Die Polizei Hamburg führte die 20. DiS-Woche durch, bei der 2000 Fahrzeuge und 2370 Personen kontrolliert wurden.
DiS-Woche in Hamburg

Hamburg (ost)
Zeit: 08. bis 10.09.2026
Ort: Hamburger Stadtgebiet
Bereits zum 20. Mal hat die Polizei Hamburg Polizeibeamtinnen und -beamte, die sich insbesondere auf das Erkennen von Fahrzeugführenden spezialisiert haben, die unter dem Einfluss berauschender Mittel stehen, zu einer länderübergreifenden Kontrollaktion eingeladen. Neben der konsequenten Ahndung von Verstößen standen auch der fachliche Austausch und die gemeinsame Fortbildung im Mittelpunkt der mehrtägigen Aktion.
An den drei Kontrolltagen waren täglich bis zu rund 200 Einsatzkräfte aus Hamburg, allen Bundesländern sowie Frankreich, Österreich und der Schweiz, dem Zoll, der Staatsanwaltschaft, der Bußgeldstelle, der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, dem Landesbetriebs Verkehr sowie dem Institut für Rechtsmedizin im Einsatz. Gemeinsam führten sie stationäre und mobile Verkehrskontrollen durch und überprüften dabei insgesamt 2.096 Fahrzeuge und 2.370 Personen.
Bei 160 Fahrzeugführenden bestand der Verdacht, dass sie ihr Fahrzeug unter dem Einfluss von Drogen führten. Darüber hinaus wurden sieben weitere Fahrzeugführende kontrolliert, die unter Alkoholeinfluss standen.
Die Einsatzkräfte ordneten insgesamt 165 Blutprobenentnahmen an und beschlagnahmten 23 Führerscheine.
Im Einzelnen kam es zu der Einleitung folgender Verfahren:
Straftaten
Ordnungswidrigkeiten
Darüber hinaus fertigten die Polizistinnen und Polizisten mehr als 300 weitere Berichte, zum Beispiel wegen mutmaßlicher Fahreignungsmängel oder technischer Mängel an den Fahrzeugen.
Im Rahmen der dreitägigen Schwerpunktkontrollen, die durch Fachvorträge und teils auch interdisziplinären Erfahrungsaustausch flankiert wurden, kam es zu folgenden Besonderheiten:
Ein mobiles Kontrollteam hielt am Mittwoch, gegen 14:05 Uhr, in der Habichtstraße (Barmbek-Nord) den 18-jährigen Fahrer eines Elektrokleinstfahrzeugs an. Da sich im Rahmen der Kontrolle der Verdacht ergab, dass der Heranwachsende den E-Scooter unter dem Einfluss von THC geführt hatte, wurde ihm im weiteren Verlauf eine Blutprobe entnommen. Zudem fanden die Polizistinnen und Polizisten im Rucksack des Mannes unter anderem rund 70 Gramm Marihuana, Haschischplatten, mutmaßlich Ketamin sowie Verpackungsmaterialien und mehrere Mobiltelefone. Der 18-Jährige wurde nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen entlassen.
Nur wenig später, gegen 15:45 Uhr, überprüften die Einsatzkräfte an der Kontrollstelle am Großmarkt einen Pkw mit vier Insassen. Im Rahmen der Maßnahmen fanden die Beamtinnen und Beamten bei dem 46-jährigen Beifahrer eine scharfe Schusswaffe inklusive Munition sowie circa ein Gramm Kokain auf. Der türkische Staatsangehörige wurde nach seiner erkennungsdienstlichen Behandlung dem Untersuchungsgefängnis zugeführt.
An der Kontrollstelle am Donnerstagabend kontrollierten die Beamtinnen und Beamten unter anderem einen Nissan und einen Cupra. Bereits nach dem Anhalten nahmen die Einsatzkräfte aus beiden Fahrzeugen deutlichen Marihuanageruch wahr. Bei der 44-jährigen Nissan-Fahrerin, die den Einsatzkräften zunächst falsche Angaben zu ihren Personalien gemacht hatte, ergab sich der Verdacht, dass sie den Pkw unter dem Einfluss von THC geführt hatte. Neben einer anschließenden Blutprobenentnahme leiteten die Polizistinnen und Polizisten noch mehrere Strafverfahren gegen die Frau ein, da sie nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war und zudem in ihrem Fahrzeug circa 2,5 Gramm Marihuana, zwölf Eppendorfer Gefäße mit mutmaßlich Kokain sowie 490 Euro mutmaßliches Dealgeld aufgefunden wurden. Auch dem 24-jährigen Fahrer des Cupra, der zuvor durch seine unsichere Fahrweise aufgefallen war, wurde eine Blutprobe entnommen. Gegen ihn wurden darüber hinaus weitere strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet, da auch er nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war und in seinem Pkw rund 75 Gramm Marihuana, etwa 100 Gramm Haschisch sowie 5.500 Euro mutmaßliches Dealgeld aufgefunden wurden.
Im Rahmen der DiS-Woche führten Beamtinnen und Beamte der Verkehrsdirektion 6 (Verkehrserziehung und -prävention) Präventionsaktionen im Alstertaler Einkaufszentrum durch. Interessierte hatten die Möglichkeit, einen Fahrsimulator zu nutzen sowie einen sogenannten Rausch-Brillen-Parcours zu absolvieren. Bei beiden Varianten werden die typischen Ausfallerscheinungen, die durch Alkohol- und Drogenkonsum entstehen, simuliert.
Thomas Model, Leiter der Verkehrsdirektion der Polizei Hamburg, zur 20. Hamburger DiS-Woche: “Die diesjährige 20. Hamburger DiS-Woche war ein großer, gleichzeitig aber leider auch erschreckender Erfolg für die Hamburger Polizei. Durch intensive Kontrolltätigkeiten an insgesamt drei Tagen in dieser Woche konnten zahlreiche Verstöße festgestellt, konsequent geahndet und die Weiterfahrt untersagt werden. Insgesamt konnten weit mehr Verstöße festgestellt werden, als dies noch im letzten Jahr der Fall war. Die eingesetzten Kräfte haben damit einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit geleistet. Die Anzahl von Verkehrsteilnehmenden, die trotz Einnahme berauschender Substanzen ein Fahrzeug geführt haben, unterstreicht einmal mehr die Bedeutung gezielter Kontrollen zur Erkennung von Fahrten unter dem Einfluss von Drogen. An alle Verkehrsteilnehmenden richtet sich mein eindringlicher Appell: Drogen aller Art haben im Straßenverkehr nichts zu suchen! Sie gefährden damit sich und andere!”
Zim.
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Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Hamburg für 2022/2023
Die Drogenraten in Hamburg sind zwischen 2022 und 2023 gestiegen. Im Jahr 2022 wurden 15185 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 bereits 17022 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 13914 auf 15821. Die Anzahl der Verdächtigen sank von 10273 auf 10839, wobei die Anzahl der männlichen Verdächtigen von 9123 auf 9739 stieg und die Anzahl der weiblichen Verdächtigen von 1150 auf 1100 sank. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 4343 auf 5086. Im Vergleich dazu wurden in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 insgesamt 73917 Fälle von Drogen registriert, was die höchste Anzahl in Deutschland darstellt.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 15.185 | 17.022 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 13.914 | 15.821 |
| Anzahl der Verdächtigen | 10.273 | 10.839 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 9.123 | 9.739 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 1.150 | 1.100 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 4.343 | 5.086 |
Quelle: Bundeskriminalamt








