Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Flensburg: Schleuserring aus Hannover verurteilt zu hohen Haftstrafen

Die Bundespolizei ermittelte gegen Bande aus Hannover. Sechs Mitglieder zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, darunter Bandenchef zu 8 Jahren Gefängnis.

Foto: Depositphotos

Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hannover, Flensburg, Rostock (ost)

Die Kriminalpolizeiinspektion Rostock hat im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hannover seit November 2023 gegen eine Schleuserbande aus dem Raum Hannover ermittelt. Im Januar 2025 wurden in fünf Bundesländern umfangreiche Einsatzmaßnahmen durchgeführt. Dabei wurden 16 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und fünf irakische Verdächtige im Alter von 25 bis 41 Jahren festgenommen.

Unter anderem wurde eine Shisha-Bar in Hannover durchsucht. In den durchsuchten Objekten konnten umfangreiche Beweismittel sichergestellt werden, die im Rahmen der weiteren Ermittlungen ausgewertet wurden.

Das Landgericht Hannover hat nun das Urteil gegen sechs Mitglieder der Bande gesprochen. Fünf Schleuser und ein Fahrer aus Flensburg wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Vier Verurteilte saßen seit Januar 2025, ein weiterer seit Juli 2025 in Untersuchungshaft.

Der Anführer der Bande wurde zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Er nahm als Kopf der Gruppe Schleusaufträge von anderen Banden entgegen und koordinierte die Schleusungen.

Zwei weitere Bandenmitglieder wurden zu Freiheitsstrafen von sechs Jahren bzw. vier Jahren und vier Monaten verurteilt. Innerhalb der Gruppe waren sie für die Anwerbung und Koordination von Fahrern sowie die Beschaffung von Fahrzeugen zuständig.

Ein weiteres Mitglied wurde zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das Gericht befand, dass er die Schleusungsfahrten als Beifahrer des Pilotfahrzeugs begleitete und Kontakt zu den Fahrern hielt, Anweisungen gab und Standortdaten teilte.

Der Betreiber der Shisha-Bar in Hannover erhielt eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. Die Bar diente als Treffpunkt und Rückzugsort der Gruppe, wo deliktische Absprachen getroffen wurden. Der Verurteilte war unter anderem für die Bewirtung der Fahrer in der Bar sowie die Auszahlung von Geldern für Hotelunterkünfte und Benzin zuständig.

Ein Fahrer aus Flensburg wurde zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Die Gruppe schmuggelte Gruppen von bis zu 37 Personen auf Ladeflächen gemieteter Klein-LKWs und Transporter, ohne Frischluftzufuhr und Sicherheitssysteme, auf engstem Raum zusammengepfercht. Die Fahrten dauerten mehrere Stunden ohne Versorgungsmöglichkeiten. Die Täter nahmen dabei die Gefahr schwerer Gesundheitsschäden oder lebensbedrohlicher Behandlungen in Kauf.

Das Urteil ist in Bezug auf einen Angeklagten rechtskräftig. Die anderen Angeklagten haben Berufung eingelegt.

Quelle: Presseportal

nf24