Das Bundeslagebild Cybercrime 2025 des Bundeskriminalamts zeigt erneut die zentrale Bedrohungslage. Ransomware-Angriffe verdeutlichen die Verletzlichkeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft im digitalen Raum.
Berlin: Deutschland im Fokus professioneller Cyberkriminalität

Berlin (ost)
Das aktuelle Bundeslagebild Cybercrime 2025 des Bundeskriminalamts zeigt erneut: Cyberkriminalität gehört zu den zentralen Herausforderungen der Inneren Sicherheit. Die Bedrohungslage bleibt hochdynamisch, international vernetzt und zunehmend professionell organisiert.
Besonders Ransomware-Angriffe auf Unternehmen, Kommunen, Behörden und Kritische Infrastrukturen machen deutlich, wie verletzlich Staat, Wirtschaft und Gesellschaft im digitalen Raum sind. Zugleich verschwimmen die Grenzen zwischen Cybercrime, Organisierter Kriminalität und geopolitisch motivierten Angriffen immer stärker.
Dazu erklärt Dirk Peglow, Bundesvorsitzender des Bund Deutscher Kriminalbeamter:
„Cyberkriminalität entwickelt sich mit enormer Geschwindigkeit weiter. Täter agieren international, arbeitsteilig und technologisch hochprofessionell. Demgegenüber stehen Sicherheitsbehörden, die vielerorts noch immer mit begrenzten technischen Möglichkeiten, komplexen Zuständigkeiten und langwierigen Verfahren arbeiten müssen.“
Der BDK fordert deshalb eine konsequente Modernisierung der Sicherheitsbehörden. Notwendig sind moderne digitale Analyse- und Ermittlungsplattformen, KI-gestützte Auswertung, schnellere internationale Zusammenarbeit, bessere Rahmenbedingungen für IT-Fachkräfte und eine dauerhafte Priorisierung der Cybercrime-Bekämpfung.
„Cybercrime kann nicht mit den Strukturen und technischen Möglichkeiten von gestern bekämpft werden. Wir brauchen eine Sicherheitsarchitektur, die mit der Geschwindigkeit und Professionalität der Täter Schritt hält“, so Peglow.
Dazu gehören aus Sicht des BDK auch klare, rechtssichere und praxistaugliche Eingriffsbefugnisse. Diese müssen nicht nur beim Bund, sondern im Bereich der Gefahrenabwehr auch in den Polizeigesetzen der Länder verankert werden.
„Cyberabwehr darf nicht erst beginnen, wenn der Schaden bereits eingetreten ist. Gerade bei Angriffen auf Kritische Infrastrukturen, Verwaltungen oder Unternehmen müssen Sicherheitsbehörden frühzeitig, koordiniert und rechtssicher handeln können“, erklärt Peglow.
Das Bundeslagebild Cybercrime 2025 zeigt damit erneut: Digitale Sicherheit ist eine Kernfrage moderner Innerer Sicherheit und muss gesamtstaatlich priorisiert werden.
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Berlin für 2022/2023
Die Cyberkriminalitätsraten in der Region Berlin in Deutschland zeigen einen rückläufigen Trend zwischen 2022 und 2023. Im Jahr 2022 wurden 22.500 Fälle von Cyberkriminalität registriert, während es im Jahr 2023 nur noch 22.125 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle ging ebenfalls von 4.215 auf 4.040 zurück. Die Anzahl der Verdächtigen sank von 2.290 im Jahr 2022 auf 2.259 im Jahr 2023. Dabei waren 1.615 männliche und 675 weibliche Verdächtige, wobei 906 nicht-deutsche Verdächtige waren. Im Vergleich dazu verzeichnete die Region mit den meisten gemeldeten Fällen von Cyberkriminalität in Deutschland im Jahr 2023 insgesamt 22.125 Fälle.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 22.500 | 22.125 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 4.215 | 4.040 |
| Anzahl der Verdächtigen | 2.290 | 2.259 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 1.615 | 1.605 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 675 | 654 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 906 | 861 |
Quelle: Bundeskriminalamt








