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Groß-Gerau: Operation Stream gegen Kinderpornografie im Darknet

Hessische Behörden unterstützen internationale Ermittlungen gegen die Streaming-Plattform „KidFlix“ mit sieben Verdächtigen.

Über die Beschlagnahme der Plattform informiert ein Sperrbanner.
Foto: Presseportal.de

Wiesbaden (ost)

Gemeinsame Bekanntmachung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und des Hessischen Landeskriminalamtes

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) unterstützen das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) bei der Staatsanwaltschaft Bamberg und das Bayerische Landeskriminalamt bei ihren Ermittlungen gegen eine Streaming-Plattform im Darknet, auf der der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen gezeigt wurde. Das Ziel ist es, die Nutzer der Plattform „KidFlix“ in einer bundesweiten und international koordinierten Aktion namens „Operation Stream“ zu identifizieren.

Um dies zu erreichen, beteiligten sich Ermittler des HLKA sowie der Polizeipräsidien Südhessen, Südosthessen und Westhessen im Auftrag der ZIT an der koordinierten Operation. Zwischen dem 10. und 23. März waren insgesamt 38 Länder an der Aktion beteiligt. Die weltweite Koordination wurde von Europol auf Ersuchen des Bayerischen Landeskriminalamts übernommen.

Bei „KidFlix“ handelte es sich um eine Plattform, die ausschließlich im Darknet erreichbar war und nur zur Veröffentlichung von kinder- und jugendpornografischen Inhalten diente. Nach der Registrierung mit einem frei wählbaren Benutzernamen und Passwort konnten die Nutzer dort inkriminierte Inhalte streamen, im Chat schreiben und Links zu inkriminierten Inhalten einfügen. Die Startseite zeigte bereits eine Auswahl an inkriminierten Videos. Den Nutzern standen etwa 54.000 inkriminierte Inhalte kostenlos zur Verfügung. Zusätzlich konnten Premiumzugänge erworben werden – entweder gegen Gebühr oder durch eigene Uploads sowie Bewertungen von vorhandenen Dateien.

Die polizeilichen Maßnahmen in Hessen richteten sich gegen insgesamt sieben Verdächtige, die im Verdacht stehen, Nutzer der Streaming-Plattform „KidFlix“ gewesen zu sein. Es handelt sich um Männer im Alter von 22 bis 42 Jahren aus den Städten Wiesbaden und Darmstadt sowie aus den Landkreisen Groß-Gerau, Main-Kinzig, Offenbach und Kassel. Gegen die Verdächtigen wird wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes kinderpornografischer Inhalte gemäß § 184b Strafgesetzbuch (StGB) ermittelt. Bei Wohnungsdurchsuchungen wurden 141 deliktsspezifische Gegenstände – darunter Laptops, Tablets, USB-Sticks, Speicherkarten und Smartphones – sichergestellt.

Die hessischen Polizeikräfte, die an dem Einsatz beteiligt waren, gehören alle der Einheit FOKUS an, die sich ausschließlich mit Sexualdelikten zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen befasst.

Ein Sperrbanner informiert über die Beschlagnahme der Plattform durch die ZKI der Staatsanwaltschaft Bamberg und das Bayerische Landeskriminalamt.

Quelle: Presseportal

Cybercrime-Statistiken in Hessen für 2022/2023

Die Cyberkriminalitätsraten in Hessen zwischen 2022 und 2023 sind gestiegen. Im Jahr 2022 wurden 9798 Fälle von Cyberkriminalität gemeldet, wobei 3961 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen belief sich auf 2653, wobei 1806 männliche und 847 weibliche Verdächtige waren. Darüber hinaus gab es 851 nicht-deutsche Verdächtige. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der gemeldeten Fälle auf 10106, wobei 4224 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 2828, wobei 1918 männliche und 910 weibliche Verdächtige identifiziert wurden. Es gab auch 915 nicht-deutsche Verdächtige. Im Vergleich dazu hatte Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 gemeldeten Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 9.798 10.106
Anzahl der aufgeklärten Fälle 3.961 4.224
Anzahl der Verdächtigen 2.653 2.828
Anzahl der männlichen Verdächtigen 1.806 1.918
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 847 910
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 851 915

Quelle: Bundeskriminalamt

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