Die Augsburger Polizei bestätigte Verdachtsmomente auf Betäubungsmittelhandel. 263 Personen wurden kontrolliert und mehrere Strafverfahren eingeleitet.
Polizeieinsatz in Augsburger Club

Augsburg (ost)
Unter Bezugnahme auf die Pressemitteilung Nr. 0173 vom 02.02.2026 übermitteln wir hiermit zusätzliche Informationen:
PP Schwaben Nord – Gegen Ende des Jahres 2024 erhielt die Polizei in Augsburg anonyme Hinweise darauf, dass in einem Club in der Augsburger Innenstadt Drogen offen konsumiert und gehandelt wurden. Die Verdachtsmomente wurden nach intensiven polizeilichen Ermittlungen bestätigt. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Augsburg wurden entsprechende Durchsuchungsbeschlüsse beim Amtsgericht Augsburg erwirkt. Basierend auf den polizeilichen Vorermittlungen, der erwarteten Anzahl von Gästen und den drei zu durchsuchenden Objekten – teilweise über mehrere Stockwerke – war ein angepasster Kräfteansatz erforderlich. Etwa 100 Polizeibeamte waren an dem betreffenden Club beteiligt, von insgesamt 200 Einsatzkräften. Besonders bei Kontroll- und Durchsuchungsmaßnahmen werden Unterziehhauben aus Gründen des Identitätsschutzes und der Eigensicherung eingesetzt. Aus polizeilicher Sicht ist ein schnelles und unerwartetes Eindringen in die relevanten Räumlichkeiten entscheidend, um Beweismittel zu sichern. Dadurch soll verhindert werden, dass Beweismittel vernichtet werden oder Personen nicht identifiziert werden können. Dies trägt auch dazu bei, Straftäter von unbeteiligten Personen klar zu unterscheiden, da gezielte Maßnahmen gegen Einzelpersonen ergriffen werden können. Gegebenenfalls ist auch die sofortige Öffnung von Türen unter Verwendung technischer Hilfsmittel erforderlich. Der Geschäftsführer wurde bei Betreten des Clubs umgehend mündlich über den Durchsuchungsbeschluss informiert und belehrt. Am Ende der Maßnahme wurde der schriftliche Durchsuchungsbeschluss dem Verantwortlichen gegen Unterschrift ausgehändigt. Gleichzeitig wurden alle Anwesenden im Club über den Zweck der Maßnahme und das weitere Vorgehen per Lautsprecher informiert. Nach Abschluss der jeweiligen Maßnahme erhielt jeder Betroffene eine schriftliche Rechtsbelehrung. Im Club wurden insgesamt 263 Personen angetroffen, darunter zwei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. Obwohl die Polizei schnell in die Räumlichkeiten des Clubs eindrang, fanden die Beamten insgesamt eine mittlere zweistellige Anzahl nicht zuzuordnender Betäubungsmittel in allen Stockwerken. Die Betäubungsmittel wurden sowohl im öffentlichen Bereich als auch in Bereichen gefunden, die nur autorisierten Personen zugänglich sind. Um 21:30 Uhr begannen die Polizeibeamten mit den Kontrollen der Personen gemäß dem PAG. Es wurde eine klare Priorisierung befolgt. Zuerst wurden die beiden Jugendlichen kontrolliert, dann die anderen Personen, die sich im Außenbereich aufhielten. Personen mit körperlichen Beschwerden wurden ebenfalls priorisiert behandelt. Die ersten Betroffenen verließen die Örtlichkeit bereits um 21:39 Uhr, darunter die beiden Jugendlichen, die ihren Angehörigen übergeben wurden. Die letzte kontrollierte Person konnte um 23:53 Uhr den Ort verlassen. Personen, die kontrolliert wurden, durften jederzeit die Toilette aufsuchen. Die Durchsuchungen der Personen fanden in unmittelbarer Nähe des Clubs statt. Die Polizei hatte mehrere beheizte und blickdichte Zelte aufgebaut. Die Kleidung und mitgeführten Gegenstände der meisten Personen wurden durchsucht. Bei einigen Personen war eine Entkleidung erforderlich, um mögliche versteckte Betäubungsmittel zu finden. Während der erweiterten Durchsuchung wurden bei einigen Personen am Körper getragene Betäubungsmittel entdeckt. Diese Art der Durchsuchung wurde bei Personen durchgeführt, bei denen bereits Betäubungsmittel gefunden wurden oder bei denen das Verhalten den Besitz von Betäubungsmitteln vermuten ließ. Um 01:45 Uhr war die polizeiliche Kontroll- und Durchsuchungsaktion abgeschlossen. Es wurden mehrere Strafverfahren wegen des Besitzes oder Handels mit Betäubungsmitteln eingeleitet, teilweise in nicht geringen Mengen. Ein bestehender Haftbefehl aufgrund eines Verbrechens nach dem BtMG wurde vollstreckt und die Person inhaftiert. 15 weitere Personen wurden vorläufig festgenommen und nach Abschluss der ersten strafrechtlichen Maßnahmen vor Ort entlassen. Während der Maßnahmen im Club kam es zu Widerstandshandlungen und einem tätlichen Angriff gegen die Polizei. Die beiden beteiligten Personen wurden vorübergehend festgenommen und nach Abschluss der Maßnahmen vor Ort freigelassen. Vor dem Club fand eine grundsätzlich friedliche Spontanversammlung mit etwa 90 Teilnehmern statt. Einige Teilnehmer äußerten dabei polizeifeindliche und beleidigende Äußerungen. Die Polizei leitete ein entsprechendes Strafverfahren ein. Während der gesamten Kontroll- und Durchsuchungsaktion gab es keine Verletzungen oder den Wunsch nach anderer Betreuung seitens der betroffenen Personen.
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Bayern für 2022/2023
Die Drogenraten in Bayern zwischen 2022 und 2023 sind im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen, wo im Jahr 2023 die meisten Drogenfälle in Deutschland mit 73917 aufgezeichnet wurden, etwas niedriger. Im Jahr 2022 wurden in Bayern 50012 Fälle erfasst, wovon 46698 gelöst wurden. Es gab insgesamt 41572 Verdächtige, darunter 35704 Männer, 5868 Frauen und 13630 Nicht-Deutsche. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der erfassten Fälle auf 50746, wobei 46959 gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen sank auf 40924, darunter 35301 Männer, 5623 Frauen und 15083 Nicht-Deutsche.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 50.012 | 50.746 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 46.698 | 46.959 |
| Anzahl der Verdächtigen | 41.572 | 40.924 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 35.704 | 35.301 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 5.868 | 5.623 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 13.630 | 15.083 |
Quelle: Bundeskriminalamt








