Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Boot kentert 139 Menschen kommen ums Leben, darunter 15 Kinder

„Dies ist ein verheerender Verlust an Menschenleben“, äußerte sich Alexandre Coissac, der Leiter der IOM-Mission in Dschibuti, tief betroffen über das jüngste Bootsunglück vor der Küste des Landes.

Artikel hören

Auf dem Weg nach Jemen: Mindestens 139 Tote bei Bootsunglück vor Dschibuti
Bildquelle: yucar studios auf Unsplash

„Dies ist ein verheerender Verlust an Menschenleben“, äußerte sich Alexandre Coissac, der Leiter der IOM-Mission in Dschibuti, tief betroffen über das jüngste Bootsunglück vor der Küste des Landes. Bei der Tragödie, die sich in der Nacht zum Freitag ereignete, kamen nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 139 Menschen ums Leben, darunter 15 Kinder. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) stuft dieses Ereignis als eine der schwersten Katastrophen auf der Migrationsroute der letzten Jahre ein.

Das gekenterte Schiff war auf dem Weg von Dschibuti in den Jemen, als es nördlich der Hafenstadt Obock sank. Die IOM teilte mit, dass sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 305 Personen an Bord befanden. Während 82 Menschen das Schiffsunglück überlebten – laut UN-Angaben allesamt äthiopische Staatsangehörige –, werden noch 84 Passagiere vermisst. Die Suche nach weiteren Opfern und möglichen Überlebenden dauert an, wie die Küstenwache von Dschibuti mitteilte.

Gefährliche Überfahrt und die Rolle Dschibutis

Die Unglücksstelle liegt auf einer der gefährlichsten Migrationsrouten weltweit. Das Schiff beabsichtigte, die Meerenge Bab al-Mandab zu überqueren, um einen jemenitischen Hafen zu erreichen. Eine offizielle Stellungnahme der äthiopischen Regierung in Addis Abeba zu dem Vorfall steht noch aus.

Dschibuti dient als zentraler Ausgangspunkt der sogenannten östlichen Migrationsroute. Hier warten viele Migranten, insbesondere aus Äthiopien und Somalia, in der Hafenstadt Obock, nachdem sie oft einen beschwerlichen Weg durch die Wüste zurückgelegt haben. Sie hoffen, von Schleppern Plätze auf Fischerbooten zu erhalten, um die Überfahrt auf die Arabische Halbinsel anzutreten. Ihr Ziel sind Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Oman, wo sie auf Arbeit und eine stabilere Zukunft hoffen.

Appell für sichere Migrationswege

Angesichts der wiederholten Tragödien forderte IOM-Generaldirektorin Amy Pope die Schaffung sicherer und legaler Zugangswege für Migranten. Sie betonte in einer Stellungnahme:

„Niemand steigt in ein solches Boot, wenn er nicht glaubt, dass es keinen anderen sicheren Weg gibt.“

Pope appellierte eindringlich an Regierungen und Geldgeber, unverzüglich zu handeln, um weitere Todesfälle zu verhindern. Sie hob hervor, dass solche Katastrophen nicht länger als Normalität hingenommen werden dürfen und ein grundlegendes Umdenken erforderlich sei. IOM-Teams sind gemeinsam mit den örtlichen Behörden vor Ort, um Nothilfe zu leisten und die Überlebenden sowie die Familien der Opfer zu unterstützen.

Steigende Opferzahlen und zusätzliche Risiken

Die IOM hatte kurz vor dem Unglück berichtet, dass innerhalb von nur drei Wochen mehr als 20.000 Migranten aus Äthiopien in Dschibuti angekommen waren. Die anhaltenden Kämpfe in der äthiopischen Region Tigray und die drohende Eskalation zu einem weiteren Bürgerkrieg könnten die Migrationsbewegungen zusätzlich verstärken.

Coissac unterstrich, dass diese Tragödie eine eindringliche Erinnerung an die erheblichen Gefahren darstellt, denen Migranten auf diesem Korridor auf der Suche nach wirtschaftlichen Chancen ausgesetzt sind. Die Risiken beschränken sich nicht nur auf die gefährliche Überfahrt über das Meer. Migranten, die den Jemen erreichen, sind dort zusätzlichen Gefahren wie Gewalt, willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen, Ausbeutung und Menschenhandel ausgesetzt, was ihre ohnehin prekäre Situation weiter verschärft.

Tausende Tote auf der Migrationsroute

Das IOM-Projekt „Missing Migrants“ dokumentiert die alarmierende Zunahme der Opferzahlen. Im Jahr 2025 kamen mehr als 900 Migranten auf dieser Route ums Leben oder gelten als vermisst. Gleichzeitig stieg die Zahl der Menschen, die sich auf diesen gefährlichen Weg begaben, um 18 Prozent. Ein weiteres Schiffsunglück im März 2026 führte zum Tod von neun Menschen, während 45 weitere als vermisst gemeldet wurden. Seit 2025 sind somit bereits mehr als tausend Todesfälle auf dieser gefährlichen Route zu beklagen, was die Dringlichkeit internationaler Maßnahmen zur Sicherung von Migrationswegen und zur Bekämpfung von Schleuserkriminalität unterstreicht.


Quellen: n-tv, PNP

Bildquelle: Bildquelle: yucar studios auf Unsplash

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

Karte für diesen Artikel

TS