In den letzten Jahren hat die Zahl psychisch erkrankter Strafgefangener in Deutschland stetig zugenommen. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, wird im Zentralkrankenhaus des Hamburger Untersuchungsgefängnisses eine neue Kurzzeitstation eröffnet, die bis zu 14 akut psychisch erkrankte Inhaftierte aufnehmen kann.
Neue Behandlungsstätte für psychisch kranke Häftlinge in Hamburg und Schleswig-Holstein

In den letzten Jahren hat die Zahl psychisch erkrankter Strafgefangener in Deutschland stetig zugenommen. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, wird im Zentralkrankenhaus des Hamburger Untersuchungsgefängnisses eine neue Kurzzeitstation eröffnet, die bis zu 14 akut psychisch erkrankte Inhaftierte aufnehmen kann.
Einweihung der Kurzzeitstation
Die Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) betonte bei der Einweihung der Einrichtung, dass mit dieser Maßnahme eine wichtige Versorgungslücke geschlossen werde. Die neue Station soll am 1. November ihren Betrieb aufnehmen und bietet eine dringend benötigte stationäre Behandlung für Gefangene, die an psychischen Störungen leiden.
Psychische Störungen im Strafvollzug
Studien zeigen, dass zwischen 70 und 80 Prozent der Inhaftierten im deutschen Strafvollzug an psychischen Störungen leiden. Der Leiter der neuen Station, Alexander Voulgaris, erklärte:
“Wenn man die Substanzkonsumstörungen, also die Abhängigkeitserkrankungen, davon abzieht, sind es immer noch 30 bis 40 Prozent.”
Dies bedeutet, dass von etwa 2.000 männlichen Gefangenen in Hamburg zwischen 60 und 80 stark betroffene Personen zu erwarten sind.
Versorgungslücke schließen
Die Einrichtung der Kurzzeitstation ist ein bedeutender Schritt zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung im Strafvollzug. Gallina erläuterte, dass viele Gefangene mit psychischen Problemen in den Vollzug kommen und hier erstmals eine adäquate Versorgung erhalten. In den letzten Jahren sei die ambulante psychiatrische Versorgung bereits erheblich ausgeweitet worden, sodass sich die Zahl der Behandlungsstunden seit 2013 nahezu verdreifacht habe.
Kosten und Ausstattung der Einrichtung
Die Einrichtung der Kurzzeitstation hat rund eine halbe Million Euro gekostet, während für den Betrieb in den kommenden zweieinhalb Jahren etwa 7,6 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Station umfasst Ein- und Zweibettzimmer sowie verschiedene Therapie- und Gemeinschaftsräume. Die Behandlungsdauer ist auf bis zu 12 Wochen angelegt, und 24 Mitarbeiter werden die Patienten rund um die Uhr im Schichtbetrieb betreuen.
Ausblick auf die zukünftige Versorgung
Mit der Eröffnung dieser Kurzzeitstation wird eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der psychischen Gesundheit von Gefangenen in Hamburg umgesetzt. Die Einrichtung soll nicht nur eine schnellere Versorgung ermöglichen, sondern auch dazu beitragen, die betroffenen Gefangenen frühzeitig zu stabilisieren und gezielt weiterzuvermitteln.
Quellen: n-tv
Bildquelle: Von Viktualis – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15995010
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