Massive Mängel bei Ladungssicherung, Weiterfahrt untersagt. Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Bad Hersfeld: Gefahrgut-Sattelzug gestoppt

Osthessen (ost)
Beamte der Verkehrskontrolle der Autobahnpolizeistation Bad Hersfeld entdeckten am Montag (19.01.) gegen 12 Uhr auf der Autobahn A 5 zwischen der Ausfahrt Alsfeld-Ost und dem Hattenbacher Dreieck einen Sattelzug mit Gefahrgutkennzeichnung, dessen seitliche Planen deutlich ausbeulten. Der Sattelzug aus Frankreich wurde daraufhin zu einem Rastplatz begleitet und überprüft.
Gefahrgutgefahr drohte
Während der Kontrolle wurden erhebliche Mängel in der Ladungssicherung festgestellt. Im hinteren Teil des Anhängers waren ungesicherte Paletten mit Fässern während der Fahrt nach außen gerutscht und hatten bereits mehrere Holzlatten des Aufbaus durchbrochen. Die seitlichen Planen konnten die Ladung nicht mehr effektiv zurückhalten. Insgesamt waren etwa 18 Tonnen Ladung, darunter etwa 5,5 Tonnen Gefahrgut, nahezu ungesichert. Große Lücken in der Ladung, lose Ladungseinheiten und unzureichende Sicherung führten zu einer akuten Gefahr des Ladungsverlustes. Es wurden unter anderem hochentzündliche Flüssigkeiten, entzündliche Feststoffe und Lithium-Ionen-Batterien transportiert. Auch gefährliche Wechselwirkungen zwischen den Stoffen konnten nicht ausgeschlossen werden.
Weiterfahrt vor Ort verboten
Aufgrund der erheblichen Gefahr wurde den Beamten die Weiterfahrt des Sattelzuges sofort untersagt. Das Transportunternehmen wurde angewiesen, den Anhänger vollständig zu entladen. Eine Weiterfahrt ist erst nach ordnungsgemäßer Beladung, sicherer Ladungssicherung, ordnungsgemäßer Ladungseinheitenbildung und dem Austausch der beschädigten Aufbauteile gestattet. Darüber hinaus stellten die Beamten fest, dass in der Zugmaschine ein Fahrtenschreiber verbaut war, der für den grenzüberschreitenden Güterverkehr nicht mehr zulässig war. Auch hier wurde eine sofortige Umrüstung angeordnet.
Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Fahrer und Unternehmen
Gegen den 37-jährigen Fahrer und den verantwortlichen Transportunternehmer wurden Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Die zu erwartenden Bußgelder belaufen sich für den Fahrer auf einen mittleren dreistelligen Eurobetrag und für den Halter auf einen niedrigen vierstelligen Betrag. Aufgrund des unzulässigen Fahrtenschreibers kommt ein weiteres Bußgeld im vierstelligen Eurobereich hinzu. Die Polizei weist darauf hin, dass diese Maßnahme möglicherweise einen schweren Gefahrgutunfall verhindert hat. Aufgrund des hohen Gefährdungspotenzials werden Gefahrguttransporte auch in Zukunft verstärkt kontrolliert.
(Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld)
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Hessen für 2023
Die Verkehrsunfallstatistik für Hessen im Jahr 2023 zeigt insgesamt 145.422 Unfälle. Davon entfallen 19.527 Unfälle auf Personenschäden, was 13,43% aller Unfälle ausmacht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machen 6.914 Fälle aus, was 4,75% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel betragen 1.164, was 0,8% aller Unfälle ausmacht. Die restlichen Sachschadensunfälle belaufen sich auf 117.817, was 81,02% entspricht. Innerorts ereigneten sich 14.839 Unfälle (10,2%), außerorts (ohne Autobahnen) 7.577 Unfälle (5,21%) und auf Autobahnen 3.013 Unfälle (2,07%). Die Anzahl der Getöteten beträgt 188, Schwerverletzte 3.537 und Leichtverletzte 21.704.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 145.422 |
| Unfälle mit Personenschaden | 19.527 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 6.914 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 1.164 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 117.817 |
| Ortslage – innerorts | 14.839 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 7.577 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 3.013 |
| Getötete | 188 |
| Schwerverletzte | 3.537 |
| Leichtverletzte | 21.704 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








