Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Feuerwehr Hamburg Jahresbericht 2025

Mehr Einsätze im Brandschutz – Investitionen in Technik und Infrastruktur stärken die Feuerwehr für die Zukunft. Am Dienstag präsentierten Innensenator Andy Grote und weitere Verantwortliche den Bericht mit 333.394 Einsätzen im Jahr 2025.

Landesbereichsführer Harald Burghart, Innensenator Andy Grote und Amtsleiter Jörg Sauermann (v.l.n.r.) bei der Präsentation des Jahresberichts der Feuerwehr 2025
Foto: Presseportal.de

Hamburg (ost)

Heute haben Innensenator Andy Grote, der Leiter der Feuerwehr Hamburg, Jörg Sauermann, und der Landesbereichsführer der Freiwilligen Feuerwehr, Harald Burghart, den Jahresbericht der Feuerwehr Hamburg für das Jahr 2025 während der Landespressekonferenz im Rathaus präsentiert.

Im letzten Jahr wurden Feuerwehr und Rettungsdienst zu insgesamt 333.394 Einsätzen (2024: 334.630) gerufen, was einem minimalen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dennoch wurden die Einsatzkräfte bei mehreren herausragenden Einsatzlagen stark gefordert. Besonders in Erinnerung blieben dabei das ICE-Unglück im Hamburger Stadtteil Rönneburg im Februar, der Brand im Marienkrankenhaus im Juni und der mehrtägige Großbrand auf der Veddel im August.

Ein Anstieg bei den Brandeinsätzen – weniger Einsätze in der Technischen Hilfeleistung

Die Einsätze in der Technischen Hilfeleistung gingen aufgrund weniger ausgeprägter Unwetterlagen deutlich um mehr als 2000 auf insgesamt 22.595 Einsätze zurück, während die Feuerwehr im Jahr 2025 einen leichten Anstieg bei den Einsätzen im Brandschutz sowie im Rettungsdienst verzeichnete. Entgegen dem bundesweiten Trend stiegen die Einsatzzahlen im Rettungsdienst jedoch nur leicht um etwa 0,37 Prozent auf 296.394 Einsätze an.

Auch die Zahl der Einsätze im Brandschutz stieg leicht von 12.840 im Jahr 2024 auf 13.157 im Jahr 2025 an. Die Feuerwehr klassifizierte 24 dieser Einsätze als Großbrände. Dabei handelt es sich um Einsätze, bei denen mehr als drei Strahlrohre zur Brandbekämpfung eingesetzt werden mussten. Trotz der Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (16 Großbrände im Jahr 2024) zeigt sich in der Langzeitbetrachtung weiterhin ein Abwärtstrend. Auch bei den Brandtoten zeigt sich – trotz Schwankungen von Jahr zu Jahr und einem Rekordtiefstwert in 2024 – über die letzten 20 Jahre eine positive Langzeitentwicklung. 11 Personen kamen 2025 bei Brandereignissen ums Leben. Die Feuerwehr Hamburg betont erneut die Bedeutung funktionierender Rauchwarnmelder. Diese retten im Ernstfall Leben!

Der Kampfmittelräumdienst der Feuerwehr Hamburg wurde im Jahr 2025 zu insgesamt 146 Einsätzen gerufen. Die Spezialisten konnten vier große Sprengbomben sowie unzählige kleinere Munitionsstücke entschärfen. Zusätzlich führte die Gefahrenerkundung 7.889 Luftbildauswertungen auf privaten oder gewerblichen Antrag durch.

Einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Hamburgerinnen und Hamburger leisteten im letzten Jahr die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehren. Nachdem die Alarmierungen der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 2024 insbesondere aufgrund von Unwetterereignissen einen Höhepunkt erreicht hatten, bewegen sich die Zahlen im Jahr 2025 wieder auf dem Niveau von 2023. Insgesamt wurden die Einsatzfahrzeuge der ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu 10.720 Einsätzen gerufen (-10,27 Prozent). Auch hier ist eine Zunahme bei den Einsätzen im Brandschutz und eine deutliche Abnahme bei der Technischen Hilfeleistung erkennbar. Mit 7.796 Alarmierungen im Brandschutz verzeichnet die Freiwillige Feuerwehr damit einen neuen Höchststand. Sie sind eine unverzichtbare Stütze bei der erfolgreichen Bewältigung des Einsatzgeschehens.

Die Feuerwehrfamilie wächst weiter kräftig

Auch die Zahl der Einsatzkräfte bei der Feuerwehr Hamburg stieg im letzten Jahr. Die Feuerwehr wuchs um 77 Mitarbeitende auf 3.729 Mitarbeitende an. Damit konnte die Feuerwehr Hamburg seit 2017 um insgesamt mehr als 700 Mitarbeitende verstärkt werden. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Stärkung des Einsatzdienstes. Neben 2.804 Feuerwehrbeamtinnen und -beamten sowie Angestellten im Rettungsdienst waren zuletzt 468 Mitarbeitende in der Verwaltung beschäftigt. Hinzu kommen weitere 448 Nachwuchskräfte für den Einsatzdienst. Neun weitere absolvierten ihre Ausbildung in anderen Bereichen der Feuerwehr.

