Strafverfolgungsbehörden in Hamburg und Schleswig-Holstein nehmen Ehepaar und weitere Tatbeteiligte wegen Finanzdelikten ins Visier.
Hamburg-Othmarschen: Polizei vollstreckt Durchsuchungs- und Arrestbeschlüsse

Hamburg (ost)
Am 25.11.2025 um 06:00 Uhr
Orte: Hamburg-Othmarschen und -Rotherbaum sowie Wedel (Schleswig-Holstein)
Die Polizei und Staatsanwaltschaft Hamburg haben Ende November des letzten Jahres verschiedene Durchsuchungs- und Arrestbeschlüsse vollstreckt und dabei unter anderem beträchtliche Vermögenswerte beschlagnahmt. Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln gegen einen 48-Jährigen als Hauptverantwortlichen, seine 39-jährige Ehefrau und weitere Beteiligte.
Nachdem eine renommierte Anwaltskanzlei festgestellt hatte, dass einer im Insolvenzverfahren befindlichen Firma mutmaßlich ungerechtfertigte Beratungshonorare in Höhe von 7,69 Millionen Euro in Rechnung gestellt wurden, erstattete sie Anzeige. Im Zuge der Ermittlungen des Fachkommissariats für Wirtschaftsdelikte (LKA 51) in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft ergaben sich Hinweise darauf, dass der tatsächliche Verantwortliche der Finanzberatungsfirma auch als Rechtsanwalt in der anzeigenden Kanzlei angestellt war und die insolvente Firma begleitete.
Im Laufe der Ermittlungen ergaben sich Hinweise darauf, dass der 48-Jährige, der auch Geschäftsführer einer Pfandkreditgesellschaft ist, zwischen 2019 und 2025 mindestens 60 Darlehen fälschlicherweise als Pfandkredite deklariert und ohne die erforderliche Genehmigung der BaFin vergeben haben soll. Dadurch soll er sich unrechtmäßig über eine halbe Million Euro verschafft haben.
Des Weiteren besteht der Verdacht, dass der 48-Jährige und seine Ehefrau im Jahr 2020 Corona-Soforthilfen für beide Firmen beantragt und durch falsche Angaben Subventionen in Höhe von knapp 30.000 Euro erhalten haben. Aufgrund der im Rahmen der Ermittlungen gewonnenen Erkenntnisse, an denen mittlerweile auch das Fachkommissariat für Finanzermittlungen (LKA 66) beteiligt war, erwirkte die Staatsanwaltschaft beim zuständigen Amtsgericht Durchsuchungs- und Arrestbeschlüsse in Höhe von 3,1 Millionen Euro.
Ende November des letzten Jahres durchsuchten Kriminalbeamte und Staatsanwälte das Wohn- und Geschäftsobjekt der Beschuldigten in Othmarschen, eine Wohnanschrift in Wedel sowie ein Bankschließfach in Rotherbaum. Dabei wurden vier hochwertige Fahrzeuge (drei Porsche und einen Audi) sowie zwei Rolex-Uhren beschlagnahmt. Zusätzlich wurden weitere Vermögenswerte durch Sicherungsmaßnahmen an Grundstücken, die den Beschuldigten gehören, gesichert.
Der 48-Jährige und die 39-Jährige (beide deutsche Staatsangehörige) wurden in Othmarschen angetroffen und nach Abschluss der Maßnahmen vor Ort entlassen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue in besonders schwerem Fall oder Beihilfe dazu, des unerlaubten Handelns gemäß Kreditwesengesetz und des Subventionsbetrugs dauern an.
Zim.
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Quelle: Presseportal








