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Dortmund: Schwerwiegende Verstöße bei Großkontrolle

Bei einer Großkontrolle an der Autobahn wurden zahlreiche Verstöße im gewerblichen Verkehr festgestellt. Fahrzeuge durften aufgrund von technischen Mängeln ihre Fahrt vorerst nicht fortsetzen.

Die Kontrollstelle an der Tank- und Rastanlage Weiskichen Nord
Foto: Presseportal.de

Autobahn 3 / Rodgau-Weiskirchen (ost)

(lei) Am Donnerstag tummelten sich erneut zahlreiche Uniformen auf der Tank- und Rastanlage Weiskirchen Nord an der Autobahn 3. Grund war erneut eine Großkontrolle, die die Verkehrsinspektion des Polizeipräsidiums Südosthessen in Fahrtrichtung Köln durchführte. Im Mittelpunkt stand dabei die Überwachung des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs.

Unterstützt wurde die Maßnahme von Polizeikräften weiterer hessischer Präsidien sowie aus Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Auch Mitarbeitende des Zolls und des Bundesamtes für Logistik und Mobilität beteiligten sich an der Kontrolle.

Zwischen 8 und 16 Uhr überprüften die Einsatzkräfte bei hochsommerlichen Temperaturen insgesamt 78 Lastkraftwagen, acht Pkw und fünf Reisebusse. Kontrolliert wurden unterschiedlichste Fahrzeugtypen – vom Kleintransporter der Sprinterklasse bis hin zu Schwertransporten.

Neben zahlreichen kleineren Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung und arbeitsrechtliche Vorschriften im Fahrpersonalbereich stellten die Beamten auch erhebliche Verstöße fest. Beanstandet wurden unter anderem Missachtungen der Lenk- und Ruhezeiten, mangelhafte Ladungssicherung sowie Verstöße gegen Gefahrgutvorschriften. Zudem ergaben sich mehrere strafrechtlich relevante Sachverhalte. Mehrere Fahrzeuge durften aufgrund gravierender technischer Mängel ihre Fahrt zunächst nicht fortsetzen.

Die Bilanz der Kontrolle im Überblick:

Darüber hinaus wurden Sicherheitsleistungen von insgesamt mehr als 41.000 Euro erhoben. Davon entfielen rund 2.900 Euro auf Vermögensabschöpfungen sowie über 430 Euro auf nacherhobene Einfuhrabgaben durch den Zoll.

Zu den auffälligsten Fällen zählte ein niederländischer Fahrzeugtransporter, der drei Wohnwagen geladen hatte und die zulässige Gesamtlänge überschritt. Auch nach einer Neuverladung konnte die Länge nicht ausreichend reduziert werden. Die Weiterfahrt wurde untersagt. Zusätzlich leitete die Polizei ein Verfahren zur Vermögensabschöpfung ein und erhob eine Sicherheitsleistung von etwa 2.940 Euro.

Bei einem lettischen Sattelzug stellten die Kontrolleure erhebliche Mängel an der Bremsanlage des Aufliegers fest. Aus Unterlagen ging hervor, dass dieselbe Bremse erst wenige Tage zuvor bei einer Kontrolle in der Schweiz beanstandet und ersetzt worden war. Aufgrund des schnellen Verschleißes gehen die Behörden von möglichen Fehlern beim Einbau oder der Einstellung aus. Eine Sicherheitsleistung von circa 600 Euro wurde fällig.

Besonders gravierend fielen die Verstöße eines griechischen Sattelzugs auf: Wiederholte Verstöße gegen das Fahrpersonalrecht und fehlende Ruhezeiten führten hier zur Untersagung der Weiterfahrt. Zudem musste eine Sicherheitsleistung von 12.000 Euro hinterlegt werden.

Bei einem bulgarischen Kleintransporter entdeckten die Beamten eine Manipulation an der Abgasreinigungsanlage. Auch hier wurde die Weiterfahrt untersagt. Nach Zahlung einer Sicherheitsleistung von 1.000 Euro wurde das Fahrzeug per Anhänger abtransportiert. Im Bereich Gefahrgutrecht fiel unter anderem ein türkischer Lastwagen auf, dessen Tankvolumen die zulässige Grenze von 1.500 Litern deutlich überschritt. Gegen den Fahrer wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und eine Sicherheitsleistung von 1.300 Euro erhoben.

Bei der Kontrolle eines irischen Pkw ergaben sich Hinweise darauf, dass der Fahrer unter dem Einfluss von Kokain stand. Zudem besaß er nicht die erforderliche Fahrerlaubnis. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet; zusätzlich musste er 600 Euro Sicherheitsleistung zahlen.

Auch Reisebusse gerieten in den Fokus der Kontrolle: Bei einem bosnischen Reisebus auf dem Weg nach Dortmund stellten die Beamten mehrere Verstöße gegen Dokumentationspflichten zu Lenk- und Ruhezeiten fest. Auch hier bekam der Fahrer zu hören: „Ihre Fahrt ist vorerst beendet.“, zudem wurde eine Sicherheitsleistung von 3.600 Euro angeordnet. Die Fahrgäste konnten ihre Reise mit einem Ersatzbus fortsetzen.

Ein weiterer Reisebus aus Bulgarien fiel ebenfalls durch schwerwiegende Verstöße gegen Fahrpersonalvorschriften auf. Hier ordneten die Behörden eine Sicherheitsleistung von 2.500 Euro an.

Insgesamt lag die Beanstandungsquote der Großkontrolle bei besorgniserregenden 52 Prozent. Gerade im gewerblichen Güter- und Personenverkehr tragen Unternehmen und Fahrer eine besondere Verantwortung. Technische Mängel, Verstöße gegen Ruhezeiten oder unzureichend gesicherte Ladung gefährden nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die aller Verkehrsteilnehmenden. Die Ergebnisse der Kontrolle machen deutlich, wie wichtig konsequente Überprüfungen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sind, um Sicherheit und Fairness im Straßenverkehr dauerhaft zu gewährleisten. Bildquelle: Polizeipräsidium Südosthessen

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Verkehrsunfällen in Hessen für 2023

Die Verkehrsunfallstatistik für Hessen im Jahr 2023 zeigt insgesamt 145.422 Unfälle. Davon waren 19.527 Unfälle mit Personenschaden, was 13,43% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 6.914 Fälle aus, was 4,75% der Gesamtzahl entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 1.164 Fällen registriert, was 0,8% entspricht. Die meisten Unfälle (81,02%) waren übrige Sachschadensunfälle. Innerorts gab es 14.839 Unfälle (10,2%), außerorts (ohne Autobahnen) 7.577 Unfälle (5,21%) und auf Autobahnen 3.013 Unfälle (2,07%). Insgesamt gab es 188 Getötete, 3.537 Schwerverletzte und 21.704 Leichtverletzte.

2023
Verkehrsunfälle insgesamt 145.422
Unfälle mit Personenschaden 19.527
Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden 6.914
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel 1.164
Übrige Sachschadensunfälle 117.817
Ortslage – innerorts 14.839
Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) 7.577
Ortslage – auf Autobahnen 3.013
Getötete 188
Schwerverletzte 3.537
Leichtverletzte 21.704

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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