Mit 400 Zöllnern wurden 76 Objekte in 9 Bundesländern durchsucht, Verdacht auf Millionenbetrug, Beschuldigter in Untersuchungshaft.
Landshut: Großeinsatz wegen Betrugs zu Lasten der Sozialkassen

Landshut (ost)
Mit einer großen Anzahl von etwa 400 Zollbeamten hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit heute früh im Rahmen der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) mit dem Namen „Nibelungen“ 95 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und insgesamt 76 Objekte in Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen, Brandenburg und Bremen durchsucht.
Neben den Wohnsitzen und Unternehmen der Verdächtigen erstreckte sich der Einsatz auch auf Auftraggeber oder sogenannte Serviceunternehmen, die in das betrügerische Modell verwickelt sein sollen.
Die landesweite Aktion ist das Ergebnis intensiver monatelanger Ermittlungen des Hauptzollamts Landshut im Auftrag der Staatsanwaltschaft Landshut. Der Landshuter Zoll wurde bei der Durchführung von mehreren Zollbeamten anderer Hauptzollämter und der Steuerfahndung Berlin unterstützt.
Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen sechs männliche serbische Staatsbürger und eine männliche Person unbekannter Staatsangehörigkeit im Alter von 25 bis 54 Jahren aus der Baubranche wegen des Verdachts des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und Beihilfe dazu. Die Verdächtigen werden beschuldigt, Abdeckrechnungen von Scheinfirmen genutzt oder erstellt zu haben, um Sozialversicherungsbeiträge zu hinterziehen.
Nach dem aktuellen Ermittlungsstand entstand ein Schaden von mindestens 1,3 Millionen Euro für die Sozialkassen.
Das Geschäftsmodell bestand darin, falsche Belege zu kaufen und zu verkaufen, wie z.B. Rechnungen für Leistungen, die gegen Zahlung einer Provision tatsächlich nicht erbracht wurden. Ziel dieses Kaufs und Verkaufs von Schein- und Abdeckrechnungen war es, einen Geldkreislauf zu schaffen, um Schwarzlohnzahlungen an Arbeitnehmer zu ermöglichen und dadurch Sozialabgaben und Steuern zu sparen. Die Arbeitnehmer der Rechnungskäufer werden meist nicht oder nur mit einem geringeren Gehalt zur Sozialversicherung angemeldet.
Im Rahmen der Maßnahmen wurden Geschäftsunterlagen, Datenträger und Mobiltelefone sichergestellt, die im Verlauf der noch laufenden Ermittlungen ausgewertet werden.
Außerdem wurden erste Zeugenbefragungen durchgeführt.
Gegen einen Verdächtigen wurde ein Haftbefehl des Amtsgerichts Landshut vollstreckt. Ein Beschuldigter befindet sich in Untersuchungshaft.
Als sogenannte Zufallsfunde wurden gefälschte Ausweispapiere und verbotene Gegenstände sichergestellt.
Außerdem wurden mehrere Arbeitnehmer ohne gültige Aufenthaltstitel festgestellt.
Zusätzliche Informationen:
Eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) wird vorübergehend eingerichtet, wenn komplexe Situationen nicht mehr durch eine Allgemeine Aufbauorganisation (AAO) bewältigt werden können. Gründe dafür können eine besondere Gefährdungslage, ein hoher Personalbedarf, die Einsatzdauer oder auch der Bedarf nach einer einheitlichen Führung bei vielen unterschiedlichen Zuständigkeiten sein.
Ausblick
Um Interessierten einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Aufgabenbereiche des Zolls zu ermöglichen, veranstaltet das Hauptzollamt Landshut am 12. September 2026 in Altdorf einen Zollinfotag – Karriere mit Tag der offenen Tür – „Wir sind der Zoll“. Besucher haben die Möglichkeit, die vielfältigen Tätigkeiten sowie die unterschiedlichen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten beim Zoll kennenzulernen.
Anmeldung per E-Mail unter zollinfotag.hza-landshut@zoll.bund.de möglich!
Quelle: Presseportal








