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Europol warnt: Zunehmende Rekrutierung von Kindern für Gewalttaten in Europa

Europol warnt vor einer besorgniserregenden Entwicklung: Minderjährige werden zunehmend über soziale Medien für gewalttätige Straftaten rekrutiert. Im vergangenen Jahr wurden 280 Verdächtige festgenommen, viele von ihnen Jugendliche, die Aufträge für Gewaltverbrechen online angenommen haben.

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Es geht um Drohungen, Körperverletzung und sogar Mord: Nach Angaben von Europol werden Jugendliche über soziale Medien angeworben, um gegen Bezahlung Gewalttaten zu verüben. Die Aufträge werden dabei auf Online-Plattformen veröffentlicht, was sich auch in der „Most Wanted“-Liste widerspiegelt.

Gewaltverbrechen werden laut einem Bericht von Europol zunehmend als Dienstleistung im Internet angeboten. Die Täter sind häufig Jugendliche, die gezielt rekrutiert werden, wie aus dem Jahresbericht der Europol-Sondereinheit „Gewalt als Dienstleistung“ hervorgeht.

Im vergangenen Jahr nahmen europäische Ermittler 280 Verdächtige fest, die überwiegend Kinder und Jugendliche für Gewaltverbrechen angeworben haben sollen. Zudem stehen rund 1.400 weitere Verdächtige im Fokus der Ermittlungen. Europol hat drei mutmaßliche Auftraggeber, darunter zwei Schweden und einen Deutschen, auf die Online-Fahndungsliste „Most Wanted“ gesetzt.

Internationale Zusammenarbeit gegen die Rekrutierung

In der Sondereinheit der Polizeibehörde mit Sitz in Den Haag arbeiten Ermittler aus elf Ländern, darunter Deutschland, zusammen. Sie identifizierten etwa 14.000 Konten, auf denen Aufträge für Gewalttaten platziert werden konnten. Sogenannte Dienstleister rekrutieren gezielt Täter und sorgen für Waffen, Transport und Unterkunft.

Diese kriminellen Dienstleister richten sich speziell an Minderjährige. Sie werden über soziale Medien angeworben, um gegen Bezahlung Gewaltverbrechen zu begehen. Dabei handelt es sich laut Europol um Bedrohungen, das Setzen von Sprengsätzen, Körperverletzung und sogar Mord.

Ein besorgniserregendes Phänomen

„Dieses Phänomen breitet sich wie ein Lauffeuer über ganz Europa aus“, erklärte der Europol-Experte für organisiertes Verbrechen, Andy Kaag, in einem niederländischen TV-Magazin. Die Altersgruppe der angeworbenen Täter wird immer jünger. „13, 14 Jahre sind keine Ausnahme, und die Straftaten werden immer gewalttätiger“, fügte er hinzu.

Die Täter werden laut Europol zunehmend international eingesetzt. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise drei junge Männer aus Schweden wegen mutmaßlicher Auftragsmorde in den Niederlanden festgenommen. In Deutschland wurden niederländische Jugendliche wegen der Sprengung von Geldautomaten verhaftet. Zudem gibt es neue Möglichkeiten, die Familiengeschichte zu entschlüsseln, um mehr über die Hintergründe solcher Rekrutierungen zu erfahren.

Die Situation erfordert dringende Maßnahmen, um die Sicherheit von Jugendlichen zu gewährleisten und die kriminellen Netzwerke zu zerschlagen.

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TS