Der BDK betont die Bedeutung einer realitätsnahen Sicherheitspolitik und warnt vor punktuellen Einzelmaßnahmen.
Berlin: BDK fordert klare politische Prioritäten

Berlin (ost)
Anlässlich der 20. Berliner Sicherheitsgespräche (BSG) hat der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) konkrete politische Konsequenzen aus der aktuellen Sicherheitslage eingefordert. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Sicherheitsbehörden, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien diskutierten über die wachsenden Herausforderungen für die Innere Sicherheit in Deutschland und Europa.
Im Zentrum der Diskussion stand die zunehmende Professionalisierung, Internationalisierung und Digitalisierung sicherheitsrelevanter Bedrohungen. Kriminalität, Cybercrime, organisierte Täterstrukturen und hybride Einflussoperationen agieren arbeitsteilig über Ländergrenzen hinweg und nutzen digitale Infrastrukturen sowie globale Finanzströme oft schneller, als staatliche Strukturen darauf reagieren können.
Der BDK fordert vor diesem Hintergrund klare politische Prioritäten:
Der Bundesvorsitzende des BDK, Dirk Peglow, betonte die Bedeutung einer realitätsnahen Sicherheitspolitik:
„Innere Sicherheit entscheidet sich nicht in Strategiepapieren oder Ankündigungen, sondern im Alltag der Ermittlungsarbeit. Wenn Politik Sicherheit erwartet, muss sie Sicherheit auch ermöglichen.“
Peglow warnte davor, die wachsende Komplexität der Sicherheitslage mit punktuellen Einzelmaßnahmen beantworten zu wollen:
„Wir erleben keine Abfolge einzelner Krisen, sondern eine strukturelle Verdichtung von Bedrohungen. Darauf kann der Staat nur reagieren, wenn Strukturen, Befugnisse und Ressourcen zusammenpassen.“
Besonders kritisch sieht der BDK die Diskrepanz zwischen politischen Erwartungen und operativer Realität:
„Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten hochprofessionell, rechtsstaatlich und unter enormem Druck. Was sie brauchen, sind verlässliche rechtliche Grundlagen, moderne Technik und ausreichend Personal – nicht ständig neue Aufträge ohne die notwendigen Mittel.“
Zugleich hob Peglow die Bedeutung eines kontinuierlichen sicherheitspolitischen Dialogs hervor:
„Die Berliner Sicherheitsgespräche zeigen seit 20 Jahren, wie wichtig der Austausch zwischen Praxis, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist. Innere Sicherheit ist keine Spezialmaterie einzelner Behörden, sondern eine gesamtstaatliche Aufgabe.“
An der Podiumsdiskussion beteiligten sich Helge Limburg, Mitglied des Deutschen Bundestages und rechtspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Diehl, Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung, sowie Dr. Wolfgang Zink (PricewaterhouseCoopers) und Dr. Ganen Sethupathy (Sopra Steria).
Unterstützt wurden die 20. Berliner Sicherheitsgespräche von den Kooperationspartnern PricewaterhouseCoopers und Sopra Steria, die ihre Expertise sowohl in die Vorbereitung als auch in die fachliche Diskussion eingebracht haben.
Mit den Berliner Sicherheitsgesprächen setzt der BDK den sicherheitspolitischen Dialog fort – mit dem Anspruch, Innere Sicherheit wirksam, rechtsstaatlich und zukunftsfähig zu gestalten.
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Berlin für 2022/2023
Die Cyberkriminalitätsraten in der Region Berlin in Deutschland zeigen einen leichten Rückgang zwischen 2022 und 2023. Im Jahr 2022 wurden 22500 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 22125 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle ging ebenfalls von 4215 auf 4040 zurück. Die Anzahl der Verdächtigen sank von 2290 im Jahr 2022 auf 2259 im Jahr 2023. Von den Verdächtigen waren 1615 männlich und 675 weiblich im Jahr 2022, während es im Jahr 2023 1605 männliche und 654 weibliche Verdächtige gab. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen verringerte sich von 906 auf 861. Im Vergleich zu der Region in Deutschland mit den meisten registrierten Fällen von Cyberkriminalität im Jahr 2023 – 22125 – zeigt die Region Berlin eine ähnliche Anzahl von Fällen, jedoch mit einer etwas niedrigeren Anzahl von gelösten Fällen und Verdächtigen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 22.500 | 22.125 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 4.215 | 4.040 |
| Anzahl der Verdächtigen | 2.290 | 2.259 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 1.615 | 1.605 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 675 | 654 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 906 | 861 |
Quelle: Bundeskriminalamt








