Lesen Sie in unserem Live-Ticker die aktuellen Polizei- und Feuerwehrmeldungen aus Berlin/Brandenburg vom 06.08.2026
Berlin/Brandenburg: Aktuelle Blaulichtmeldungen am 06.08.2026

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BDK: BDK zum Drohnenvorfall in Leipzig: Bei der Drohnenabwehr muss Deutschland jetzt entscheidend vorankommen
Berlin (ost)
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter bewertet den Fund einer offenbar mit einer Sprengvorrich-tung versehenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle als äußerst schwerwiegenden Sicherheitsvorfall.
Der BDK-Bundesvorsitzende Dirk Peglow:
"Der Vorfall zeigt, dass Drohnen längst nicht mehr nur eine abstrakte Gefahr darstellen. Sie kön-nen zur Ausspähung, zur Sabotage oder als Träger von Sprengmitteln eingesetzt werden. Wenn ein entsprechend präpariertes Fluggerät in den Sicherheitsbereich eines bedeutenden Flugha-fens gelangt, ist das ein unübersehbares Warnsignal."
Vor Spekulationen über mögliche Täter, Auftraggeber oder Motive warnt der BDK ausdrücklich. Die Ermittlungen müssten nun klären, woher die Drohne kam, wie sie gesteuert wurde und welches Ziel möglicherweise verfolgt wurde.
"Ausdrücklich hervorheben möchte ich die hochprofessionelle Arbeit aller eingesetzten Kräfte. Die sächsische Polizei, das Landeskriminalamt Sachsen und die Spezialkräfte der Bundespolizei haben in einer äußerst unübersichtlichen und potenziell hochgefährlichen Lage eng und professionell zusammengearbeitet. Die Untersuchung und Sicherung der mit einer Sprengvorrichtung versehenen Drohne erforderte höchste fachliche Kompetenz und ein besonders umsichtiges Vorgehen. Den beteiligten Kolleginnen und Kollegen gilt dafür unser ausdrücklicher Dank und unsere uneingeschränkte Anerkennung."
Die Einrichtung des gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums von Bund und Ländern war aus Sicht des BDK ein erster und sehr wichtiger Schritt. Sie verbessert das gemeinsame Lagebild, die behördenübergreifende Bewertung von Gefahren und die Zusammenarbeit der beteiligten Stel-len.
"Diese Entscheidung war richtig. Aber ein Drohnenabwehrzentrum allein wehrt noch keine Drohne ab. Entscheidend ist, ob die zuständigen Kräfte vor Ort ein Fluggerät rechtzeitig erkennen, identifizieren und im Ernstfall tatsächlich stoppen können", so Peglow.
Der Handlungsdruck ist erheblich. Im Jahr 2025 wurden bundesweit mehr als 1.200 verdächtige Drohnensichtungen registriert. Das sind rechnerisch mehr als drei Vorfälle pro Tag. Hinzu kommen zahlreiche Behinderungen des Luftverkehrs durch unbemannte Fluggeräte.
Peglow weiter:
"Wir können es uns angesichts dieser Entwicklung nicht mehr leisten, dass wir zwar über die Gefahren sprechen, den zuständigen Behörden aber nicht überall die notwendigen technischen, finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten zur Verfügung stellen. Die Bedrohung entwickelt sich schneller als unsere Abwehrfähigkeit. Das müssen wir dringend ändern."
Der BDK fordert deshalb eine bundesweite Überprüfung und Weiterentwicklung der Schutzkonzepte für Flughäfen, militärische Einrichtungen, Energieanlagen, Häfen und weitere Bereiche der kritischen Infrastruktur. Erforderlich sind moderne Detektions- und Abwehrsysteme, ausreichend spezialisiertes Personal, kontinuierliche Aus- und Fortbildung sowie dauerhaft gesicherte finanzielle Mittel.
Zugleich müssen die Rechtsgrundlagen eindeutig regeln, welche Behörde in welcher Lage zuständig ist und welche technischen oder erforderlichenfalls auch physischen Abwehrmaßnahmen eingesetzt werden dürfen. Gerade bei einer möglicherweise bewaffneten Drohne bleiben häufig nur wenige Minuten, um die Lage zu bewerten und eine Entscheidung zu treffen.
"Wir brauchen keine jahrelangen Zuständigkeitsdebatten. Wir brauchen klare Entscheidungswege, rechtssichere Befugnisse und einsatzfähige Technik. Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort müssen wissen, wer entscheidet, wer handelt und mit welchen Mitteln eine gefährliche Drohne abgewehrt werden kann", erklärt Peglow.
Der Vorfall in Leipzig müsse als Auftrag verstanden werden, den bereits eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen und die bestehenden Strukturen schnell in tatsächliche Einsatzfähigkeit zu überführen.
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