Das NABU-Umweltranking zeigt, dass die Kreuzfahrtbranche trotz Fortschritten bei der Energieeffizienz weiterhin hinter ihren Möglichkeiten zur Dekarbonisierung zurückbleibt. Während Havila und Hurtigruten die besten Bewertungen erzielen, sind viele Reedereien, darunter Marella und Royal Caribbean…
Umweltranking 2026: Kreuzfahrtbranche bleibt hinter Klimazielen zurück

6. August 2026 – 15:06
Ein Kreuzfahrtschiff liegt am Kreuzfahrtterminal Steinwerder im Hafen Hamburg. Christian Charisius/dpa
Die Kreuzfahrtindustrie verzeichnet einen ungebrochenen Aufschwung, doch das aktuelle Umweltranking des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) zeigt, dass die Branche noch einen langen Weg vor sich hat, um klimaneutral zu werden. Welche Reedereien schneiden im Vergleich am besten ab?
Hochseekreuzfahrten erfreuen sich großer Beliebtheit, gelten jedoch als eine der umwelt- und klimaschädlichsten Reisearten. Diese Problematik hat sich im vergangenen Jahr kaum verändert, wie das neue Umweltranking des NABU verdeutlicht.
Obwohl die Kreuzfahrtbranche Fortschritte in der Energieeffizienz erzielt und zunehmend in Landstromanschlüsse investiert, bleibt der entscheidende Schritt zur Dekarbonisierung – der Umstieg auf klimaneutrale Kraftstoffe und der Verzicht auf Schweröl – unzureichend. „Da sei leider sehr wenig passiert“, erklärte Raija Koch, die Schifffahrtsexpertin des NABU.
Havila und Hurtigruten führen das Umweltranking an
Dem Umweltranking zufolge bieten die norwegischen Reedereien Havila und Hurtigruten die umweltfreundlichsten Kreuzfahrtreisen an. Wie in den Vorjahren belegen sie auch in diesem Jahr die Spitzenplätze. Sönke Diesener, NABU-Schifffahrtsexperte, betonte jedoch, dass selbst diese Reedereien noch weit von einer umweltfreundlichen Praxis entfernt seien. „Man kann hier 17 Punkte erreichen und die Besten erreichen 7,5“, so Diesener.
Die Bewertung basierte auf verschiedenen Faktoren, darunter der Verzicht auf Schweröl, die Nutzung von Landstrom, der Einsatz von Stickoxidkatalysatoren sowie Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zur Erreichung von Klimazielen. Auch die Luftreinhaltung sowie Neubauten und Umbauten von Kreuzfahrtschiffen wurden in die Bewertung einbezogen. Die Ergebnisse stammen aus den freiwilligen Angaben von 15 befragten Reedereien.
Letzte Plätze im Ranking
Punktgleich auf dem dritten Platz befinden sich die französische Reederei Ponant sowie die deutschen Anbieter TUI Cruises mit Mein Schiff und Aida Cruises. Am Ende des Rankings stehen Royal Caribbean, Norwegian Cruise Line und der britische Anbieter Marella. Phoenix Reisen, Viking Ocean Cruises und Nicko Cruises wurden zwar befragt, haben jedoch keine Antworten gegeben.
Kritik an der Nutzung fossiler Brennstoffe
Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg, stellte fest, dass Hamburg mit seiner Landstrompflicht ab 2027 für entsprechend ausgerüstete Kreuzfahrtschiffe den europäischen Regelungen weit voraus sei. Gleichzeitig kritisierte er, dass Kreuzfahrtschiffe ohne Landstromanschluss weiterhin ihre Hilfsmotoren am Kai betreiben dürften. Solche Schiffe sollten seiner Meinung nach mit einem Anlaufverbot belegt werden.
Der NABU beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit den Umwelt- und Klimafolgen von Kreuzfahrtreisen. Zu Beginn gab es jedoch noch kein Ranking im heutigen Sinne. Stattdessen wurde der Schmähpreis „Dinosaurier des Jahres“ 2011 an die Unternehmen Aida und TUI Cruises verliehen, da ihre „angeblich ‚Weißen Flotten‘ in Wahrheit schmutzige Rußschleudern“ seien. Ein einziges Kreuzfahrtschiff stoße auf einer Reise so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Autos, hieß es damals.
Fortschritte im Umwelt- und Klimaschutz
Inzwischen sind jedoch einige Fortschritte erzielt worden. Dirk Inger, Leiter der Abteilung für politische Interessenvertretung, Kommunikation und Nachhaltigkeit bei Aida Cruises, erklärte, dass das Unternehmen den Einsatz biobasierter Kraftstoffe weiter ausbaue. Zudem werde der Einsatz von E-Fuels vorbereitet. Dabei räumte er jedoch Probleme ein, wie die Verfügbarkeit in den Häfen und die Produktionskapazitäten auf industriellem Niveau.
Wybcke Meier, Chef von TUI Cruises, betonte: „Unser Ziel ist es, die Umweltauswirkungen unseres Geschäftsbetriebs schrittweise zu reduzieren.“ Für dieses Jahr rechnet er mit einer CO2-Einsparung von rund 50.000 Tonnen. MSC Cruises verwies auf messbare Fortschritte auf dem Weg zur Netto-Null-Bilanz bei den Treibhausgasemissionen bis 2050. Allein im vergangenen Jahr sei der CO2-Ausstoß der Flotte um 52.300 Tonnen gesenkt worden.
Wachstum der Kreuzfahrtbranche
Die Zahl der Reisen und Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen steigt weiterhin. Laut dem Branchenverband Clia zählte die Branche im vergangenen Jahr 37,2 Millionen Urlauber, was einem Anstieg von 7,5 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht und einen historischen Höchstwert darstellt. Das Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik geht davon aus, dass mittlerweile mehr als 420 schwimmende Hotels über die Weltmeere fahren. Deutschland gilt nach den USA als der zweitwichtigste Kreuzfahrtmarkt weltweit.
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Quellen: mopo
Bildquelle: KI generiert
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








