Drei Tatverdächtige nach intensiven Ermittlungen festgenommen. Jugendlicher und zwei Heranwachsende in Haft.
Nürnberg: Bewaffneter Überfall auf Autofahrer
Nürnberg (ost)
Wie berichtet wurde in Meldung 666 am 29.06.2025, dass am 28.06.2025 ein 69-jähriger Autofahrer im Stadtteil St. Leonhard in Nürnberg von unbekannten Tätern überfallen und geflohen wurde. Nach intensiven Ermittlungen konnte das Fachkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth drei dringend Tatverdächtige identifizieren und festnehmen. Gegen einen Jugendlichen und zwei Heranwachsende wurden Haftbefehle erlassen.
Der 69-Jährige war gegen 19:50 Uhr in der Marie-Beeg-Straße unterwegs. Als er kurz anhielt, näherten sich zwei Unbekannte, öffneten eine Autotür, bedrohten den 69-Jährigen mit einer Schusswaffe und einer der Verdächtigen feuerte einen Schuss ab. Danach stahlen die Täter Gegenstände (Haschischplatten) aus dem Kofferraum des Autos und flüchteten.
Der Schuss aus der PTB-Waffe traf den Mann in der rechten Schläfe. Er erlitt eine Verletzung am rechten Auge und wurde nach der Erstbehandlung vor Ort ins Krankenhaus gebracht.
Die sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen mit einem Hubschrauber und einem Diensthundeführer verliefen erfolglos.
Umfangreiche Ermittlungen des Fachkommissariats für Raubdelikte des Kriminalfachdezernats 2 der Nürnberger Kriminalpolizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth führten zunächst zur Identifizierung von zwei dringend Tatverdächtigen. Es handelte sich um einen 19-jährigen aus Roth und einen 20-jährigen aus Schwanstetten. Beide wurden am 29.07.2025 festgenommen. Bei Durchsuchungen ihrer Wohnungen konnten Beweismittel sichergestellt werden, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten.
Bei den Durchsuchungen ergaben sich Hinweise auf einen dritten Tatverdächtigen, einen 17-jährigen aus Hilpoltstein. Auch bei ihm wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft eine Durchsuchung durchgeführt. Dabei fanden die Ermittler eine PTB-Waffe, mutmaßliche Tatkleidung und das mutmaßliche Raubgut. Ob es sich bei der Waffe um die Tatwaffe handelt, wird noch ermittelt.
Die Staatsanwaltschaft stellte Haftantrag gegen die drei Verdächtigen. Sie wurden am gestrigen Mittwoch (30.07.2025) dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der gegen alle drei Haftbefehle wegen besonders schweren Raubes erließ. Die Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft. Ermittlungen zur Herkunft des Raubguts (Haschischplatten) werden gesondert geführt.
Verfasst von: Janine Mendel / bl
Quelle: Presseportal
Raubstatistiken in Bayern für 2022/2023
Die Raubüberfallraten in Bayern zwischen 2022 und 2023 stiegen leicht an. Im Jahr 2022 wurden 2361 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 bereits 2771 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 1722 im Jahr 2022 auf 2061 im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 2275 im Jahr 2022 auf 2743 im Jahr 2023. Davon waren 2023 männlich und 252 weiblich. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg ebenfalls von 1040 im Jahr 2022 auf 1355 im Jahr 2023. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an registrierten Raubüberfällen in Deutschland mit 12625 Fällen.
2022 | 2023 | |
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Anzahl erfasste Fälle | 2.361 | 2.771 |
Anzahl der aufgeklärten Fälle | 1.722 | 2.061 |
Anzahl der Verdächtigen | 2.275 | 2.743 |
Anzahl der männlichen Verdächtigen | 2.023 | 2.461 |
Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 252 | 282 |
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 1.040 | 1.355 |
Quelle: Bundeskriminalamt
Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Bayern für 2022/2023
Die Mordraten in Bayern zwischen 2022 und 2023 sind leicht angestiegen. Im Jahr 2022 wurden 403 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 420 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 380 auf 405. Die Anzahl der Verdächtigen blieb mit 448 relativ konstant, wobei die Mehrheit männliche Verdächtige waren. Im Vergleich dazu wurden in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die meisten Mordfälle in Deutschland verzeichnet – insgesamt 470.
2022 | 2023 | |
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Anzahl erfasste Fälle | 403 | 420 |
Anzahl der aufgeklärten Fälle | 380 | 405 |
Anzahl der Verdächtigen | 449 | 448 |
Anzahl der männlichen Verdächtigen | 370 | 390 |
Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 79 | 58 |
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 185 | 185 |
Quelle: Bundeskriminalamt