Die “Rickmer Rickmers” blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die 1896 begann. Heute ist das stolze Schiff ein beliebtes Wahrzeichen Hamburgs und beherbergt als Museum zahlreiche maritime Erlebnisse.
Hamburgs maritime Ikone: Die Rickmer Rickmers seit den 80er Jahren

Die “Rickmer Rickmers” hat eine lange und bewegte Geschichte, die bis ins Jahr 1896 zurückreicht. Der Dreimaster wurde auf der Werft der Rickmers-Reederei in Bremerhaven erbaut und lief im August dieses Jahres vom Stapel. Mit ihrem charakteristischen grünen, weißen und roten Anstrich und einer Galionsfigur, die einen kleinen Jungen im Matrosenanzug darstellt, hebt sich das Schiff von anderen Traditionsseglern ab. Der Junge, der nach dem Enkel des Firmengründers benannt ist, ziert den Bug des Schiffes, das seit 1987 an den Landungsbrücken in Hamburg liegt.
Von der Werft bis zur ersten Reise
Die “Rickmer Rickmers” wurde als Frachtsegler konzipiert und unternahm ihre erste Reise mit einer Ladung britischer Kohle nach Hongkong. Dort nahm sie Reis und Rattan an Bord. Das Schiff war von Anfang an für seine Robustheit und Seetüchtigkeit bekannt.
Herausforderungen auf See
Im August 1904 geriet die “Rickmer Rickmers” vor dem Kap der Guten Hoffnung in einen Taifun. Die Ladung verrutschte, und das Schiff drohte zu kentern. Um Schlimmeres zu verhindern, musste die Crew den oberen Teil des dritten Mastes kappen. Das Schiff erreichte Kapstadt als Nothafen und wurde dort zur Bark umgetakelt, was bedeutete, dass es anstelle eines Rahsegels am hinteren Mast ein Gaffelsegel erhielt.
Änderungen im Besitz
Im Jahr 1912 entschloss sich die Rickmers-Reederei, ihre Segelschiffe zu verkaufen und auf Dampfschiffe umzusteigen. Die “Rickmer Rickmers” wurde von der Hamburger Reederei Krabbenhöft übernommen und in “Max” umbenannt. Sie fand Verwendung im Salpeterhandel mit Chile.
Der Erste Weltkrieg und seine Folgen
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 befand sich das Schiff auf der Heimreise von Chile und lief die neutralen Azoren an. 1916 wurde es von den Portugiesen beschlagnahmt, umbenannt in “Flores” und für den Transport von Kriegsmaterial an die Engländer eingesetzt. Nach dem Krieg wurde das Schiff bis 1922 weiterhin als Frachtsegler genutzt.
Vom Frachtsegler zum Schulschiff
1924 erwarb die portugiesische Marine das Schiff und baute es zum Segelschulschiff um, wobei es den Namen “Sagres” erhielt. Die ursprüngliche Galionsfigur wurde entfernt und durch eine Statue des portugiesischen Prinzen Heinrich ersetzt. 1930 erhielt die “Sagres” zwei Dieselmotoren als Hilfsantrieb. 1962 stellte die Marine das Schiff außer Dienst und nutzte es als Depotschiff unter dem Namen “Santo André”.
Rückkehr nach Hamburg
In den 1980er-Jahren befand sich die “Santo André” im Marinehafen Alfeite nahe Lissabon und war stark verfallen. Der Verein “Windjammer für Hamburg e.V.” entdeckte das Schiff und beschloss, es nach Hamburg zu bringen. 1983 wurde die “Santo André” nach Hamburg geschleppt und dem Verein pünktlich zum Hafengeburtstag am 7. Mai 1983 übergeben. Nach einer umfassenden Sanierung, bei der 50 freiwillige Helfer mitwirkten, erhielt das Schiff seinen ursprünglichen Namen zurück.
Ein Wahrzeichen Hamburgs
Seit 1987 liegt die “Rickmer Rickmers” als Museumsschiff an den Hamburger Landungsbrücken und hat sich zu einem bedeutenden Wahrzeichen der Stadt entwickelt. Das Schiff ist nicht mehr seetüchtig, verlässt den Anleger nur für gelegentliche Überholungen oder in besonderen Fällen. Die Hamburger haben eine besondere Bindung zu ihrem “grünen Großsegler”, der auch als offizielle Schiffspoststelle der Deutschen Post fungiert.
Technische Daten der “Rickmer Rickmers”
- Baujahr: 1896
- Bauwerft: Rickmer Clasen Rickmers, Bremerhaven
- Schiffstyp: Vollschiff, ab 1904 Bark
- Gesamtlänge: 97 Meter
- Breite: 12,19 Meter
- Maximale Masthöhe: 54 Meter
- Tiefgang: max. 6 Meter
- Nation: Deutschland
- Heimathafen: Hamburg
- Eigner: Stiftung Rickmer Rickmers
Das Schiff ist ein lebendiges Stück Geschichte und zieht jährlich zahlreiche Besucher an, die die maritime Tradition Hamburgs hautnah erleben möchten.
Quellen: NDR
Bildquelle: Thomas Dahlstrøm Nielsen via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








