Zehn Männer überprüft, fünf festgenommen, Diebes-Duo in U-Haftanstalt gebracht. Warnung vor Taschendieben in Menschenmengen.
Taschendiebstahlsbekämpfung auf der Reeperbahn

Hamburg (ost)
Im Rahmen eines durchgeführten gemeinsamen Schwerpunkteinsatzes zur Bekämpfung des Taschendiebstahls in der Nacht vom 14. auf den 15.03.2026 auf der Hamburger Reeperbahn, haben eingesetzte Zivilfahnder der Bundes- und Landespolizei nach diversen zielgerichteten Observationsmaßnahmen insgesamt zehn Männer überprüft und davon fünf Personen im Alter von 16, 21,38,40 und 56 Jahren vorläufig festgenommen. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um einen deutschen Staatsangehörigen, zwei rumänische Staatsangehörige sowie zwei syrische Staatsangehörige. Drei Beschuldigte mussten nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen werden, entsprechende Strafverfahren wurden eingeleitet.
Hervorzuheben ist ein Fall, der sich vor einem Lokal im Stadtteil Hamburg St. Pauli am 15.03.2026 gegen 02.10 Uhr im dichten Gedränge der Party-Gänger ereignete. Zivilfahnder der Bundespolizei hatten bereits ein männliches Duo im Visier, dass immer wieder gezielt tätertypisch agierte und offensichtlich geeignete Diebstahl-Opfer in der Menschenmenge auf der Reeperbahn suchte. Im Rahmen der gezielt durchgeführten Observation konnten die Zivilfahnder (Einsatz Einheit Einzeldienst der Bundespolizeiinspektion Hamburg) beobachten, wie das Duo auf eine Dreiergruppe vor einer Lokalität gezielt zuging.
„Dann ging alles blitzschnell. Das mutmaßliche Diebes-Duo arbeitete professionell und arbeitsteilig. Ein Beschuldigter agierte als Zieher und zog aus der rechten Manteltasche einer jungen Frau (w.25) ein hochwertiges IPhone (Wert: 1.200 Euro), der Mittäter deckte mit seinem Körper (Sichtschutz) die Tat ab und fungierte gleichzeitig als Blocker.“
Gleich nach der Tat nahmen Zivilfahnder der Bundespolizei die Tatverdächtigen (m.38,m.57) vorläufig fest und stellten das gestohlene hochpreisige Handy sicher.
„Die Geschädigte (w.25) aus Hamburg hatte den Diebstahl gar nicht bemerkt. Auf Ansprache durch die Bundespolizisten war die Geschädigte sichtlich ergriffen. Das Iphone wurde ihr wieder vor Ort ausgehändigt.“
Die rumänischen Tatverdächtigen wurden anschließend mit einem Gefangenentransporter mit Unterstützung von Polizeibeamten der Landespolizei zum Bundespolizeirevier am Hamburger Hauptbahnhof verbracht. Die beiden Beschuldigten sind polizeilich einschlägig aufgrund von Eigentumsdelikten bekannt. Teilweise wurden bereits Haftstrafen verbüßt, gegen einen Beschuldigten (m.38) bestehen aktuell drei Fahndungsnotierungen (Aufenthaltsermittlungen verschiedener Staatsanwaltschaften) wegen des Verdachts auf bereits begangene Eigentumsdelikte. Die beiden Tatverdächtigen wurden über den Ermittlungsdienst der Bundespolizeiinspektion Hamburg der Untersuchungshaftanstalt (Prüfung U-Haft) zugeführt. Ein entsprechendes Strafverfahren (Verdacht auf besonders schweren Fall des Diebstahls) wurde gegen das Diebes-Duo eingeleitet. Zuvor wurde die Gewahrsamsfähigkeit des Duos durch einen angeforderten Arzt festgestellt.
Aus aktuellem Anlass warnen wir erneut:
„Führen Sie Wertsachen, Geldbörsen und Smartphones ausschließlich in geschlossenen Innentaschen mit sich. Das bietet Taschendieben kaum noch die Möglichkeit zum Zugriff auf die begehrte Beute. Seien Sie insbesondere in der Menschenmenge feiernder Party-Gänger besonders wachsam. Ausgelassenheit und Unachtsamkeit macht es professionellen Taschendieben sehr einfach an Wertsachen zu gelangen.“
Kostenneutrale Präventionshinweise erhalten Sie unter www.bundespolizei.de
„RC“
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Taschendiebstählen in Hamburg für 2022/2023
Die Taschendiebstahlraten in der Region Hamburg stiegen zwischen 2022 und 2023 deutlich an. Im Jahr 2022 wurden 10958 Fälle gemeldet, während es im Jahr 2023 bereits 13367 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 498 im Jahr 2022 auf 751 im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 461 auf 661, wobei die meisten davon männlich waren. Im Vergleich dazu verzeichnete die Region Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an gemeldeten Taschendiebstählen in Deutschland mit 39519 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 10.958 | 13.367 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 498 | 751 |
| Anzahl der Verdächtigen | 461 | 661 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 378 | 564 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 83 | 97 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 382 | 571 |
Quelle: Bundeskriminalamt








