Ein viertägiger Marsch zur Erinnerung an den Todesmarsch der Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg, begleitet von Fachvorträgen und musikalischen Veranstaltungen.
Gedenkmarsch 2025: Strecken und Programm
Bremen (ost)
„Steps to remember“: Unter diesem Motto findet vom 24. bis 27. April 2025 der Gedenkmarsch vom Mahnmal am Denkort Bunker Valentin in Bremen bis zur Gedenkstätte Lager Sandbostel statt. Er erinnert an den Todesmarsch der Zwangsarbeiter in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs, als die SS die Konzentrations- und Vernichtungslager angesichts der heranrückenden Alliierten nach und nach auflöste. 80 Jahre nach den Fußmärschen von mehr als 9.500 Häftlingen wird der Weg des „Todesmarsches“ erneut beschritten – diesmal als ein Marsch der Hoffnung, des Gedenkens und der Gemeinschaft. Denn mit dem Marsch möchten die örtlichen Polizeien zusammen mit vielen weiteren Organisatoren ein kraftvolles Zeichen für eine aktive Erinnerungskultur an die Ereignisse „direkt vor der Haustür“ setzen. Unter dem Motto #geschichteerlaufen sind alle Menschen eingeladen, sich an der mehrtätigen Veranstaltung zu beteiligen. Der Marsch gliedert sich in vier Streckenabschnitte, begleitet von einem umfassend gestalteten Rahmenprogramm.
Los geht es mit einer Auftaktveranstaltung am Mittwoch, den 23. April 2025, um 18:30 Uhr im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus in Bremen-Vegesack. Renate Sonnenberg von der Friedensschule Bremen zeigt eine Bilddokumentation zu den Gedenkmärschen 1985 und 1990. Außerdem gibt es eine Lesung von Zeitzeugenberichten des Todesmarsches 1945 vom Zentrum für Performance Studies der Universität Bremen. Erster Streckenabschnitt am 24. April 2025: Bremen-Farge – Hagen Am Donnerstag, den 24. April 2025, starten die Teilnehmenden gegen 9 Uhr am Mahnmal des Denkort Bunker Valentin nach einer Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt Bremen, Andreas Bovenschulte. Auf der 25 Kilometer langen Strecke bis Hagen im Bremischen werden in Schwanewede, Meyenburg und Uthlede Verpflegungs- und Trinkpausen eingelegt. In Hagen im Bremischen startet in der Burg zu Hagen ab 19 Uhr die Abendveranstaltung unter musikalischer Einstimmung der Schülerinnen und Schüler des Musikleistungskurses der Geschwister Scholl Schule Bremerhaven. Zudem hält Prof. Oltmer von der Universität Osnabrück einen Fachvortrag zum Thema „Gewaltbedingte Migration – Was ist das?“.
Zweiter Streckenabschnitt am 25. April 2025: Hagen – Beverstedt Am Freitag, den 25. April 2025, startet der Gedenkmarsch gegen 10 Uhr am Rathaus in Hagen im Bremischen. Auf der 17 Kilometer langen Strecke in Richtung Beverstedt besteht die Möglichkeit einer Führung von Rabbi Jona Simon und Bodo Riethmüller über den jüdischen Friedhof in Hagen. Männer müssen bei dem Besuch eine Kopfbedeckung tragen. Die Pausenpunkte des zweiten Abschnitts befinden sich in Bramstedt und Bokel. Der Heimatverein Bokel bietet während der Pause in der Grundschule Bokel eine Audiopräsentation zu „12 Jahre Dorfgeschichte – Spurensuche in Bokel“ an. Schülerinnen und Schüler der Oberschule Beverstedt halten für Interessierte an der Gedenkstele in Stubben kurze Lesungen. Auf dem jüdischen Friedhof in Beverstedt bietet der Rabbi ebenfalls eine Führung an (Männer müssen bei dem Besuch eine Kopfbedeckung tragen). Bei der Gedenkstele an der Fabian- und Sebastian-Kirche lesen Schülerinnen und Schüler der Oberschule aus „Gedanken zum Todesmarsch 1945“. Anschließend findet in der Kirche eine Lesung über die Lebensgeschichte von Julias Brumsack mit musikalischer Begleitung statt. Um 19 Uhr gibt es in der Feldhofhalle in Beverstedt ein Konzert mit den Bands Meilentaucher und Someday Jakob.
Dritter Streckenabschnitt am 26. April 2025: Beverstedt – Oerel Am Samstag, den 26. April 2025, startet der Gedenkmarsch um 10 Uhr am Rathaus Beverstedt und führt über etwa 20 Kilometer nach Oerel. Unterwegs gibt es Pausen in Kirchwistedt, Volkmarst und Basdahl. In Volkmarst wird eine neue Gedenkstele eingeweiht. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Hof von Johann Dücker in Basdahl zu besuchen. Düker berichtet dort über seine Erlebnisse während des Zweiten Weltkriegs. Um 19 Uhr findet eine szenische Lesung über das Leben von Johann Dücker in der Grund- und Oberschule Geestequelle in Oerel statt. Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen Osterholz begleiten die Veranstaltung musikalisch. Vierter Streckenabschnitt am 27. April 2025: Oerel – Gedenkstätte Lager Sandbostel Am Sonntag, den 27. April 2025, beginnt der letzte Abschnitt des Gedenkmarsches um 9 Uhr am Rathaus Oerel. Die rund 21 Kilometer lange Strecke führt über Bremervörde zum Ziel in Sandbostel. Von 11 bis 13 Uhr findet die Mittagspause am Bahnhof Bremervörde mit musikalischer Begleitung und Redebeiträgen statt. Die Teilnehmenden kommen gegen 15 Uhr in der Gedenkstätte Lager Sandbostel an. Fachvorträge und Musik bilden dort den feierlichen Abschluss des viertägigen Gedenkmarsches. Unter den Ehrengästen wird unter anderem die niedersächsische Innenministerin Daniela Behren sein, die zugleich Schirmherrin des Gedenkmarsches ist.
Informationen zur Teilnahme
Die Teilnahme am Gedenkmarsch ist für alle Interessierten möglich und sämtliche Veranstaltungen sind kostenfrei. Die Teilnehmenden können einzelne Streckenabschnitte oder den gesamten Marsch mitgehen. Einzelpersonen können jederzeit ohne Anmeldung spontan teilnehmen. Gruppen werden gebeten, sich vorab auf der Website anzumelden. Ein Infomobil begleitet den Gedenkmarsch und ist an den Startpunkten sowie an allen Pausenpunkten verfügbar. Dort erhalten Teilnehmende aktuelle Informationen, Kartenmaterial und Unterstützung bei Fragen. Alle Informationen zum Gedenkmarsch 2025 sind auf der Homepage zu finden unter www.geschichte-erlaufen.de.
Aktuelles gibt es auf dem Instagram-Kanal: geschichte.erlaufen Der Gedenkmarsch 2025 ist eine Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Bremen, der Stiftung Lager Sandbostel, der Internationalen Friedensschule Bremen, der Berufsbildenden Schulen Osterholz sowie der Polizeien und Gemeinden, die sich an der „Todesmarschroute“ befinden. Zusammen mit weiteren Vereinen und Institutionen wie dem Technischen Hilfswerk und dem Deutschen Roten Kreuz sowie zahlreichen Sponsoren organisieren sie den Gedenkmarsch.
Quelle: Presseportal