Auch die Freiwillige Feuerwehr verzeichnete im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg der Mitgliederzahlen. Besonders stark wuchs dabei die Zahl der Helden von morgen in den Minifeuerwehren. Im Jahr 2025 sind zu den bereits bestehenden 17 Minifeuerwehren vier weitere hinzugekommen. In den Minifeuerwehren werden Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren spielerisch gefördert und an die Gemeinschaft der Feuerwehr herangeführt. Die positive Entwicklung setzt sich fort: Mit der Gründung von vier weiteren Minifeuerwehren wurde die Zahl der Neugründungen des Vorjahres bereits zur Jahresmitte 2026 erreicht. Damit existieren heute insgesamt 25 Minifeuerwehren. Ein bis zwei weitere Gründungen sollen in diesem Jahr noch folgen. Insgesamt leisteten 5.561 Mitglieder der Einsatzabteilung, der Jugendfeuerwehren, der Minifeuerwehren, der Musikzüge und der Ehrenabteilung ehrenamtlich Dienst für die Stadt Hamburg.

Um den Einsatzkräften in ihrem täglichen Dienst für Hamburg bestmögliche Bedingungen zu bieten, investiert der Senat – auch unter schwierigen Haushaltsbedingungen – weiterhin in die Beschaffung neuer Fahrzeuge und Technik sowie in den Ausbau der Sicherheitsinfrastruktur. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 68 neue Fahrzeuge im Wert von fast 30 Millionen Euro beschafft, wodurch der Fuhrpark der Feuerwehr erheblich modernisiert werden konnte.

Nach der Eröffnung des neuen Hörsaal- und Trainingsgebäudes der Feuerwehrakademie ist für die kommenden Monate die Indienststellung der neuen Feuer- und Rettungswache Finkenwerder sowie der zusätzlichen Feuer- und Rettungswache Schnelsen vorgesehen. Damit stellt sich die Feuerwehr Hamburg im Hamburger Norden noch einmal deutlich stärker und präsenter auf. Ebenfalls geplant ist die Einweihung der Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren in Kirchsteinbek und Sülldorf-Iserbrook. Um die Sanierung der Häuser der Freiwilligen Feuerwehren fortzusetzen, investiert der Senat auch Hamburger Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes (LuKIFG) in Höhe von 20 Millionen Euro und setzt damit einen klaren Schwerpunkt auf die Stärkung der Feuerwehr.

Innensenator Andy Grote: „Gerade Einsätze wie der Großbrand auf der Veddel zeigen, was für einen verdammt harten und gefährlichen Job unsere Hamburger Feuerwehrleute für uns alle machen. Beim Brand im Marienkrankenhaus hat die Feuerwehr vielen Menschen das Leben gerettet. Wir alle schulden ihnen Dank und Rückendeckung. Als Senat werden wir die Leistungsfähigkeit auch in der schwierigen Haushaltslage weiter stärken. Wir investieren insbesondere in die Beschaffung moderner Einsatzfahrzeuge und in den Bau und in die Modernisierung unserer Feuerwachen.“

Jörg Sauermann, Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg: „Wenn ich auf das Jahr 2025 zurückblicke, stelle ich erneut das enorme Engagement und die Schlagkraft der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in Hamburg fest. In 333.394 Einsätzen standen ehren- und hauptamtliche Feuerwehrangehörige den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt in ihren schwierigsten Stunden zur Seite. Unsere Einsatzzahlen bewegen sich nach wie vor auf einem hohen Niveau. Dem schnellen Anstieg konnten wir jedoch – entgegen dem bundesweiten Trend – vor allem im Rettungsdienst mit gezielten Maßnahmen begegnen. Diese wertvolle Arbeit in allen Bereichen der Feuerwehr Hamburg dokumentiert dieser Bericht.“

Harald Burghart, Landesbereichsführer der Freiwilligen Feuerwehr: „Das Jahr 2025 steht für die Freiwillige Feuerwehr Hamburg ganz im Zeichen des Aufbruchs und der Zukunftssicherung. Die große Fahrzeugübergabe ist ein Meilenstein für unsere Einsatzbereitschaft und ein starkes Signal der Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement unserer Kameradinnen und Kameraden. Besonders stolz macht mich die exponentiell wachsende Zahl an Minifeuerwehren: Sie zeigt, dass wir es schaffen, schon die Jüngsten für den Dienst am Nächsten zu begeistern und so die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr nachhaltig zu sichern. Die Entwicklung der Einsatzzahlen unterstreicht eindrucksvoll, wie unverzichtbar unser Beitrag für die Sicherheit Hamburgs ist. Gemeinsam gestalten wir eine starke Feuerwehr – heute und für kommende Generationen.“

Quelle: Presseportal

Karte für diesen Artikel

nf24