Die Weltzollorganisation (WZO) ehrte Selina Geisel für ihren Einsatz bei der Aufdeckung von Verstößen gegen das Außenwirtschaftsrecht und mehr. Ihre Wachsamkeit schützt die Gesellschaft.
Frankfurt am Main: Zöllnerin vom Hauptzollamt Gießen ausgezeichnet

Gießen (ost)
Eine besondere Ehrung wurde gestern einer Zöllnerin vom Hauptzollamt Gießen zuteil. Die Weltzollorganisation (WZO) in Brüssel verlieh der 21-jährigen Nachwuchskraft Selina Geisel eine Urkunde für besondere Verdienste und außergewöhnliche Leistungen für die internationale Zoll-Gemeinschaft. Einmal im Jahr, zum Weltzolltag (26. Januar) ehrt die WZO, mit dem nicht alltäglichen Zertifikat, verdiente Zöllner und Zöllnerinnen in ganz Europa. „Ich freue mich sehr, dass auch in diesem Jahr wieder eine dieser besonderen Auszeichnungen an eine Beschäftigte des Hauptzollamts Gießen geht“ so Torsten Pfeiffer, stellvertretender Leiter des Hauptzollamtes Gießen. Bundesweit wurde das Zertifikat auch in diesem Jahr anlässlich des Weltzolltages, an dem die Staaten weltweit der Arbeit des Zolls für Bürger, Wirtschaft und Umwelt gedenken, lediglich 20-mal an deutsche Zöllnerinnen und Zöllner verteilt. In einer Online-Veranstaltung am 19. Februar 2026 würdigte der Präsident der Generalzolldirektion, Dr. Armin Rolfink, den erfolgreichen Einsatz von Bediensteten der deutschen Zollverwaltung. Die Verleihung stand – wie auch der Weltzolltag – in diesem Jahr unter dem Motto „Zoll schützt die Gesellschaft durch Wachsamkeit und Engagement“. Die tägliche Wachsamkeit des Zolls und sein konsequentes Engagement sind entscheidend, um wachsende globale Bedrohungen wie illegalem Waffen- und Drogenhandel, Finanzkriminalität zu begegnen, sowie unsichere und gesundheitsgefährdende Produkte aus Drittländern aus dem Verkehr zu ziehen. Die stellvertretende Leiter des Hauptzollamtes überreichte das vom Generalsekretär der Weltzollorganisation, Ian Saunders unterzeichnete „Certificate of Merit“ im Gießener Hauptzollamt. „Ihr vorbildliches Verhalten spiegelt ein besonderes Maß an Engagement, Sorgfältigkeit und Gewissenhaftigkeit im Dienst wieder“, so der stellvertretende Leiter des Hauptzollamtes bei der Übergabe des Zertifikates. Während ihrer Dienstausübung beim Zollamt Marburg hatte Selina Geisel einen bedeutenden Hinweis zur Aufdeckung eines Embargoverstoßes gegeben. Die junge Zollobersekretärin beobachtete in ihrer ersten Verwendung nach ihrer Ausbildung über mehrere Monate hinweg aufmerksam einen Exporteur, der im großen Stil hochpreisige Luxus-Fahrzeuge und Motorräder in Anrainerstaaten der Russischen Föderation lieferte. Dabei forschte sie eigeninitiativ nach, wo die exportierten Fahrzeuge letztendlich verblieben. Schließlich kam der Verdacht auf, dass die Waren unter Umgehung der Sanktionsvorschriften in Russland landeten. So kam es zu einer Anlassprüfung des Prüfungsdienstes des HZA Gießen und im weiteren Verlauf zu umfangreichen Ermittlungs- und Durchsuchungsmaßnahmen des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main. Am Ende hat der besondere Einsatz von Selina Geisel maßgeblich dazu beigetragen, dass dem Beschuldigten mittlerweile Verstöße gegen das Außenwirtschaftsrecht, das Artenschutzrecht sowie der illegale Besitz von Arznei- und Dopingmitteln und ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen werden. Der Gesamtwert der mutmaßlich exportierten Fahrzeuge beläuft sich auf rund 25 Millionen Euro.
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Hessen für 2022/2023
Die Drogenraten in Hessen zwischen 2022 und 2023 sind im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen, wo im Jahr 2023 die meisten Fälle von Drogenmissbrauch in Deutschland mit 73917 aufgezeichnet wurden, relativ niedrig. Im Jahr 2022 wurden in Hessen 24363 Fälle von Drogenmissbrauch registriert, wovon 22378 gelöst wurden. Es gab insgesamt 19168 Verdächtige, darunter 17079 Männer, 2089 Frauen und 6494 nicht-deutsche Verdächtige. Im Jahr 2023 stieg die Zahl der aufgezeichneten Fälle auf 26518, wovon 23101 gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen blieb mit 19133 relativ konstant, wobei 17106 Männer, 2027 Frauen und 7004 nicht-deutsche Verdächtige verzeichnet wurden.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 24.363 | 26.518 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 22.378 | 23.101 |
| Anzahl der Verdächtigen | 19.168 | 19.133 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 17.079 | 17.106 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 2.089 | 2.027 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 6.494 | 7.004 |
Quelle: Bundeskriminalamt








