Eine männliche Person (34 Jahre) beging Straftaten in einem fahrenden Zug ohne Fahrkarte und floh über Gleise im Hamburger Hauptbahnhof. Der Mann wurde festgenommen und es kam zu kurzzeitigen Stromabschaltungen für die betroffenen Gleise.
Hamburg Hauptbahnhof: Man begeht Straftaten im Zug und flieht über Gleise

Hamburg (ost)
Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll am 20.10.2026 eine männliche Person (Alter: 34 Jahre) in einem fahrenden Fernverkehrszug auf der Strecke Berlin Hauptbahnhof – Hamburg Hauptbahnhof einen Bahnreisenden bestohlen und sich in dem Zug ohne gültige Bahnfahrkarte aufgehalten haben sowie anschließend nach Ankunft um 10:44 Uhr auf Gleis 5 im Hamburger Hauptbahnhof über mehrere Gleise geflohen sein.
Zum Begehungszeitpunkt fand im Hamburger Hauptbahnhof Regelbetrieb statt, sodass folglich jederzeit ein Zug auf den betroffenen Gleisen hätte verkehren können.
Bei der Flucht überquerte der Mann zunächst die S-Bahn-Gleise 1-4 in Richtung Citytunnel und anschließend die Gleis 1-14 in Richtung Kunsthalle. Während der Flucht verlor er im Gleisbereich diverses Stehlgut. Bei der Kunsthalle verließ der libanesische Staatsangehörige den Gleisbereich und konnte durch eingesetzte Bundespolizisten festgenommen, gefesselt und dem Bundespolizeirevier Hamburg Hauptbahnhof zugeführt werden.
Durch die Bundespolizei wurden kurzzeitige Stromabschaltungen sowie Streckensperrungen für die betroffenen Gleise 1-14 angeordnet bis sichergestellt werden konnte, dass sich keine Person mehr im Gleisbereich befindet. Zu den bahnbetrieblichen Auswirkungen kann die Bundespolizei keine Angaben machen.
Der meldende Zugbegleiter gab an, dass der Tatverdächtige zuvor in dem betroffenen Zug ohne eine gültige Bahnfahrkarte gefahren sei und zudem zwei Reisetaschen eines Bahnreisenden (Alter: 58 Jahre) gestohlen habe. Zeugenbefragungen ergaben, dass der Beschuldigte die Reisetaschen an sich nahm, sie durchwühlte und eine Geldbörse sowie diverse Bankkarten entwendete. Teile des Stehlgutes konnten durch die Bundespolizei im Gleisbereich, Teile bei einer Durchsuchung des Beschuldigten aufgefunden und sichergestellt werden.
Nach Durchführung der bundespolizeilichen Maßnahmen (u.a. erkennungsdienstliche Behandlung) musste der 34-Jährige auf Grund fehlender Haftgründe mit einem Platzverweis für den Hamburger Hauptbahnhof wieder entlassen werden. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen des Straftatverdachts “Diebstahl und Erschleichen von Leistungen” sowie ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des Verdachts “Unerlaubter Gleisaufenthalt” eröffnet. Die weiteren Ermittlungen werden durch den Ermittlungsdienst der Bundespolizeiinspektion Hamburg geführt.
Aus aktuellem Anlass warnt die Hamburger Bundespolizei wiederholt vor leichtsinnigem Verhalten an Bahnanlagen: “Der Aufenthalt im Gleisbereich ist lebensgefährlich und verboten! Triebfahrzeugführer von Zügen können nicht ausweichen, oftmals sind die Bremswege zu lang, um ein Erfassen von Personen im Gleisbereich noch zu verhindern. Häufig gefährden sich Personen in den Gleisen durch ihr leichtsinniges Verhalten nicht nur selbst, sondern auch Reisende und Helfer. In diesem Fall hat der Mann bei laufendem Bahnbetrieb diverse Gleise betreten und sich in unmittelbare Lebensgefahr begeben.”
WL
Quelle: Presseportal








