Durchsuchungen und Festnahmen von 20 Beschuldigten wegen Kokainschmuggel aus Südamerika, 27 Objekte durchsucht, 2,5 Tonnen Kokain sichergestellt
Dreieich: Internationale Rauschgiftkriminalität in Deutschland und den Niederlanden

Frankfurt am Main (ost)
Gemeinsame Bekanntmachung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main, des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main
In einem Ermittlungskomplex gegen 20 Beschuldigte, der seit Februar 2025 läuft, haben die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Eingreifreserve -, die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main sowie das Gemeinsame Finanzermittlungszentrum von Justiz, Polizei und Finanzbehörden am heutigen Dienstag (09.06.2026) Wohn- und Geschäftsräume in Deutschland und den Niederlanden durchsucht. Dabei wurden drei Verdächtige in Herborn, Amersfoort (Niederlande) und Assen (Niederlande) festgenommen. Gegen zwei weitere, die bereits in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Darmstadt in Untersuchungshaft sind, wurden sogenannte Überhaftbefehle erlassen. Insgesamt wurden im Zuge der Durchsuchungen 27 Objekte in Hessen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden durchsucht.
Den Beschuldigten wird vorgeworfen, zwischen Juni 2024 und Januar 2026 Teil einer international agierenden kriminellen Organisation gewesen zu sein, die für die Einfuhr von Tonnen Kokain aus Südamerika (u.a. Brasilien und Kolumbien) nach Deutschland mittels Luftfracht oder Containerschifffahrt verantwortlich war. Mitglieder der Organisation sollen bestehende Firmen in Braunschweig (Niedersachsen), Isernhagen (Niedersachsen), Karben (Hessen) und Dreieich (Hessen) faktisch übernommen haben, um den illegalen Kokainschmuggel zu koordinieren und durch den Import legaler Waren zu verschleiern.
Von Februar 2025 bis Januar 2026 wurden vier Kokainimporte, die der kriminellen Organisation zugeordnet werden, mit insgesamt ca. 2,5 Tonnen und einem Straßenverkehrswert von ca. 180 Mio. Euro in Luxemburg, Kolumbien und Hamburg von Zoll und Polizei sichergestellt.
Die festgenommenen Beschuldigten, ein 59-jähriger und ein 56-jähriger niederländischer Staatsbürger sowie ein 53-jähriger türkischer Staatsbürger, sowie die bereits in Untersuchungshaft befindlichen Beschuldigten, ein 57-jähriger deutsch-türkischer Staatsbürger und ein 26-jähriger bulgarischer Staatsbürger, werden verdächtigt, als Mitglieder einer Bande zusammengearbeitet zu haben, um Betäubungsmitteldelikte zu begehen. Sie sollen für Kokainlieferungen in den europäischen Raum verantwortlich sein.
Die 57-jährigen und 56-jährigen Beschuldigten werden beschuldigt, in drei Fällen unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln (Kokain) in nicht geringen Mengen betrieben und den illegalen Kokainschmuggel organisiert zu haben. Der 59-jährige Beschuldigte soll in drei Fällen, der 53-jährige in zwei Fällen und der 26-jährige in einem Fall Beihilfe zum unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen geleistet haben. Der 59-jährige Beschuldigte soll als Gesellschafter und Geschäftsführer von Scheinfirmen, der 53-jährige als Logistiker und der 26-jährige als Koordinator für die Entladung des Kokains fungiert haben.
Die Maßnahmen wurden in enger Zusammenarbeit mit den niederländischen Ermittlungsbehörden durchgeführt. Über 120 Beamte des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main, des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main und des Gemeinsamen Finanzermittlungszentrums von Justiz, Polizei und Finanzbehörden waren beteiligt. Bei den umfangreichen Durchsuchungen wurden zahlreiche Beweismittel sichergestellt.
Der in Deutschland festgenommene 53-jährige Beschuldigte sowie die bereits in Deutschland in Untersuchungshaft befindlichen Beschuldigten werden den zuständigen Haftrichtern vorgeführt. Die niederländischen Strafverfolgungsbehörden wurden um Auslieferung der in den Niederlanden festgenommenen Beschuldigten nach Deutschland gebeten.
Informationen zur Eingreifreserve:
Die Eingreifreserve wurde im April 2000 gegründet und besteht aus einem Leitenden Oberstaatsanwalt als Abteilungsleiter, drei Oberstaatsanwälten und sechs Staatsanwälten. Sie ist eine der drei operativen Abteilungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main.
Die Eingreifreserve unterstützt die landgerichtlichen Staatsanwaltschaften verfahrensbezogen. Der Generalstaatsanwalt entscheidet über den Einsatz der Eingreifreserve durch Zuweisung von Ermittlungsverfahren gemäß § 145 Abs. 1 GVG.
Schwerpunkte der Arbeit der Eingreifreserve sind Verfahren aus folgenden Deliktsbereichen:
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Hessen für 2022/2023
Die Drogenraten in Hessen zwischen 2022 und 2023 zeigen einen Anstieg der registrierten Fälle von 24363 auf 26518. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg von 22378 auf 23101, während die Anzahl der Verdächtigen relativ konstant blieb bei 19133. Unter den Verdächtigen waren 17106 Männer und 2027 Frauen, wobei 7004 nicht-deutsche Verdächtige waren. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Drogenfällen in Deutschland mit 73917 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 24.363 | 26.518 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 22.378 | 23.101 |
| Anzahl der Verdächtigen | 19.168 | 19.133 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 17.079 | 17.106 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 2.089 | 2.027 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 6.494 | 7.004 |
Quelle: Bundeskriminalamt








