Das Projekt #Aufgeklärt! zeigt Handlungsstrategien für Eltern und Kinder auf, um sie vor Cybergrooming zu schützen. Polizei und Schulen wollen die Gefahren von sozialen Medien bewusst machen und informieren.
Hamburg: Aufgeklärt! Kinder vor Cybergrooming schützen

Bremen (ost)
Das erste Mobiltelefon: Für viele Kinder markiert es den Übergang zur Adoleszenz. Kommunikation über soziale Medien bedeutet Freiheit und auch die erste echte Unabhängigkeit von den Eltern. Trotzdem werden die Gefahren oft übersehen. Deshalb möchten Polizei und Schulen mit dem neuen Projekt #Aufgeklärt! Handlungsstrategien für Eltern und Kinder aufzeigen.
Ein 21-Jähriger, der sich im Netz als “White Tiger” bezeichnete, steht derzeit in Hamburg wegen Mordes und schwerer sexueller Übergriffe vor Gericht. Er hatte über soziale Medien Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufgenommen. Es ist der wohl bekannteste Fall von Cybergrooming und zeigt sehr deutlich, wie Täter vorgehen: Ein scheinbar harmloser Chat mit einem Kontakt, aber am anderen Ende sitzt kein Teenager vor dem Bildschirm, sondern ein Täter. Über den Chat wird oft über einen längeren Zeitraum Vertrauen aufgebaut, so dass Adressen oder Telefonnummern herausgegeben, vielleicht sogar Bilder oder Videos versandt werden. Am Ende werden Kinder im schlimmsten Fall zu sexuellen Handlungen gedrängt.
Um dies zu verhindern, ist es wichtig, Kinder aufzuklären und vertrauensvoll zu begleiten. So können sie sich sicher im Netz bewegen und angemessen auf kritische Situationen reagieren. Aus diesem Grund haben die Polizei Bremen und die Bildungsbehörde das Projekt #Aufgeklärt! ins Leben gerufen. In Vorträgen an Schulen sollen Eltern informiert und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Gleichzeitig hat die Puppenbühne der Polizei Bremen ein speziell für dieses Thema geschriebenes Stück entwickelt. Hier wird “Cybergrooming” altersgerecht behandelt.
Innensenatorin Dr. Eva Högl aus Bremen sagt dazu: “Cybergrooming passiert nicht irgendwo – es passiert zu Hause, auf dem Smartphone, mitten im Leben unserer Kinder. Mit dem Projekt #Aufgeklärt! zeigt die Polizei Bremen, wie wir dem begegnen: mit Aufklärung, mit echten Ansprechpartnern und mit Angeboten, die wirklich ankommen. Das schützt Kinder – und gibt Eltern und Schulen die Mittel an die Hand, die sie brauchen.”
Bildungssenator Mark Rackles betont, “dass wir mit diesem Präventionsprojekt Kinder und Jugendliche im sicheren Umgang mit digitalen Medien stärken und auf reale Gefahren im Netz reagieren. In enger Zusammenarbeit mit der Polizei und der Innenbehörde, fachlich begleitet durch die Bildungsbehörde, bündeln wir unsere Verantwortung für den Schutz junger Menschen. Lehrkräfte werden gezielt geschult, Eltern einbezogen und informiert – denn wirksam wird Prävention nur gemeinsam. Cybergrooming und andere Formen digitaler Gewalt zeigen, wie wichtig frühe Aufklärung und verlässliche Unterstützung in Schule und Elternhaus sind.”
Zum Start des Projektes laden die Polizei Bremen und die Bildungsbehörde alle Medienvertreter am 30.04.2026 um 14:00 Uhr ins Polizeipräsidium (In der Vahr 76, 28329 Bremen) ein. Hier wird der Polizeivizepräsident Mirko Robbers das Projekt vorstellen. Danach wird die Puppenbühne des Präventionszentrums der Polizei Bremen das Stück vorführen. Anschließend stehen Vertreterinnen und Vertreter von Polizei und Bildungsbehörde für Interviews zur Verfügung. Es wird um Anmeldung über pressestelle@polizei.bremen.de oder 0421 362-12114 gebeten.
Quelle: Presseportal








