einführen, um dort damit Handel zu treiben.
Gegen einen 50-jährigen Mann begründeten die Ermittlungen den dringenden Verdacht, als mutmaßliches Bandenmitglied Kokain in nicht geringer Menge über einen Rauschgiftbunker in Wuppertal weiterverkauft zu haben. Zu diesem Zweck soll der Beschuldigte Schmuggelfahrten mit Fahrzeugen organisiert haben, die mit professionell eingerichteten Verstecken präpariert waren. Gegen ihn erwirkte die Staatsanwaltschaft Traunstein beim Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Traunstein einen Haftbefehl. Außerdem ergingen neun gerichtliche Durchsuchungsbeschlüsse im Hinblick auf Objekte in Wuppertal und der näheren Umgebung, bei denen der Verdacht bestand, dass dort größere Mengen Kokain aufbewahrt und versteckt werden. Der Haftbefehl und die Durchsuchungsbeschlüsse wurden am 15. und 16.04.2026 durch Kräfte des Zollfahndungsamtes München, Sachgebiet zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität, bei einem sorgfältig geplanten und genau koordinierten Großeinsatz unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein durchgeführt. Bei der Durchsuchung einer Gewerbeimmobilie in Wuppertal entdeckten Kräfte des Zolls hinter einer doppelten Wand ein Rauschgiftdepot mit 636 Kilogramm Kokain, das neben zwei gefundenen teilgeladenen scharfen Schusswaffen sichergestellt werden konnte. Der mit Haftbefehl gesuchte 50-jährige Verdächtige konnte festgenommen werden. Im Zusammenhang mit den Durchsuchungen entwickelte sich darüber hinaus gegen zwei Männer im Alter von 33 und 39 Jahren der dringende Verdacht, Mitglieder der mutmaßlichen Bande zu sein. Die beiden Verdächtigen wurden vor Ort vorläufig festgenommen und dem Ermittlungsrichter vorgeführt, da die Staatsanwaltschaft Traunstein auch gegen diese jeweils Haftantrag gestellt hat.
Anlässlich der Vorführung der Verdächtigen bestätigte der Ermittlungsrichter den Haftbefehl gegen den 50-Jährigen, erließ antragsgemäß die Haftbefehle gegen die beiden weiteren Verdächtigen und setzte alle drei Haftbefehle in Vollzug. Die Verdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Der Generalstaatsanwalt in München, Andreas Wimmer, zu dessen Bezirk die Staatsanwaltschaft Traunstein gehört, äußert sich dazu:
„Es zeigt sich erneut, dass die Gründung der Spezialabteilung zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden und organisierten Kriminalität bei der Staatsanwaltschaft Traunstein ein wichtiger und richtiger Schritt war. Sie erzielt durch die hohe Fachkompetenz, die Spezialisierung und den überobligatorischen Arbeitseinsatz regelmäßig – wie hier erneut – große Erfolge. Das „Traunsteiner Modell“ zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden und organisierten Kriminalität hat sich als echtes Erfolgsmodell erwiesen. Daher wurden zwischenzeitlich bei allen bayerischen Grenzstaatsanwaltschaften entsprechende Abteilungen eingerichtet. Die Bekämpfung der organisierten Kriminalität erfordert aufwendige und zeitintensive Ermittlungen. Der große Drogenfund zeigt, dass durch ein konzertiertes Vorgehen der Ermittlungsbehörden effektive Erfolge erzielt werden können. Strukturermittlungen sollten daher grenzüberschreitend intensiviert und ausgebaut werden.“
Der Leiter des Zollkriminalamtes Dr. Tino Igelmann fügt hinzu:
„Die unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein geführten Ermittlungen verdeutlichen, dass nur mit umfassenden zeit- und personalintensiven Strukturermittlungen gegen international tätige Gruppierungen vorgegangen werden kann. Im Rahmen der akribischen Ermittlungen konnten die Ermittlerinnen und Ermittler im Bundesgebiet einen Rauschgiftbunker aufspüren, dabei über 600 Kilogramm Kokain sicherstellen, die Tatbeteiligten identifizieren und festnehmen. Der deutsche Zollfahndungsdienst mit seiner bundesweiten Zuständigkeit nimmt die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität mit großer Expertise und Engagement wahr, denn es gilt nicht nur Rauschgift sicherzustellen, sondern gerade auch die Tätergruppierungen und deren Netzwerke zu zerschlagen.“
An dem Großeinsatz waren rund 130 Beamte des Zollfahndungsamtes München, des Zollkriminalamtes, der Hauptzollämter Duisburg, Düsseldorf und Köln, der Bundespolizeiabteilung Hünfeld (BFE+)* und des Bundeskriminalamtes beteiligt.
*Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft
Hintergrund:
Das sogenannte „Traunsteiner Modell“ zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden und organisierten Kriminalität wurde 2018 bei der Staatsanwaltschaft Traunstein und in den Folgejahren nach und nach bei allen grenznahen bayerischen Staatsanwaltschaften eingeführt. Die jeweiligen Spezialabteilungen arbeiten bei der Verfolgung von international agierenden Schleuserbanden, Drogen- und Waffenhändlern nicht nur eng mit den ausländischen Polizei- und Justizbehörden zusammen, sondern auch mit Eurojust und Europol. Ziel ist es, durch eine Spezialisierung, Intensivierung und Koordinierung internationaler Ermittlungen erfolgreich Strukturermittlungen zur Ergreifung und Überführung der Hintermänner durchzuführen.
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Bayern für 2022/2023
Die Drogenraten in Bayern zwischen 2022 und 2023 zeigen einen leichten Anstieg. Im Jahr 2022 wurden 50012 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 50746 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle blieb jedoch relativ konstant, mit 46698 im Jahr 2022 und 46959 im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen ging von 41572 im Jahr 2022 auf 40924 im Jahr 2023 zurück. Unter den Verdächtigen waren 35704 Männer und 5868 Frauen im Jahr 2022, während es im Jahr 2023 35301 Männer und 5623 Frauen waren. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 13630 im Jahr 2022 auf 15083 im Jahr 2023. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Drogenfällen in Deutschland mit 73917 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 50.012 | 50.746 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 46.698 | 46.959 |
| Anzahl der Verdächtigen | 41.572 | 40.924 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 35.704 | 35.301 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 5.868 | 5.623 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 13.630 | 15.083 |
Quelle: Bundeskriminalamt








